Die Seychellen gehören zu den sichersten Ländern Afrikas, und daran ändert sich auch 2026 nichts. Es gibt keine Reisewarnung, keine bewaffneten Konflikte und keine terroristische Bedrohungslage. Trotzdem wäre es falsch, den Inselstaat als sorgenfrei zu beschreiben. Das Auswärtige Amt hält fest, dass die Kriminalität insgesamt zwar auf niedrigem Niveau bleibt, in bestimmten Bereichen aber zunimmt. Dahinter steht ein Problem, über das Reisekataloge schweigen: die Drogenabhängigkeit im Land.

Die Kriminalitätslage im Detail

Nach den Reise- und Sicherheitshinweisen des Auswärtigen Amts ist Kleinkriminalität das häufigste Delikt, mit dem Zugezogene und Besucher in Kontakt kommen: Taschendiebstahl, Diebstahl am Strand und aus unverschlossenen Unterkünften. Bei Einbrüchen in Privathäuser wurde vereinzelt auch Gewalt gegen Bewohner ausgeübt.

Die Schwerpunkte liegen auf Mahé, der größten und am dichtesten besiedelten Insel, insbesondere in Victoria und in touristisch stark frequentierten Buchten. Praslin und La Digue sind ruhiger, kleinere Inseln nahezu vorfallsfrei. Empfohlen wird das Übliche und Wirksame: Wertsachen im Safe, Taschen nie unbeaufsichtigt am Strand, abgelegene Straßen und Strände nach Einbruch der Dunkelheit meiden, Fenster und Türen auch tagsüber verschließen.

Die Seychellen haben nach Erhebungen des Global Organized Crime Index eine der weltweit höchsten Raten an Heroinabhängigkeit. Die nationale Suchtbehörde APDAR geht von rund 6.000 Konsumenten bei etwa 120.000 Einwohnern aus, unabhängige Beobachter nennen Quoten um zehn Prozent der erwachsenen Bevölkerung. Die Folge ist Beschaffungskriminalität: Diebstähle, Einbrüche und Überfälle konzentrieren sich dort, wo schnell Bargeld oder verkäufliche Elektronik zu holen ist.

Politisch ist das Thema zum Wahlkampfschwerpunkt geworden. Seit dem 26. Oktober 2025 ist Patrick Herminie Präsident; er setzte sich in der Stichwahl mit 52,7 Prozent gegen Amtsinhaber Wavel Ramkalawan durch. Der Machtwechsel verlief friedlich und bestätigt die stabile Demokratie des Landes. Herminie leitete früher die Suchtbehörde und hat der Drogenkriminalität den Kampf angesagt, was ihm auch Kritik einbrachte, weil die Abhängigkeitszahlen während seiner damaligen Amtszeit nicht sanken.

See, Wetter und Naturgefahren

Die Seychellen liegen außerhalb des klassischen Zyklongürtels, doch schwere Regenfälle, Erdrutsche und Überschwemmungen kommen in der Regenzeit von November bis März vor. Die größere Gefahr geht vom Meer aus: Strömungen an einzelnen Stränden sind stark, Rettungsschwimmer gibt es nur an wenigen Abschnitten, und jedes Jahr ertrinken Menschen an Stellen, die harmlos aussehen. Erkundige dich vor Ort nach Strömungsverhältnissen und schwimme nicht allein.

Auf See gilt weiterhin Vorsicht: Das Piraterierisiko im westlichen Indischen Ozean ist gegenüber den Hochphasen deutlich gesunken, aber nicht null. Für private Törns in Richtung der somalischen Küste bestehen klare Warnungen, und Charterfirmen halten sich an definierte Fahrgebiete.

Gesundheit und medizinische Versorgung

Malaria gibt es auf den Seychellen nicht. Relevanter sind durch Mücken übertragene Erkrankungen wie Dengue, die in Wellen auftreten, sowie Magen-Darm-Infekte. Empfohlen sind Hepatitis A, bei längeren Aufenthalten Hepatitis B und Typhus, je nach Exposition Tollwut. Ein Gelbfiebernachweis wird bei Einreise aus Endemiegebieten verlangt.

Die medizinische Grundversorgung ist solide. Das größte Krankenhaus steht in Victoria auf Mahé, Gesundheitszentren gibt es auf allen Hauptinseln. Fachärzte und moderne Diagnostik sind jedoch begrenzt, komplexe Eingriffe werden im Ausland durchgeführt, typischerweise auf Mauritius, in Südafrika, in Indien oder in Europa. Behandlungen für Ausländer sind in der Regel direkt zu bezahlen, weshalb eine Auslandskrankenversicherung mit Rücktransport zur Grundausstattung gehört. Bei den Distanzen zwischen den Inseln zählt außerdem, wie schnell ein Krankentransport per Boot oder Hubschrauber organisiert werden kann.

Notruf und Behörden

Im Notfall wählst du 999 oder 112, für den Rettungsdienst ist zusätzlich die 151 eingerichtet. Die Polizei ist auf den Hauptinseln präsent und patrouilliert in touristischen Zonen, die Reaktionszeiten sind nicht mit europäischen Maßstäben vergleichbar, aber im regionalen Vergleich gut. Amtssprachen sind Englisch, Französisch und Seychellenkreol, die Verständigung mit Behörden funktioniert auf Englisch problemlos.

Deutschland, Österreich und die Schweiz unterhalten keine Botschaft auf den Seychellen; zuständig sind Vertretungen in der Region, ergänzt um Honorarkonsulate vor Ort. Die Eintragung in die Krisenvorsorgeliste ELEFAND ist auch hier sinnvoll, schon wegen Naturereignissen und medizinischen Notfällen.

