Peru gehört zu den entspannteren Zielen, wenn du mit Hund oder Katze auswanderst. Es gibt keine Quarantäne für Hunde und Katzen, die die Einfuhrbedingungen erfüllen. Dafür prüft der Servicio Nacional de Sanidad Agraria, kurz SENASA, die Papiere gründlich und untersucht das Tier bei der Ankunft klinisch. Wer die Fristen kennt, kommt ohne Zwischenfall durch.
Die Impfvorgaben von SENASA
Für Hunde verlangt SENASA gültige Impfungen gegen Tollwut, Parvovirose, Staupe, Hepatitis und Leptospirose. Bei Katzen sind es Tollwut und die Katzenseuche, also Panleukopenie. Die Tollwutimpfung ist bei beiden Arten ab einem Alter von drei Monaten verpflichtend. Achte darauf, dass alle Impfungen zum Reisedatum gültig sind und nicht während der Reise ablaufen.
Hinzu kommt die Entwurmung: Innere und äußere Parasitenbehandlung müssen innerhalb der letzten 15 Tage vor der Reise erfolgt sein und im Zeugnis dokumentiert werden. Diese Frist ist der häufigste Stolperstein, weil sie kurz ist und sich mit dem Termin für das Gesundheitszeugnis überschneidet. Lege beide Termine deshalb bewusst zusammen.
Die Übersicht der Behörde findest du in der Kampagne Viaja con tu mascota des SENASA. Ergänzende Erläuterungen veröffentlicht SENASA im Beitrag Conoce los requisitos para la salida e ingreso de mascotas al país.
Die Dokumente im Einzelnen
Dein Tier reist mit einem amtstierärztlichen Gesundheitszeugnis, das den klinisch gesunden Zustand, die Impfungen und die Entwurmung ausweist, sowie mit dem vollständigen Impfnachweis. Aus Deutschland und Österreich kommt der EU-Heimtierausweis hinzu, in der Schweiz die Unterlagen des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen. Die Papiere müssen von einem amtlichen Tierarzt unterschrieben und gestempelt sein.
Eine Mikrochip-Kennzeichnung nach ISO 11784/11785 ist der praktische Standard und gehört in jedes Dokument. Die Chipnummer muss auf jedem Blatt identisch sein, denn SENASA gleicht sie bei der Kontrolle mit dem Lesegerät ab. Für Peru sollten die Unterlagen spanischsprachig vorliegen oder beglaubigt übersetzt sein.
Der Zeitplan vor dem Abflug
Peru verlangt keine monatelangen Wartefristen, deshalb ist der Vorlauf kurz, aber dicht. Sinnvoll ist folgende Abfolge: Vier bis sechs Wochen vor dem Flug prüfst du Chip und Impfstatus und lässt fehlende Impfungen nachholen, damit sie zum Reisetag sicher gültig sind. Zwei bis drei Wochen vorher meldest du das Tier bei der Airline an und klärst Boxenmaße und Gewichtsgrenzen.
In den letzten 15 Tagen folgt der eigentliche Kern: Entwurmung innen und außen, tierärztliche Untersuchung und das amtliche Gesundheitszeugnis mit Beglaubigung durch die zuständige Veterinärbehörde. Verschiebt sich der Flug um mehr als zwei Wochen, muss dieser Block wiederholt werden. Buche deshalb möglichst umbuchbare Tickets, wenn dein Umzugstermin noch wackelt.
Die Ankunft in Lima
Die Kontrolle findet am Flughafen Jorge Chávez in Lima statt, in der Regel im Bereich der Gepäckausgabe beziehungsweise am Frachtterminal. SENASA-Personal prüft die Dokumente und untersucht das Tier klinisch auf Anzeichen ansteckender oder parasitärer Erkrankungen. Sind Papiere und Befund in Ordnung, folgt die Freigabe ohne Quarantäne.
Fehlen Unterlagen oder zeigt das Tier Auffälligkeiten, ordnet die Behörde weitere Maßnahmen an, deren Kosten du trägst. Es gibt keine Quarantäne für Hunde und Katzen in Peru, solange die Einfuhrbedingungen erfüllt sind, aber genau daran hängt alles.
Flug, Kabine und Frachtraum
Aus Europa führen die meisten Verbindungen über Madrid, Amsterdam, Paris oder Bogotá nach Lima. Kleine Tiere reisen je nach Gesellschaft in der Kabine, größere im klimatisierten Frachtraum. Melde das Tier 48 bis 72 Stunden vor Abflug an und lass dir die Beförderung für die gesamte Strecke schriftlich bestätigen, nicht nur für den ersten Abschnitt.
Die Transportbox muss den IATA Live Animals Regulations entsprechen: ausreichend Platz zum Stehen, Drehen und Liegen, allseitige Belüftung, wasserdichter Boden, sicherer Verschluss ohne Vorhängeschloss. Gewöhne dein Tier über mehrere Wochen an die Box. Bei extremen Temperaturen können Airlines eine Sendung kurzfristig stoppen, plane deshalb einen Ausweichtermin ein.
