Wer seine Haustiere nach Israel mitnehmen will, scheitert fast nie an der Gesundheit des Tieres, sondern an einer Frist. Israel verlangt einen Tollwut-Antikörpertest und dazu einen Mindestabstand zwischen Blutentnahme und Einreise, der drei Monate beträgt. Wer das übersieht, kann alle anderen Papiere perfekt beisammen haben und trotzdem nicht fliegen.

Die zweite Hürde ist die Rasse. Israel führt anders als viele Nachbarländer eine echte, gesetzlich verankerte Liste gefährlicher Hunde, und diese Tiere dürfen ohne Sondergenehmigung nicht ins Land. Dieser Leitfaden zeigt dir die richtige Reihenfolge, die tatsächlich geltenden Fristen und die Stellen, mit denen du wirklich zu tun hast.

Die Reihenfolge entscheidet: Chip, Impfung, Blutprobe

Zuständig ist die Veterinärverwaltung im israelischen Landwirtschaftsministerium, die Israeli Veterinary Services and Animal Health. Sie prüft die Unterlagen, sie erteilt Sondergenehmigungen, und ihre Tierärztinnen und Tierärzte stehen bei der Ankunft am Flughafen Ben Gurion in Tel Aviv.

Zuerst kommt der Mikrochip nach ISO 11784 beziehungsweise 11785, erst danach die Tollwutimpfung. Diese Reihenfolge ist kein Formalismus: Wird ein Tier vor dem Chippen geimpft, lässt sich die Impfung keinem eindeutig identifizierbaren Tier zuordnen, und sie wird für Einfuhrzwecke nicht gewertet. Du müsstest neu impfen und alle daran hängenden Fristen neu starten.

Die Tollwutimpfung muss bei der Einreise mindestens 30 Tage zurückliegen und darf nicht älter als ein Jahr sein. Mehrjahresimpfstoffe helfen dir hier wenig, weil der Nachweis in der Praxis am Jahresrhythmus gemessen wird. Viele Halter lassen deshalb kurz vor dem Umzug bewusst nachimpfen und bauen die restliche Zeitachse darauf auf.

Titertest und die 90-Tage-Frist

Die Blutprobe für den Tollwut-Antikörpertest darf frühestens 30 Tage nach der Impfung entnommen werden. Ausgewertet wird sie in einem zugelassenen Labor, und der Wert muss mindestens 0,5 IU/ml erreichen. Danach beginnt die eigentliche Wartezeit: Zwischen dem Tag der Blutentnahme und der Ankunft in Israel müssen mindestens 90 Tage liegen.

Rechne rückwärts. Impfung, 30 Tage warten, Blutentnahme, Laborlaufzeit von zwei bis vier Wochen, dann noch einmal drei Monate. Realistisch brauchst du gut fünf Monate Vorlauf, bevor dein Hund oder deine Katze das Flugzeug besteigen darf. Genau daran scheitern kurzfristige Umzüge.

Papiere, Voranmeldung und die Ankunft am Ben Gurion

Neben Chipnachweis, Impfeintrag und Laborbefund brauchst du ein amtstierärztliches Gesundheitszeugnis. Es wird kurz vor dem Abflug ausgestellt und darf bei der Einreise nicht älter als zehn Tage sein. Der Termin beim zuständigen Veterinäramt in Deutschland, Österreich oder der Schweiz ist damit der eigentliche Engpass in der letzten Woche.

Dazu kommt eine Eigentumserklärung: Du bestätigst, dass das Tier sich seit mindestens 90 Tagen in deinem Besitz befindet und nicht zum Verkauf bestimmt ist. Pro Person sind höchstens zwei Tiere als Begleittiere zugelassen. Wer mehr mitbringen will, braucht eine gesonderte Einfuhrgenehmigung der Veterinärverwaltung, und dann rutscht die Sendung schnell in den gewerblichen Bereich mit ganz anderen Anforderungen.

