Wenn du mit Hund oder Katze in die USA ziehst, entscheidet nicht der Flug über den Erfolg, sondern ein Formular und ein Chip. Seit der Neuregelung der US-Seuchenschutzbehörde CDC vom 1. August 2024 gilt für jeden einreisenden Hund derselbe Grundsatz, unabhängig davon, ob du aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz kommst. Wer die Reihenfolge der Schritte verwechselt, wird schon am Gate abgewiesen und nicht erst in Amerika.
Die vier Grundbedingungen der CDC für Hunde
Die Centers for Disease Control and Prevention regeln die Hundeeinfuhr, das Landwirtschaftsministerium USDA APHIS die übrigen Tierarten, und die Grenzbehörde CBP kontrolliert am Flughafen. Für Hunde gelten seit 2024 und weiterhin 2026 vier Bedingungen ohne Ausnahme.
- Mindestalter sechs Monate am Tag der Ankunft. Welpen sind ausgeschlossen, auch wenn sie vollständig geimpft sind.
- Ein Mikrochip nach ISO 11784 oder 11785, der mit einem gängigen Lesegerät erfassbar ist. Der Chip muss vor jeder Tollwutimpfung gesetzt worden sein, sonst gilt die Impfung als nicht zuordenbar.
- Das Tier muss bei Ankunft gesund wirken. Ein sichtbar krankes Tier kann auf Kosten des Halters untersucht oder zurückgewiesen werden.
- Eine ausgefüllte CDC Dog Import Form mit ausgedruckter oder digitaler Quittung. Ohne diese Quittung nimmt dich die Airline nicht mit.
Die Quittung wird online erzeugt und hängt am eingegebenen Reiseweg. Für Hunde, die in den letzten sechs Monaten ausschließlich in Ländern ohne hohes Hundetollwutrisiko waren, gilt sie sechs Monate lang und erlaubt mehrere Einreisen aus demselben Land. Bei Hunden unter einem Jahr verlangt die Behörde zusätzlich ein Foto, das höchstens 15 Tage vor der Reise entstanden ist.
Die CDC führt eine Liste von Ländern mit hohem Risiko für Hundetollwut. Der deutschsprachige Raum steht nicht darauf. Kommt dein Hund aus einem dieser Länder und war er in den letzten sechs Monaten nirgendwo anders, ist die Quittung des Formulars das einzige zusätzliche CDC-Dokument. Eine ausländische Tollwutbescheinigung verlangt die CDC in diesem Fall nicht, was viele Halter überrascht, weil fast jeder andere Zielstaat sie fordert.
Die gefährlichste Falle liegt in der Reisehistorie. Ein Aufenthalt oder auch nur ein längerer Zwischenstopp in einem Hochrisikoland innerhalb der letzten sechs Monate stuft deinen Hund automatisch als Hochrisiko-Import ein, selbst wenn er aus München abfliegt. Dann greifen Titertest, Voranmeldung und Einreise nur über bestimmte Flughäfen. Plane deinen Umzug deshalb ohne Umwege über Afrika, Asien oder Lateinamerika.
Katzen und andere Tierarten
Für Katzen fordert die CDC weder eine Tollwutimpfung noch ein Importformular. Die Katze muss bei Ankunft gesund erscheinen, mehr verlangt der Bund nicht. Praktisch brauchst du trotzdem einen Impfschutz: Viele Bundesstaaten schreiben die Tollwutimpfung für gehaltene Katzen vor, Airlines verlangen ein Gesundheitszeugnis, und ohne Impfnachweis bekommst du vor Ort weder einen Tierarzttermin noch eine Wohnungszusage.
Bei Vögeln und exotischen Arten wird es deutlich enger. Vögel müssen in eine vom USDA zugelassene Quarantänestation, geschützte Arten brauchen zusätzlich Papiere nach dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES, und einzelne Bundesstaaten verbieten Arten, die auf Bundesebene erlaubt wären. Kläre das vor dem Umzug, nicht danach.
Der Zeitplan aus Deutschland, Österreich und der Schweiz
Rechne mit drei Monaten Vorlauf, auch wenn die reine CDC-Liste kurz ist. Der Engpass sind Flugplätze für Tiere und Termine beim Amtstierarzt, nicht die Impfungen.
- Drei Monate vorher: Mikrochip prüfen und Lesbarkeit testen lassen, Tollwutimpfung auffrischen, Flug mit Tierplatz reservieren, Transportbox nach den IATA Live Animals Regulations besorgen.
- Zwei Monate vorher: Box zu Hause aufstellen, in der Box füttern, die Aufenthaltszeit tageweise steigern. Vier Wochen sind das Minimum für eine ruhige Gewöhnung.
- Vier Wochen vorher: Termin für das Gesundheitszeugnis vereinbaren. In Deutschland stellt es der Haustierarzt aus und das Veterinäramt beglaubigt es, in Österreich läuft es über die Bezirksverwaltungsbehörde, in der Schweiz über den kantonalen Veterinärdienst.
- Zehn Tage vorher: Abschlussuntersuchung, Parasitenbehandlung dokumentieren lassen, CDC Dog Import Form ausfüllen und Quittung sichern.
Schweizer Halter finden die Ausfuhrschritte und die zuständigen Stellen kompakt auf der BLV-Seite zu Reisen mit Hunden, Katzen und Frettchen. Der Weg unterscheidet sich vom EU-Verfahren, das Ergebnis für die USA ist dasselbe.