Andere Tierarten und größere Gruppen
Die beschriebene Vorgehensweise gilt für Hunde und Katzen. Für Vögel, Reptilien, Nager und andere Arten arbeitet SENASA mit eigenen Anforderungen, und bei geschützten Arten kommt das Artenschutzabkommen mit seinen eigenen Papieren hinzu. Frag in diesen Fällen vorab schriftlich bei der Behörde an, statt dich auf allgemeine Ratgeber zu verlassen.
Für die Ausreise aus der EU gilt außerdem die Grenze von fünf Tieren pro Person im nichtkommerziellen Verkehr. Wer mehr mitnimmt, fällt unter die strengeren Handelsregeln mit zusätzlichen Genehmigungen. Plane das früh, wenn du eine Katzengruppe oder mehrere Hunde hältst, denn nachträglich lässt sich diese Weiche nicht mehr stellen.
Die häufigsten Fehler
- Die Entwurmung liegt außerhalb des Fensters von 15 Tagen vor der Reise.
- Eine Kernimpfung läuft während der Reise ab und ist bei der Kontrolle nicht mehr gültig.
- Das Zeugnis trägt nur die Unterschrift des Haustierarztes, nicht die eines amtlichen Tierarztes.
- Die Chipnummer weicht zwischen Impfausweis und Zeugnis ab.
- Die Airline bestätigt die Beförderung nur für den ersten Abschnitt der Reise.
Kosten realistisch einschätzen
Die Kosten setzen sich aus tierärztlicher Vorbereitung, Impfungen und Entwurmung, dem amtstierärztlichen Zeugnis, gegebenenfalls einer beglaubigten Übersetzung, der Transportbox und der Beförderung zusammen. Der größte Posten ist der Flug: In der Kabine bleibt es meist zweistellig bis niedrig dreistellig pro Strecke, im Frachtraum steigt es mit Gewicht und Boxenmaß deutlich an.
Wenn du später wieder aus Peru ausreist, stellt SENASA das Ausfuhrzeugnis aus. Dieses beantragst du mit 72 Stunden Vorlauf; die Gebühr liegt bei 99 Soles. Rechne diesen Schritt von Anfang an mit ein, wenn du nur befristet in Peru lebst.
Alltag mit Tier in Peru
Die tierärztliche Versorgung ist in Lima, Arequipa, Cusco und Trujillo gut, Routinebehandlungen sind deutlich günstiger als in Mitteleuropa. Spezialdiagnostik konzentriert sich auf Lima. Zecken, Flöhe und Sandmücken sind je nach Region ganzjährig aktiv, deshalb gehört eine durchgehende Prophylaxe zum Standard und nicht nur in die Sommermonate.
Ein eigenes Thema ist die Höhe. Wer nach Cusco, Puno oder in andere Andenstädte zieht, bringt sein Tier auf 3.000 Meter und mehr. Kurznasige Rassen sowie herz- und lungenkranke Tiere sind dort besonders gefährdet. Plane eine langsame Akklimatisierung über mehrere Tage, vermeide anstrengende Spaziergänge in der ersten Woche und lass dich vorab von deinem Tierarzt beraten, ob dein Tier für Höhenlagen geeignet ist.
In Küstenstädten wie Lima ist die Luftfeuchtigkeit hoch und die Sonneneinstrahlung stark. Kurzhaarige Hunde mit heller Haut brauchen Schatten, hellhäutige Katzen sollten in der Mittagszeit drinnen bleiben. Für Wohnungen gilt: Viele Vermieter erlauben Tiere, verlangen aber eine höhere Kaution, was du im Budget berücksichtigen solltest.
Registrierung und Regeln vor Ort
Eine landesweite Registrierungspflicht wie in Mitteleuropa kennt Peru nicht, viele Distrikte in Lima führen aber eigene Hunderegister und verlangen einen Nachweis der Tollwutimpfung. Erkundige dich bei deiner Municipalidad, sobald du eine Adresse hast. In öffentlichen Verkehrsmitteln, Parks und Einkaufszentren gelten lokale Vorgaben zu Leine und Maulkorb, die je nach Distrikt unterschiedlich streng ausfallen.
Peru führt jährlich große Tollwutimpfkampagnen durch, an denen du dein Tier kostenlos oder sehr günstig teilnehmen lassen kannst. Das ist nicht nur praktisch, sondern hält deinen Impfnachweis lückenlos, was für eine spätere Ausreise entscheidend ist. Ein durchgehend gültiger Tollwutschutz ist die Grundlage jeder späteren Rückreise, deshalb solltest du Auffrischungstermine nie schleifen lassen.
Peru mit Tier: die Kurzfassung
Peru ist eines der unkomplizierteren Auswanderungsziele für Tierhalter: keine Quarantäne, klare Impfvorgaben, kurze Fristen. Der kritische Pfad sind die letzten 15 Tage vor dem Abflug, in denen Entwurmung, Untersuchung und Zeugnis zusammenkommen müssen. Wer diesen Block sauber plant, hat den schwierigsten Teil hinter sich.
Für die spätere Rückkehr in die EU gelten eigene Vorgaben, nachzulesen bei der Europäischen Kommission unter Bringing a pet into the EU from a non-EU country. Und wenn Wohnsitzaufgabe, Visum und Steuerfragen zusammenpassen sollen, klärst du die Reihenfolge am besten vorab in einem Beratungsgespräch.