Ein Punkt wird regelmäßig vergessen: Die vollständigen Unterlagen müssen dem Veterinärdienst am Flughafen Ben Gurion spätestens zwei Werktage vor Ankunft per E-Mail vorliegen. Ohne diese Vormeldung steht dein Tier im Zweifel so lange in der Abfertigung, bis jemand die Papiere prüfen kann, und diese Wartezeit bezahlst du. Junge Tiere müssen bei der Einreise zudem mindestens vier Monate alt sein, was sich aus den Impf- und Wartefristen ohnehin ergibt.

Sind alle Nachweise vollständig, gibt es keine Regelquarantäne. Fehlt etwas, entscheidet die Behörde vor Ort über Rückführung oder Verwahrung auf deine Kosten.

Acht Hunderassen bleiben draußen

Israel stuft in seiner Regelung zu gefährlichen Hunden acht Rassen als gefährlich ein und lässt sie nicht zur Einfuhr zu: American Staffordshire Terrier, Bullterrier, Dogo Argentino, Japanischer Tosa, Staffordshire Bullterrier, Pitbull Terrier, Fila Brasileiro und Rottweiler. Kreuzungen und Hunde mit vergleichbarem Erscheinungsbild fallen unter dieselbe Regel, und die Einordnung trifft die Behörde, nicht der Papierstammbaum. Ausnahmen sind nur über einen Antrag beim Leiter der Veterinärverwaltung denkbar.

Für Katzen gibt es keine vergleichbare Liste. Bei Vögeln, Nagern und Reptilien greifen dagegen eigene Vorschriften bis hin zum Artenschutzrecht, und dort ist eine Einzelfallauskunft der Veterinärverwaltung vor jeder Buchung Pflicht.

Flug, Box und realistische Kosten

Kleine Hunde und Katzen dürfen bei mehreren europäischen Linien in die Kabine, wenn Tier und weiche Tasche zusammen etwa acht Kilogramm nicht überschreiten. Alles darüber reist im klimatisierten Frachtraum oder als reine Luftfracht. Für den Frachtraum brauchst du eine Box nach den IATA-Vorgaben für lebende Tiere: stabil, verschraubte Tür, Belüftung an mindestens drei Seiten, Näpfe von außen befüllbar, und das Tier muss aufrecht stehen und sich drehen können.

Kurznasige Rassen wie Mops, Französische Bulldogge oder Perserkatze werden im Frachtraum von vielen Airlines abgelehnt. Zusätzlich gelten Temperaturgrenzen, die im israelischen Sommer relevant werden: Nachtflüge und frühe Ankünfte sind deutlich verlässlicher als Mittagsverbindungen.

  • Mikrochip: rund 30 bis 60 Euro
  • Tollwutimpfung mit Eintrag: etwa 30 bis 50 Euro
  • Tollwut-Antikörpertest inklusive Blutentnahme und Versand: 80 bis 150 Euro
  • Amtstierärztliches Gesundheitszeugnis: rund 30 bis 100 Euro
  • IATA-Transportbox je nach Größe: 80 bis 300 Euro
  • Kabinenmitnahme bei europäischen Airlines: ab etwa 60 Euro pro Strecke
  • Luftfracht für einen mittelgroßen Hund nach Tel Aviv: meist 700 bis 2.000 Euro
  • Komplettabwicklung über eine spezialisierte Tierspedition: 1.500 bis 3.500 Euro

Das sind Erfahrungswerte, keine Tarife. Verbindlich wird der Preis erst mit Boxmaß, Gewicht und Strecke. Der wirksamste Hebel ist die Boxgröße, denn bei Luftfracht zählt in der Regel das Volumengewicht.

Der Rückweg in die EU

Israel steht nicht auf der EU-Liste der Drittländer, aus denen Heimtiere ohne Tollwut-Antikörpertest einreisen dürfen. Seit dem 22. April 2026 gilt für die Rückkehr die Delegierte Verordnung (EU) 2026/131; die Kommission fasst die Anforderungen unter Bringing a pet into the EU from a non-EU country zusammen, und der deutsche Zoll erklärt die Praxis unter Regelungen für Heimtiere.

