Ein Umzug nach Nepal mit Hund oder Katze ist gut machbar, verlangt aber Genauigkeit bei den Fristen und eine rechtzeitige Anmeldung beim Quarantänebüro in Kathmandu. Die Einreisebestimmungen für Haustiere sind nicht besonders streng, dafür ist die Abfertigung am Flughafen wenig automatisiert: Wer unangekündigt mit einem Tier landet, wartet lange und erlebt Überraschungen.
Erst der Mikrochip, dann die Tollwutimpfung
Dein Tier braucht einen Transponder nach ISO 11784 oder ISO 11785 mit fünfzehnstelliger Nummer. Dieser Chip muss vor der Tollwutimpfung gesetzt sein, sonst lässt sich die Impfung dem Tier nicht zuordnen und gilt als nicht erfolgt. Diese Reihenfolge ist der häufigste Fehler bei internationalen Tierumzügen, und er kostet immer mehrere Wochen.
Die Tollwutimpfung muss mindestens 30 Tage vor der Reise erfolgt und darf nicht älter als zwölf Monate sein. Jungtiere dürfen frühestens mit zwölf Wochen geimpft werden. Ergänzend erwarten die Kontrollen bei Hunden einen Schutz gegen Staupe, Hepatitis, Parvovirose und Leptospirose, bei Katzen gegen Panleukopenie, Rhinotracheitis und Calicivirose.
Zuständigkeit und Anmeldung
Für die Einfuhr lebender Tiere ist das Department of Livestock Services zuständig, die Abfertigung übernimmt das zentrale Tierquarantänebüro in Kathmandu. Für ein oder zwei begleitete Heimtiere ist in der Regel keine förmliche Einfuhrgenehmigung nötig, für drei und mehr Tiere sowie für gewerbliche Einfuhren dagegen schon. Melde die Ankunft deines Tieres mindestens 24 Stunden vor dem Flug beim Quarantänebüro an, damit ein Tierarzt zur Abfertigung bereitsteht. Ohne diese Anmeldung kann sich die Freigabe um Stunden verzögern.
Das internationale Gesundheitszeugnis stellt dein Tierarzt innerhalb von zehn Tagen vor der Ankunft aus, danach beglaubigt es das zuständige Veterinäramt in Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Nimm zusätzlich Kopien aller Impfnachweise mit, denn in Kathmandu werden Papiere gern mehrfach vorgelegt.
Ankunft in Kathmandu
Die Einreise auf dem Luftweg läuft über den Tribhuvan International Airport. Eine routinemäßige Quarantäne gibt es für korrekt dokumentierte Tiere nicht, der Quarantänetierarzt prüft Chip, Impfstatus und Zeugnis und gibt das Tier frei. Rechne trotzdem mit ein bis drei Stunden Abfertigung und plane keinen unmittelbaren Anschlussflug ins Landesinnere. Kommt dein Tier als Fracht, läuft die Abholung über das Frachtterminal und nicht über die Gepäckausgabe, und dort gelten eigene Öffnungszeiten. Ein lokaler Agent kostet zwar Geld, verkürzt den Vorgang aber häufig um Stunden und kennt die zuständigen Schalter.
Eine gesetzliche Rasseliste für die Einfuhr veröffentlicht Nepal nicht. Übernimm keine Listenhundregeln aus Großbritannien oder Deutschland, sie gelten hier nicht. Praktisch begrenzend sind eher die Fluggesellschaften, die kurznasige Rassen aus Gesundheitsgründen häufig nicht befördern, und die Kabinengrenzen der Airlines, die Kathmandu anfliegen.
Flug, Höhe und Transportbox
Direktverbindungen aus Europa gibt es nicht, die Routen laufen über Doha, Dubai, Istanbul oder Delhi. Jeder Umstieg bringt zusätzliche Anforderungen des Transitlandes mit sich, deshalb ist eine Verbindung mit nur einem Wechsel klar vorzuziehen. Lass dir schriftlich bestätigen, dass das Tier bis Kathmandu durchgecheckt wird.
Kathmandu liegt auf rund 1.400 Metern, was für gesunde Tiere unproblematisch ist. Anders sieht es aus, wenn du weiter in die Höhe willst: Trekkingregionen jenseits von 3.000 Metern sind für Hunde ohne Akklimatisierung riskant, und viele Nationalparks und Schutzgebiete lassen Hunde ohnehin nicht zu. Wer mit Hund in Nepal lebt, plant Ausflüge deshalb anders als ohne Tier.
- Chip und Tollwutimpfung: 60 bis 120 Euro
- Tollwut-Antikörpertest für die EU-Rückreise: 80 bis 140 Euro
- Amtstierärztliche Bescheinigung: 30 bis 90 Euro
- IATA-Transportbox: 60 bis 300 Euro
- Luftfracht für einen mittelgroßen Hund: 900 bis 2.200 Euro
- Abfertigung und Agent in Kathmandu: 100 bis 350 Euro
Andere Tierarten und die Ausreise aus Nepal
Frettchen gelten in der EU als Heimtiere mit denselben Anforderungen wie Hunde und Katzen. Für Vögel verlangt Nepal zusätzliche Nachweise zur Vogelgrippeüberwachung, und bei geschützten Arten kommt eine Genehmigung nach dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen dazu. Kleinsäuger sind unkompliziert, brauchen aber ein Gesundheitszeugnis und eine sichere Box.
