Die Dominikanische Republik gehört zu den unkomplizierteren Zielen in der Karibik, wenn du mit Hund oder Katze umziehst. Es gibt keine Regelquarantäne und kein monatelanges Genehmigungsverfahren. Der Erfolg hängt an einem einzigen Dokument, und zwar an dessen exakter Form.
DIGEGA prüft, der Amtstierarzt gegenzeichnet
Zuständig für Tiergesundheit und Einfuhrkontrollen ist die Dirección General de Ganadería, kurz DIGEGA, im Landwirtschaftsministerium. Die Tierquarantäne unterhält eine Stelle am internationalen Flughafen Las Américas bei Santo Domingo, dazu kommt das Hauptbüro in der Hauptstadt.
Das zentrale Papier ist ein tierärztliches Gesundheitszeugnis. Es muss von einem Tierarzt ausgestellt und unterschrieben sowie zusätzlich von einem amtlichen Tierarzt am Abflugort gegengezeichnet und gestempelt werden. Genau an dieser doppelten Bestätigung scheitern die meisten Einreisen, weil Halter mit einem rein privatärztlichen Zeugnis anreisen. Plane deshalb den Termin beim Amtstierarzt fest ein.
DIGEGA verlangt konkrete Angaben, nicht nur eine allgemeine Gesundheitsbestätigung. Fehlt einer dieser Punkte, wird nachgefordert:
- Name und Adresse der Begleitperson beziehungsweise des Empfängers in der Dominikanischen Republik.
- Die vollständige Identifikation des Tieres mit Name, Rasse, Geschlecht, Farbe, Geburtsdatum sowie Mikrochipnummer und gegebenenfalls Tätowierung.
- Die verabreichten Impfungen sowie die Kontrolle innerer und äußerer Parasiten. Bei Entwurmungsmitteln sind Hersteller und Wirkstoffe zu nennen.
- Ein Impfnachweis mit den Aufklebern der verwendeten Impfstoffe, jeweils mit Charge sowie Herstellungs- und Verfallsdatum.
Eine praktische Erleichterung ist ausdrücklich vorgesehen: Erwachsene Hunde mit dokumentierter Tollwutimpfung und regelmäßigen Auffrischungen müssen nach der letzten Impfung keine 30 Tage abwarten. Das gilt nur bei lückenloser Impfhistorie, weshalb du den alten Impfpass keinesfalls entsorgen solltest. Bei Erstimpfungen dagegen ist die Wartezeit einzuplanen.
Vorbereitung in Deutschland, Österreich und der Schweiz
In Deutschland stellt der Haustierarzt das Zeugnis aus, das zuständige Veterinäramt übernimmt die amtliche Gegenzeichnung. In Österreich läuft die amtstierärztliche Bestätigung über die Bezirksverwaltungsbehörde, in der Schweiz über den kantonalen Veterinärdienst. Die Schweizer Ausfuhrschritte erklärt die BLV-Seite zu Reisen mit Hunden, Katzen und Frettchen.
Lass die Dokumente anschließend ins Spanische übersetzen. Achte darauf, dass Tiername, Chipnummer und Geburtsdatum auf Impfpass, Zeugnis und Übersetzung identisch geschrieben sind, denn Abweichungen bei Umlauten oder Bindestrichen führen regelmäßig zu Rückfragen. Jede Korrektur im Zeugnis muss durchgestrichen, lesbar und abgezeichnet sein statt überklebt.
- Zehn Wochen vorher: Impfstatus prüfen, Chip kontrollieren, Tierplatz im Flug reservieren.
- Sechs Wochen vorher: IATA-konforme Transportbox besorgen, Boxentraining beginnen, Übersetzer organisieren.
- Zwei Wochen vorher: Zeugnis ausstellen, amtlich gegenzeichnen und übersetzen lassen, Parasitenbehandlung dokumentieren.
- Wenige Tage vorher: Abschlussuntersuchung, Kopiensatz ins Handgepäck, Ankunft bei der Airline bestätigen lassen.
Ankunft und andere Tierarten
Bei der Ankunft prüft die Tierquarantäne von DIGEGA am Flughafen die Papiere, liest den Chip aus und begutachtet das Tier. Sind Zeugnis, Gegenzeichnung und Impfnachweis vollständig, wird das Tier direkt freigegeben. Melde deine Ankunft vorab bei der Quarantänestelle an und halte die Kontaktdaten deiner Unterkunft bereit, denn die Adresse in der Dominikanischen Republik steht ohnehin im Zeugnis. Für den Fall von Nachfragen ist es hilfreich, das gesamte Dokumentenpaket vorab als Scan an DIGEGA zu senden.
Für Vögel, Reptilien und exotische Arten legt DIGEGA eigene Anforderungen fest, für Frettchen existiert eine gesonderte Anforderungsliste. Bei geschützten Arten kommen Aus- und Einfuhrpapiere nach dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES hinzu, die in Deutschland das Bundesamt für Naturschutz ausstellt. Kläre solche Fälle schriftlich, bevor du planst, und rechne mit mehreren Monaten Vorlauf.
Flug, Box und Kosten
Nach Punta Cana und Santo Domingo gibt es aus dem deutschsprachigen Raum Direktverbindungen, was für Tiere ein echter Vorteil ist. Prüfe aber vorab, ob die konkrete Airline Lebendtiere auf dieser Strecke befördert, denn Ferienflieger schließen Frachttiere häufiger aus als Linienairlines. Kleine Hunde und Katzen bis rund acht Kilogramm inklusive Tasche dürfen bei vielen Fluggesellschaften in die Kabine, kurznasige Rassen sind vom Frachttransport meist ausgeschlossen.
