Wer mit Hund oder Katze auf die Philippinen zieht, hat es mit einer klar geregelten, aber formalen Behördenkette zu tun. Zuständig ist das Bureau of Animal Industry, kurz BAI, unter dem Landwirtschaftsministerium. Das Auswärtige Amt bringt es in seinen Reise- und Sicherheitshinweisen für die Philippinen auf den Punkt: Für die Einfuhr von Tieren muss vorab beim Bureau of Animal Industry eine Erlaubnis eingeholt werden, die mit zwei- bis dreimonatiger Gültigkeit ausgestellt wird.
Das SPSIC ist der Dreh- und Angelpunkt
Die Erlaubnis heißt offiziell Sanitary and Phytosanitary Import Clearance, kurz SPSIC, und beantragt wird sie online beim Bureau of Animal Industry. Ohne diese Freigabe kommt kein Tier durch die Ankunftskontrolle. Das SPSIC ist 60 Tage gültig, dein Flug muss also in dieses Fenster fallen.
Zum Antrag gehören der Impfnachweis, die Bestätigung der Entwurmung und der Behandlung gegen äußere Parasiten, der Mikrochipnachweis, ein Foto des Tieres sowie der Heimtierausweis, sofern vorhanden. Die Behörde beschreibt die Anforderungen in ihrem Bereich International Movements (Import) Pet im Detail.
Die philippinischen Vorgaben arbeiten mit Mindestabständen vor der Antragstellung, nicht vor dem Abflug. Das wird oft verwechselt. Die Tollwutimpfung muss mindestens 14 Tage vor der SPSIC-Antragstellung erfolgt sein und darf nicht älter als ein Jahr sein. Dasselbe gilt für die Kombinationsimpfungen, bei Hunden gegen Staupe, Hepatitis, Leptospirose und Parvovirose, bei Katzen gegen Panleukopenie und die Katzenschnupfen-Erreger.
Für Welpen und Kätzchen gilt ein Mindestalter: Die Tollwutimpfung ist ab einem Alter von 84 Tagen zulässig, und zum Zeitpunkt der SPSIC-Antragstellung muss das Tier mindestens 120 Tage alt sein. Trächtige Tiere dürfen nicht eingeführt werden, und je Einfuhrvorgang sind höchstens drei Tiere zulässig. Der Mikrochip nach ISO 11784/11785 muss vor den Impfungen gesetzt worden sein.
Ankunft, Quarantäne und Gebühren
Am Flughafen legst du dem Veterinärbeamten des BAI das genehmigte SPSIC und das internationale amtstierärztliche Gesundheitszeugnis vor. Dieses Zeugnis sollte innerhalb der letzten 30 Tage vor Ankunft ausgestellt sein. Der Beamte liest den Chip aus, gleicht die Nummer mit allen Papieren ab und untersucht das Tier.
Formal sieht das Regelwerk eine Quarantäne von 30 Tagen vor. In der Praxis wird sie bei vollständigen Papieren und gesundem Tier auf eine Heimüberwachung reduziert oder ganz erlassen. Fehlen Unterlagen, stimmen Impfabstände nicht oder wirkt das Tier krank, wird die Quarantäne in einer amtlich zugelassenen Einrichtung angeordnet, und die Kosten trägst du.
Die Behördengebühren sind niedrig. Für das SPSIC fallen 100 Peso an, für die Anmeldung 55 Peso und für die Inspektion 250 Peso je Tier für die ersten beiden Tiere, danach 300 Peso. Der eigentliche Kostenblock ist der Flug.
Rechne bei den Gesamtkosten in drei Blöcken. Erstens die tierärztliche Vorbereitung mit Chip, Impfungen, Entwurmung, Titertest für den späteren Rückweg und amtstierärztlicher Beglaubigung. Zweitens der Transport mit IATA-Box, Airline-Gebühr und gegebenenfalls einer Tierspedition. Drittens die genannten Behördengebühren in Manila. Für einen mittelgroßen Hund im Frachtraum landest du inklusive Vorbereitung realistisch im vierstelligen Bereich, für eine Katze in der Kabine deutlich darunter.
Die häufigsten Fehler
- Der Mikrochip wird nach den Impfungen gesetzt, damit sind die Impfnachweise nicht zuordenbar.
- Die 14 Tage werden auf den Abflug statt auf die SPSIC-Antragstellung gerechnet.
- Das Tier ist bei Antragstellung noch keine 120 Tage alt.
- Das SPSIC wird zu früh beantragt und ist am Flugtag bereits abgelaufen.
- Es sollen mehr als drei Tiere in einem Vorgang eingeführt werden.
Beantrage das SPSIC deshalb erst, wenn Flugdatum, Impfabstände und Mindestalter zusammenpassen. Die Einreise läuft über die großen internationalen Flughäfen, an denen ein Veterinary Quarantine Officer des BAI stationiert ist.
Rassen: kein Import-Rasseverbot
Die Philippinen führen keine Liste von Hunderassen, die nicht eingeführt werden dürfen. Wer in älteren Texten eine Aufzählung von Pitbull, Tosa Inu oder Dogo Argentino für die Philippinen liest, sieht eine falsch übertragene britische Liste. Maßgeblich sind Alter, Impfstatus, Trächtigkeit und Papiere.