Für die Ausreise stellt das Quarantänebüro ein eigenes Exportzeugnis aus. Plane dafür mindestens zwei Wochen ein, denn der Ablauf ist papierbasiert und die Öffnungszeiten sind begrenzt. Kombiniert mit dem Gültigkeitsfenster der EU-Bescheinigung von zehn Tagen wird der Terminplan eng, weshalb sich viele Rückkehrer vor Ort einen Agenten nehmen.
Checkliste für die letzten zwei Wochen
- Anmeldung beim Quarantänebüro in Kathmandu mindestens 24 Stunden vor Ankunft
- Gesundheitszeugnis amtlich beglaubigt, Ausstellungsdatum im Zehn-Tage-Fenster
- Impfnachweise mit eingetragener Chipnummer, zusätzlich als Scan
- Transportbox beschriftet, Wasserbehälter von außen befüllbar
- Route mit möglichst einem Umstieg, Durchcheckung schriftlich bestätigt
- Abholung am Flughafen organisiert, kein Anschlussflug am selben Tag
Rückreise in die EU: Nepal ist nicht gelistet
Seit dem 22. April 2026 gilt die Delegierte Verordnung (EU) 2026/131 für die Einreise von Heimtieren in die Union. Nepal steht nicht auf der Annex-II-Liste der gelisteten Drittländer, wie die Liste der gelisteten Drittländer der EU-Kommission zeigt. Für die Rückkehr brauchst du deshalb einen Tollwut-Antikörpertest mit mindestens 0,5 internationalen Einheiten pro Milliliter aus einem von der EU zugelassenen Labor, eine amtstierärztliche Veterinärbescheinigung und die Einreise über einen ausgewiesenen Reisenden-Eingangsort.
Lass die Blutprobe vor deiner Ausreise in Europa ziehen und im Heimtierausweis eintragen. Dann entfällt die sonst nötige Wartezeit von drei Monaten zwischen Probe und Wiedereinreise. In Nepal ein anerkanntes Labor zu finden und die Probe zu versenden, ist aufwendig und verzögert jede kurzfristige Rückreise erheblich.
Alltag mit Tier in Nepal
Nepal gehört zu den Ländern mit endemischer Tollwut, und die Weltorganisation für Tiergesundheit verweist auf die anhaltende Bedeutung von Impfprogrammen bei Hunden. Halte den Impfschutz deines Tieres lückenlos und meide den Kontakt zu Straßenhunden, die in Kathmandu in großer Zahl leben. Verbreitet sind außerdem Parasiten und Hautkrankheiten, weshalb eine ganzjährige Prophylaxe sinnvoll ist. Ein zweiter Punkt betrifft das Futter: Hochwertiges Trockenfutter ist importiert und entsprechend teuer, gängige Marken sind nicht durchgehend verfügbar. Wer sein Tier auf eine bestimmte Sorte eingestellt hat, sollte die Umstellung schon vor dem Umzug beginnen statt in der ersten Woche vor Ort.
Tierärztlich ist Kathmandu solide versorgt, es gibt mehrere Kleintierpraxen und Tierschutzorganisationen. Außerhalb des Tals wird es schnell dünn, spezialisierte Diagnostik ist kaum verfügbar. Bring Dauermedikamente mit und notiere die Wirkstoffe. Für Notfälle lohnt es sich, vor dem Umzug eine Klinik auszuwählen, die telefonisch erreichbar ist und Englisch spricht, und die Adresse auf Nepali notiert im Portemonnaie zu haben, weil Taxifahrer mit englischen Straßennamen wenig anfangen können. Die Luftqualität im Kathmandutal ist im Winter schlecht, was Tiere mit Atemwegsproblemen belastet. Landesinformationen liefert das Auswärtige Amt, und für die steuerliche Seite deines Wegzugs ist ein Beratungsgespräch zum Wegzug der schnellste Weg zu Klarheit.
Wohnen mit Tier in Kathmandu und Pokhara
Die Wohnungssuche ist der Punkt, an dem viele Umzüge unnötig teuer werden. In Kathmandu vermieten viele Eigentümer ganze Etagen oder Häuser, und Hundehaltung ist dort meist verhandelbar. In modernen Apartmentanlagen dagegen gibt es Hausordnungen, die Hunde ausschließen. Kläre die Tierhaltung schriftlich im Mietvertrag, mündliche Zusagen halten selten bis zum ersten Nachbarschaftskonflikt.
Pokhara gilt bei Auswanderern mit Hund als angenehmer, weil Grünflächen und Seeufer mehr Auslauf bieten und die Luft besser ist als im Kathmandutal. Dafür ist die tierärztliche Versorgung dünner. Wer ein älteres oder chronisch krankes Tier hat, ist in der Hauptstadt besser aufgehoben. Bedenke außerdem die Stromausfälle im Winter und die Hitze im Terai, wenn du dich für eine Region entscheidest.
Der realistische Zeitplan für Nepal
Chip und Impfung sofort, 30 Tage Wartezeit, Titertest noch in Europa, Gesundheitszeugnis im Zehn-Tage-Fenster, Anmeldung beim Quarantänebüro spätestens einen Tag vor Abflug: In dieser Reihenfolge ist Nepal ein unkompliziertes Ziel. Rechne mit zwei bis drei Monaten Vorlauf und vermeide die Monsunmonate Juni bis September, weil Verspätungen und umgeleitete Flüge dann für Tiere in Frachträumen besonders unangenehm werden.