Die Transportbox muss den IATA Live Animals Regulations entsprechen: stabiles Material, Belüftung an mindestens drei Seiten, auslaufsichere Bodenwanne, sichere Verriegelung ohne Vorhängeschloss und von außen befüllbare Wasserspender. Die Maße müssen es dem Tier erlauben, aufrecht zu stehen, sich zu drehen und ausgestreckt zu liegen. Beruhigungsmittel sind im Frachtraum in aller Regel ausgeschlossen, weil sie Kreislauf und Temperaturregulation stören. Beginne das Boxentraining mindestens vier Wochen vor dem Flug.
Kalkuliere 1.000 bis 2.800 Euro für den Gesamtvorgang: Chip 30 bis 60 Euro, Impfungen 60 bis 150 Euro, Zeugnis mit Gegenzeichnung 50 bis 150 Euro, Übersetzung 40 bis 120 Euro, Box 80 bis 400 Euro und der Flug im Frachtraum 700 bis 1.900 Euro. Eine Tierspedition mit Rundumbetreuung kostet zusätzlich 800 bis 2.000 Euro. Melde das Tier spätestens 48 Stunden vor Abflug bei der Airline an, denn die Zahl der Tierplätze pro Maschine ist begrenzt und in der Hauptreisezeit früh vergeben.
Achte außerdem auf die Temperaturregeln der Fluggesellschaften. Viele verweigern den Frachttransport, wenn es am Abflug- oder Zielort zu heiß oder zu kalt ist. Für die Karibik bedeutet das in den Sommermonaten: Nachtflüge und frühe Ankünfte statt Mittagslandungen. Die letzte größere Mahlzeit liegt üblicherweise vier bis sechs Stunden vor Abflug, Wasser bleibt bis kurz davor verfügbar, und ein ausgiebiger Spaziergang unmittelbar vor der Abgabe hilft mehr als jedes Beruhigungsmittel.
Alltag mit Tier auf der Insel
Das Klima ist tropisch mit einer feuchten Phase von Mai bis November. Für Tiere aus Mitteleuropa bedeutet das mehrere Wochen Anpassung, dichtfellige Rassen leiden spürbar. Spaziergänge gehören in die frühen Morgen- und späten Abendstunden, weil Asphalt und Sand tagsüber Pfoten verbrennen.
Der Parasitendruck ist hoch: Zecken, Flöhe, Sandmücken und Herzwürmer sind ganzjährig aktiv, dazu kommt Leishmaniose. Eine durchgehende Prophylaxe ist deshalb Pflicht, und der erste Termin bei einem lokalen Tierarzt sollte in der ersten Woche stattfinden. Tierärztliche Versorgung ist in Santo Domingo, Santiago und Punta Cana gut und im Vergleich zu Europa günstig, in ländlichen Regionen dünn.
Streunende Hunde sind verbreitet, weshalb Leine und lückenloser Impfschutz zum Alltag gehören. Bei der Wohnungssuche sind Katzen fast überall willkommen, große Hunde deutlich seltener, und die Zusage gehört schriftlich in den Mietvertrag. Denk außerdem an die Hurrikansaison von Juni bis November und kläre vorab, welche Notunterkunft Tiere aufnimmt. Ein vorbereiteter Notfallrucksack mit Futter für drei Tage, Wasser, Impfpasskopie, Leine und Transportbox macht in dieser Lage den Unterschied.
Beim Futter lohnt Geduld. Gängige internationale Marken sind in Santo Domingo, Santiago und den Touristenzentren erhältlich, Spezialdiäten dagegen nicht immer. Stelle die Fütterung über sieben bis zehn Tage schrittweise um, statt abrupt zu wechseln, sonst folgen Verdauungsprobleme in der ohnehin belastenden Eingewöhnungsphase. Nimm für die erste Woche eine übliche Reiseration mit und kaufe danach vor Ort nach, denn größere Futtermengen können bei der Einfuhr als Handelsware behandelt werden.
Die Rückreise in die EU rechtzeitig lösen
Hier liegt der Punkt, den du am besten schon vor der Ausreise erledigst: Die Dominikanische Republik steht nicht auf der Liste der Drittstaaten, für die der Tollwut-Antikörpertest entfällt. Für die Einreise in die EU brauchst du deshalb einen Titertest mit mindestens 0,5 IU pro Milliliter, dessen Blutprobe frühestens 30 Tage nach der Impfung entnommen wurde und mindestens 90 Tage vor Ausstellung des Tiergesundheitszeugnisses liegt, geprüft in einem zugelassenen Labor.
Lass diesen Test in Europa durchführen, solange dein Tier noch in der EU ist, und lass ihn im Heimtierausweis eintragen. Dann entfällt bei der Rückkehr die Wartezeit von 90 Tagen vollständig. Welche Staaten aktuell gelistet sind, zeigt die Länderliste der EU-Kommission, die Bedingungen im Detail stehen in den Einreiseregeln der EU-Kommission für Heimtiere aus Drittstaaten. Die Einreise muss zudem über eine offiziell benannte Reisendeneingangsstelle mit Dokumenten- und Identitätskontrolle laufen.
Steuerlich lohnt der frühe Blick auf die Wegzugsseite, denn dort sind die Fristen enger als bei den Tierpapieren. Ein Beratungsgespräch zum Umzug in die Dominikanische Republik ordnet deinen Fall ein.
Worauf es bei deiner Planung ankommt
Zwei Termine tragen den ganzen Umzug: der Besuch beim Amtstierarzt für die Gegenzeichnung und der Titertest, den du noch in Europa erledigst. Alles andere ist Routine. Sammle vorher die vollständige Impfhistorie deines Tieres, denn sie entscheidet darüber, ob du nach der letzten Tollwutimpfung 30 Tage warten musst oder sofort reisen kannst.