Relevanter ist die Tollwutlage. Die Philippinen führen seit Jahren ein nationales Tollwutbekämpfungsprogramm, Streunerhunde sind aber verbreitet. Halte den Impfschutz deines Tieres lückenlos aufrecht und meide Kontakt zu freilaufenden Hunden, gerade in ländlichen Provinzen.
Flug, Box und andere Tierarten
Kleine Hunde und Katzen bis etwa acht Kilogramm inklusive Box dürfen bei vielen europäischen Airlines in die Kabine, alles darüber reist als Übergepäck oder Luftfracht. Die Box muss IATA-konform sein, das Tier muss darin stehen, sich drehen und ausgestreckt liegen können. Kurznasige Rassen werden von mehreren Fluggesellschaften nicht mehr im Frachtraum befördert, das gehört vor die Ticketbuchung.
Die Verbindungen aus dem deutschsprachigen Raum laufen fast alle über einen Umstieg am Golf oder in Ostasien. Jeder Umstieg bedeutet Standzeit, Hitze auf dem Vorfeld und einen zweiten Handling-Vorgang. Wähle die Route mit der kürzesten Bodenzeit, auch wenn sie teurer ist, und meide Ankünfte in der Mittagshitze.
Bei Vögeln, Reptilien und Kleinsäugern kommt das Artenschutzrecht dazu. Die Philippinen sind Vertragsstaat des Washingtoner Artenschutzübereinkommens, für geschützte Arten brauchst du Ausfuhr- und Einfuhrdokumente beider Länder. Ohne CITES-Papiere droht die Beschlagnahme. Für nichtkommerzielle Verbringungen aus der EU gilt zudem die Obergrenze von fünf Heimtieren je Person.
Zurück in die EU
Seit dem 22. April 2026 regelt die Delegierte Verordnung (EU) 2026/131 private Heimtierreisen in die Union. Die Philippinen stehen nicht auf der Anhang-II-Liste der Durchführungsverordnung (EU) 2026/636 und sind damit kein von der Titerpflicht befreites Gebiet. Für die Rückkehr braucht dein Tier einen Tollwutantikörpertest mit mindestens 0,5 IU/ml aus einem zugelassenen Labor.
Die Blutprobe darf frühestens 30 Tage nach der Impfung entnommen werden, und zwischen Probenahme und Ausstellung der Tiergesundheitsbescheinigung müssen mindestens 90 Tage liegen. Für die Einreise nach Deutschland ist zusätzlich das Verbringungsverbot für bestimmte Hunderassen zu beachten, das unabhängig vom Zielland gilt. Lass den Titertest vor der Ausreise in Europa machen und halte die Tollwutimpfung danach lückenlos aufrecht, dann bleibt das Ergebnis nutzbar und du verlierst im Ernstfall keine drei Monate.
Wohnen, Alltag und Klima
Die Philippinen sind ganzjährig tropisch, mit Taifunsaison etwa von Juni bis November. Für Hunde bedeutet das Spaziergänge am frühen Morgen und späten Abend, ganzjährigen Schutz vor Zecken, Flöhen und Herzwurm sowie eine ehrliche Vorabprüfung bei dickfelligen Rassen. Wer über Standortwahl und Immobilien nachdenkt, findet dazu Grundlagen im Leitfaden zum Immobilienkauf auf den Philippinen.
Tierärztlich sind Metro Manila, Cebu und Davao gut versorgt, mit privaten Kleintierkliniken samt Labor und Bildgebung. In kleineren Provinzstädten wird das Angebot dünner. Bei der Wohnungssuche ist Tierhaltung Verhandlungssache: In Condominiums gelten oft Größen- oder Stückzahlgrenzen, in Subdivisions entscheidet die Hausverwaltung. Lass die Erlaubnis schriftlich in den Mietvertrag schreiben. Für die Frage, wie sich Aufenthalt, Grundbesitz und Standort verbinden lassen, hilft ebenfalls der Leitfaden zum Immobilienkauf auf den Philippinen.
Für Ruheständler ist der Aufenthaltsstatus eng mit der Standortwahl verknüpft, weil das SRRV-Programm eigene Nachweise verlangt und die Wohnsitzfrage mitprägt. Die Rahmenbedingungen sind bei Ruhestand im Ausland zusammengefasst. Für die praktische Abwicklung vor Ort, von der Wohnsitzanmeldung bis zur Auswahl der Region, ist MyDavaoBase die passende Anlaufstelle im Verbund.
Dein nächster Schritt mit dem SPSIC
Die Reihenfolge lautet: Chip setzen, impfen, 14 Tage warten, SPSIC beantragen, Flug in das 60-Tage-Fenster legen, amtstierärztliches Zeugnis innerhalb von 30 Tagen vor Ankunft ausstellen lassen. Wer den Rückweg mitdenkt, schiebt den Titertest ganz nach vorn.
Der Tierumzug ist dabei nur ein Baustein. Visum, Wohnsitzverlagerung und die steuerliche Abmeldung in Deutschland, Österreich oder der Schweiz hängen zusammen und sollten in einem Zug geplant werden. Wenn du das sauber aufsetzen willst, klärst du es am besten in einem Beratungsgespräch zum Umzug auf die Philippinen, bevor Flüge und Fristen feststehen.