Hier zahlt sich die israelische Einfuhrregel aus: Weil du den Titertest ohnehin brauchst, lass die Blutentnahme in Europa machen und den Befund in den EU-Heimtierausweis eintragen. Dann entfällt für den Rückweg die sonst übliche dreimonatige Wartezeit. Wird der Test erst in Israel gemacht, sitzt dein Tier nach der Blutentnahme drei Monate fest, bevor es in die EU darf.

Für Hunde kommt eine zweite Hürde dazu, die mit Tollwut nichts zu tun hat: Nach dem deutschen Hundeverbringungs- und -einfuhrbeschränkungsgesetz dürfen Pitbull-Terrier, American Staffordshire-Terrier, Staffordshire-Bullterrier, Bullterrier und deren Kreuzungen nicht nach Deutschland verbracht werden. Die israelische und die deutsche Liste überschneiden sich also deutlich.

Alltag mit Hund und Katze in Israel

Tel Aviv gilt als eine der hundefreundlichsten Städte der Region, mit vielen eingezäunten Auslaufflächen und einer dichten Versorgung durch Kleintierpraxen und Notdienste. In Jerusalem und in kleineren Orten ist das Bild gemischter, und in stark religiös geprägten Vierteln sind Hunde im öffentlichen Raum weniger selbstverständlich.

Jeder Hund muss vor Ort bei der Gemeinde registriert und jährlich gegen Tollwut nachgeimpft werden, dazu kommt eine kommunale Hundeabgabe. Kastrierte Tiere zahlen in vielen Gemeinden deutlich weniger. Gesundheitlich sind Hitze, Sandflöhe, Zecken und Leishmaniose die Themen, die dich betreffen; eine ganzjährige Prophylaxe ist Standard und kein Luxus.

Wie sich der Tiertransport in den restlichen Umzug einfügt, ordnet unsere Kanzlei St Matthew im Beitrag zum internationalen Umzug mit Zoll, Steuern und Transport ein. Zur Lage vor Ort lohnt vor der Buchung ein Blick in unseren Überblick zur Sicherheit in Israel sowie in die aktuellen Hinweise des Auswärtigen Amts zu Israel. Weil Tierarztkosten im Ernstfall schnell steigen, lohnt außerdem ein individuelles Versicherungsangebot.

Dein Fahrplan für Ben Gurion

Setz dir fünf feste Termine: sechs Monate vorher Chip prüfen und Tollwutimpfung auffrischen, einen Monat später die Blutprobe entnehmen lassen, nach dem Laborbefund die 90 Tage abzählen und erst dann den Flug fixieren, zehn Tage vor Abflug das amtliche Gesundheitszeugnis holen, drei Tage vorher die Unterlagen an den Veterinärdienst am Flughafen senden. Wer diese Kette hält, hat den schwierigen Teil erledigt.

Der Umzug hat eine zweite Ebene, die zeitgleich läuft: Wohnsitz, Wegzugsbesteuerung und der israelische Status als New Resident greifen ineinander. Wenn du das sauber aufsetzen willst, kannst du ein Beratungsgespräch zu Israel buchen und beides in einem Zug klären.

Kommst Du aus Österreich oder der Schweiz? In Österreich gilt schon der Wegzug als Veräußerung Deines Kapitalvermögens samt Derivaten und Kryptowährungen (§ 27 Abs. 6 Z 1 EStG, für Kryptowährungen über § 27b Abs. 3). Bei einem Ziel in der EU oder im EWR wird die Steuer auf Antrag erst bei der tatsächlichen Veräußerung eingehoben, außerhalb davon sieht das Gesetz weder Nichtfestsetzung noch Ratenzahlung vor (§ 6 Z 6 lit. c EStG). In der Schweiz sind Kapitalgewinne auf beweglichem Privatvermögen steuerfrei (Art. 16 Abs. 3 DBG); abgerechnet wird nur über Geschäftsvermögen, dessen Überführung in einen ausländischen Betrieb der Veräußerung gleichsteht (Art. 18 Abs. 2 DBG).