Flug, Box und realistische Kosten
Kleine Hunde und Katzen bis rund acht Kilogramm inklusive Tasche dürfen bei Lufthansa, Swiss und Austrian in der Kabine reisen, größere Tiere gehen in den klimatisierten Frachtraum. Lufthansa Cargo betreibt in Frankfurt die Animal Lounge, in der Tiere zwischen Zubringer und Langstrecke betreut werden. Kurznasige Rassen wie Mops, Bulldogge oder Perserkatze schließen viele Airlines vom Frachttransport aus, weil das Risiko von Atemnot zu hoch ist. Lass dir das schriftlich bestätigen, bevor du einen Flug buchst.
Bei der Kalkulation solltest du nicht nur an den Flugpreis denken. Realistisch sind 30 bis 60 Euro für den Chip, 30 bis 50 Euro für die Tollwutimpfung, 50 bis 150 Euro für Gesundheitszeugnis und amtliche Beglaubigung sowie 80 bis 400 Euro für eine ordentliche IATA-Box. Der Transatlantikflug im Frachtraum liegt je nach Gewicht meist zwischen 800 und 2.500 Euro. Ein Komplettservice einer Tierspedition mit Abholung, Papierprüfung und Zollabwicklung kostet erfahrungsgemäß 1.500 bis 4.000 Euro.
Die Rückreise in die EU mitdenken
Wer in die USA zieht, kommt oft wieder. Seit dem 22. April 2026 gilt für die Einreise von Heimtieren in die EU die Delegierte Verordnung (EU) 2026/131, die die alte Verordnung 576/2013 abgelöst hat. Die gute Nachricht: Die USA stehen in Anhang II der Durchführungsverordnung (EU) 2026/636, damit entfällt der Tollwut-Antikörpertest bei der Rückkehr. Du brauchst Mikrochip, gültige Tollwutimpfung, ein Tiergesundheitszeugnis eines amtlichen Tierarztes, das ab Ausstellung zehn Tage bis zur Grenzkontrolle gilt, sowie eine schriftliche Erklärung, dass die Reise nicht kommerziell ist. Welche Staaten aktuell auf der Liste stehen, zeigt die Länderliste der EU-Kommission.
Ein Detail spart im Zweifel Monate: Die Einreise muss über eine offiziell benannte Reisendeneingangsstelle laufen, an der Dokumenten- und Identitätskontrolle stattfinden. Die deutschen Vorgaben dazu fasst der Regelungen für Heimtiere des deutschen Zolls zusammen. Falls du später aus einem nicht gelisteten Land weiterziehst, lass den Titertest in Europa machen, bevor das Tier die EU verlässt. Ist er im Heimtierausweis dokumentiert, entfällt bei der Rückkehr die Wartezeit von 90 Tagen.
Was in der Transportbox erlaubt ist
Die Box muss so bemessen sein, dass dein Tier aufrecht stehen, sich drehen und ausgestreckt liegen kann, ohne die Wände zu berühren. Vorgeschrieben sind eine auslaufsichere Bodenwanne, Belüftung an mindestens drei Seiten, eine sichere Verriegelung ohne Vorhängeschloss und von außen befüllbare Wasserspender. Beschrifte sie mit Live-Animal-Aufklebern und deinen Kontaktdaten. Halsband und Leine gehören nicht in die Box, weil sie zur Strangulationsfalle werden können. Beruhigungsmittel sind im Frachtraum in aller Regel ausgeschlossen, da sie Kreislauf und Temperaturregulation stören.
Alltag mit Tier in den USA
Nach der Ankunft folgt die zweite Bürokratierunde, diesmal lokal. Hundelizenzen vergeben Countys und Städte, nicht der Bund. Die Gebühren liegen meist bei 10 bis 50 US-Dollar pro Jahr und setzen einen Tollwutnachweis voraus, kastrierte Tiere zahlen häufig weniger. Die Tollwutimpfung ist in allen Bundesstaaten Pflicht und wird je nach Impfstoff jährlich oder alle drei Jahre aufgefrischt.
Tierarztkosten liegen deutlich über europäischem Niveau. Eine Routineuntersuchung kostet 50 bis 100 US-Dollar, ein Notfall schnell mehrere tausend. Eine Tierkrankenversicherung ab etwa 30 US-Dollar im Monat ist deshalb verbreitet. Denk außerdem an regionale Risiken: Herzwurmprophylaxe ist im Süden praktisch Standard, und in vielen Regionen kommen Zecken mit Erregern vor, die es in Mitteleuropa so nicht gibt. Bei Mietwohnungen sind Haustierkautionen und Gewichtsgrenzen üblich, Zusagen solltest du dir immer schriftlich geben lassen.
Wenn du den Umzug ohnehin planst, kläre die steuerliche Seite parallel. Die Regeln zur Wegzugsbesteuerung und zur unbeschränkten US-Steuerpflicht wirken sich stärker auf deine Finanzen aus als jede Transportrechnung. Ein Beratungsgespräch zum Umzug in die USA klärt deinen Fall in einer Stunde. Für die Kontofrage vor Ort hilft ein Blick auf FreedomBanking Plus, wenn dein europäisches Konto weiterlaufen soll.
Dein Fahrplan für die Einreise mit Hund und Katze
Die USA sind für Tiere aus dem deutschsprachigen Raum eines der unkomplizierteren Ziele, solange du drei Dinge sauber hältst: Chip vor Impfung, Hund mindestens sechs Monate alt, Formularquittung in der Hand. Alles andere ist Logistik. Buche zuerst den Tierplatz im Flug und danach deinen eigenen, denn Frachtkapazität für Tiere ist knapper als Sitzplätze. Und lass dir vom Zielflughafen bestätigen, dass er Lebendtiere annimmt, bevor du die Route festlegst.