Wohnen, Kosten und Eigentum

Wohnraum ist knapp und teuer. Mieten liegen für einfache Verhältnisse spürbar über dem, was viele aus kleineren Städten in Deutschland, Österreich oder der Schweiz kennen, und ein großer Teil der Waren muss importiert werden. Lokale Produkte wie Fisch, Obst und Gemüse sind günstig, importierte Lebensmittel, Fahrzeuge und Technik sind es nicht. Nebenkosten für Strom und Wasser schwanken deutlich.

Der Erwerb von Immobilien durch Ausländer ist möglich, aber genehmigungspflichtig und mit zusätzlichen Gebühren verbunden. Kaufe nicht ohne anwaltliche Prüfung von Eigentumslage, Genehmigung und Nebenkosten. Für dauerhaften Aufenthalt sind Nachweise fester Einkünfte oder Investitionen üblich, Arbeitsgenehmigungen werden branchenabhängig erteilt. Verstöße gegen Visa- und Aufenthaltsauflagen werden konsequent geahndet, ebenso Drogendelikte, die mit Freiheitsstrafen belegt sind.

Alltag und Integration

Der Umgangston ist freundlich, das Tempo langsamer, und persönliche Beziehungen zählen mehr als Termine. Wer sich in Vereinen, Sportgruppen oder sozialen Projekten engagiert, findet schneller Anschluss als über die Touristenszene. Kreol zu lernen ist kein Muss, bringt aber Sympathie. Rechne damit, dass Dienstleistungen, Reparaturen und Behördenvorgänge länger dauern als gewohnt, weil Ersatzteile und Fachkräfte auf Inseln knapp sind.

Für Familien sind Schulwahl und Freizeitangebot begrenzt, für Ruheständler ist die Kombination aus Sicherheit, Klima und guter Grundversorgung dagegen attraktiv. Wer den Ruhestand im Ausland grundsätzlich prüft, findet weitere Länderanalysen bei Ruhestand im Ausland.

Unterwegs auf den Inseln

Auf den Seychellen herrscht Linksverkehr, die Straßen auf Mahé sind schmal, kurvig und teils steil, mit engen Kehren und wenig Platz für Gegenverkehr. Die häufigsten Unfälle betreffen Mietwagen von Neuankömmlingen, die Straßenbreite und Bremswege unterschätzen. Auf Praslin gilt Ähnliches, La Digue wird überwiegend mit dem Fahrrad erschlossen.

Zwischen den Hauptinseln verkehren Fähren und Inlandsflüge. Beides ist zuverlässig organisiert, kann aber bei Wetterlagen ausfallen, was bei Arzttermin, Flughafentransfer oder Behördengang eingeplant werden muss. Der öffentliche Busverkehr auf Mahé ist günstig und funktioniert, endet aber am frühen Abend. Wer abends unterwegs ist, braucht ein eigenes Fahrzeug oder ein Taxi, das vorbestellt wird.

Arbeiten, Geld und Preise

Der Arbeitsmarkt ist klein und wird durch Tourismus, Fischerei und Verwaltung dominiert. Arbeitsgenehmigungen für Ausländer werden erteilt, wenn keine einheimische Fachkraft verfügbar ist, was in einzelnen Branchen wie Gastronomie, Tauchen, Medizin oder IT leichter fällt als in anderen. Selbstständige und Ruheständler weisen üblicherweise feste Einkünfte oder Investitionen nach.

Bezahlt wird in Seychellen-Rupien, Kartenzahlung ist in Hotels, Supermärkten und größeren Restaurants üblich, in kleinen Läden und auf Märkten aber nicht. Halte kleine Beträge in bar bereit und hebe Geld möglichst an Automaten in belebten, beleuchteten Lagen ab. Importierte Waren, Fahrzeuge und Baumaterial sind teuer, was jede Kalkulation für Hausbau oder Renovierung deutlich nach oben treibt. Wer sein Vermögen ohnehin international ordnet, findet Grundlagen zu Strukturen außerhalb der EU bei Asset Protection Plus.

Allein unterwegs

Frauen bewegen sich auf den Seychellen im Vergleich zu vielen anderen Zielen entspannt. Belästigungen kommen vor, sind aber selten aggressiv. Die üblichen Regeln reichen aus: abgelegene Strände nach Einbruch der Dunkelheit meiden, Wanderungen auf markierten Wegen und nicht allein, Übernachtungen mit abschließbaren Fenstern. Die größte Gefahr auf den Inseln bleibt das Meer, nicht der Mensch.

Worauf es auf den Seychellen wirklich ankommt

Die Seychellen sind eines der wenigen Ziele in Afrika, bei denen Sicherheit kein Ausschlusskriterium ist. Dein Risikoprofil verschiebt sich hier von Gewalt zu Eigentum: gute Schlösser, verschlossene Fenster, nichts Wertvolles am Strand, keine offene Bargeldhaltung. Die zweite Baustelle ist die medizinische Absicherung inklusive Transport zwischen den Inseln und ins Ausland.

Der dritte Punkt ist finanziell: Hohe Lebenshaltungskosten und Genehmigungspflichten beim Immobilienerwerb machen eine saubere Vorabkalkulation nötig. Wenn du den Wohnsitz tatsächlich verlagerst, klär die steuerliche Seite vorher in einem Beratungsgespräch. Weitere Länderprofile dieser Reihe findest du unter Sicherheit im Ausland.