Mosambik ist ein Land mit enormem Potenzial und einem sehr ungleichen Sicherheitsprofil. Das Auswärtige Amt führt mit Stand 1. August 2026 eine Teilreisewarnung für die Provinz Cabo Delgado mit Ausnahme von Pemba, für die Distrikte Memba und Erati in der Provinz Nampula sowie für die Distrikte Mecula und Marrupa in der Provinz Niassa. Die Hinweise gelten seit dem 17. April 2026.

In diesen Regionen verüben islamistisch-extremistisch motivierte Gruppen immer wieder Angriffe auf Sicherheitskräfte, Dörfer und Verbindungsstraßen. Im Rest des Landes ist die Lage anders gelagert, aber nicht unproblematisch: Gewaltkriminalität in den Städten, Nachwirkungen der Wahlunruhen und schwere Überschwemmungen prägen das Bild. Wer die Sicherheit in Mosambik einschätzen will, muss diese drei Ebenen trennen.

Der Konflikt in Cabo Delgado

Seit 2017 kämpfen im Norden Mosambiks bewaffnete Gruppen, die dem sogenannten Islamischen Staat zugerechnet werden und lokal als Al-Shabaab bezeichnet werden, ohne Verbindung zur gleichnamigen somalischen Organisation. Der Konflikt hat mehr als eine Million Menschen vertrieben und den Ausbau der Erdgasprojekte an der Küste über Jahre blockiert.

In Cabo Delgado besteht eine erhöhte Gefahr von Entführungen und Anschlägen. Angriffe treffen Dörfer, Konvois und Straßenverbindungen, und die Lage kann sich innerhalb von Tagen verschlechtern. Für Auswanderer ist diese Provinz kein Wohnort, auch nicht die Küstenorte, die touristisch beworben werden. Wer beruflich in den Erdgassektor eingebunden ist, arbeitet mit einem professionellen Sicherheitsmanagement und nicht auf eigene Faust.

Politische Lage nach den Wahlen

Nach der Präsidentschaftswahl im Oktober 2024 kam es zu den schwersten Unruhen der jüngeren Landesgeschichte. Nach Bestätigung des Wahlsiegs von Daniel Chapo durch den Verfassungsrat eskalierten die Proteste landesweit. Die zivilgesellschaftliche Beobachtungsplattform Plataforma Decide zählte mindestens 130 Todesopfer bei Zusammenstößen mit Sicherheitskräften, mehr als 1.500 Häftlinge entkamen bei einem Gefängnisausbruch. Chapo wurde am 15. Januar 2025 vereidigt.

Seither hat sich die Lage entspannt, das Auswärtige Amt beschreibt sie als ruhiger. Spontane Proteste, kurzfristige Straßensperren und Grenzschließungen bleiben aber möglich. Für dich heißt das: Halte Vorräte für mehrere Tage bereit, meide Demonstrationen konsequent und plane Reisen an politisch aufgeladenen Terminen um. Die Hintergründe vertieft der Beitrag zu Korruption in Mosambik, denn wirtschaftliche Schieflage und Vertrauensverlust in Institutionen sind die eigentlichen Treiber der Unruhen.

Kriminalität in Maputo und Beira

Die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts weisen auf eine erhöhte Gewaltkriminalität hin, besonders in Maputo und Beira. Auch Entführungen kommen vor, sie richten sich häufig gegen wohlhabende Geschäftsleute und deren Familien, mit einem Schwerpunkt in der Hauptstadt.

Praktisch heißt das für den Alltag: Wohnen in einer Anlage mit Mauer, Tor und Wachdienst, keine sichtbaren Wertgegenstände, keine Fußwege nach Einbruch der Dunkelheit und Fahrzeugtüren immer verriegelt. Vermeide feste Routinen bei Fahrtzeiten und Routen, gerade wenn du geschäftlich exponiert bist. Zahle bei einem Überfall und leiste keinen Widerstand, denn die Täter sind häufig bewaffnet.

Kontrollen durch Polizei und Militär gehören zum Alltag. Führe stets eine beglaubigte Passkopie und die Aufenthaltsdokumente mit, das Original lässt du besser sicher verwahrt. Bei Zahlungsforderungen ohne Bescheid bleib höflich und verlange eine offizielle Quittung. Für Beschwerden gibt es offizielle Kanäle: Die Antikorruptionsbehörde ist unter den Nummern 823404, 843404 und 863404000 erreichbar, die Ombudsstelle unter 863065739 und 821200077. Zahlungen an Amtsträger können nach deutschem, österreichischem und schweizerischem Recht strafbar sein, auch wenn sie im Ausland erfolgen.

Überschwemmungen und Versorgungslage 2026

Die Lage nach den schweren Überschwemmungen der letzten Monate ist weiterhin kritisch. Das Auswärtige Amt rät zu besonderer Vorsicht bei Reisen innerhalb des Landes: Straßen und Infrastruktur können durch Unterspülungen und Erdrutsche unpassierbar sein, es bestehen Versorgungsengpässe, und Kraftstoff ist nicht an allen Tankstellen verfügbar.

Mosambik liegt in der Zyklonzone des Indischen Ozeans, die Saison läuft typischerweise von November bis April. Zyklone wie Idai 2019 und Freddy 2023 haben gezeigt, wie schnell ganze Landstriche abgeschnitten werden können. Für deine Planung heißt das: sturmfest bauen oder mieten, Vorräte an Wasser, Lebensmitteln und Medikamenten für mindestens eine Woche, ein netzunabhängiges Radio, Notstrom und ein voller Tank vor jedem angekündigten Sturm.

Verkehr, Strom und Infrastruktur

Der Straßenverkehr ist eines der größten Alltagsrisiken. Es herrscht Linksverkehr, die Fernstraßen sind streckenweise in schlechtem Zustand, viele Fahrzeuge sind mangelhaft gewartet, und Beleuchtung fehlt außerhalb der Städte fast durchgehend. Nachtfahrten über Land solltest du grundsätzlich streichen, weil Unfallrisiko, illegale Straßensperren und Überfallgefahr zusammenfallen. Rechne auf der Nord-Süd-Achse mit langen Etappen ohne Tankstelle und ohne Mobilfunkempfang.

Die Stromversorgung ist außerhalb Maputos unzuverlässig, Ausfälle über Stunden sind normal, und nach Sturmereignissen können sie Tage dauern. Wer beruflich auf Erreichbarkeit oder auf eine Kühlkette angewiesen ist, braucht Notstrom, eine Wasserreserve und einen zweiten Mobilfunkanbieter als Rückfallebene. Leitungswasser ist nicht als Trinkwasser geeignet, filtern oder abkochen gehört zur Routine.

Einreise: neues eVisa- und eTA-Portal

Am 11. Februar 2026 wurde ein neues Online-Portal zur Beantragung von eVisa sowie elektronischer Reisegenehmigungen eingeführt. Die Registrierung vor Reiseantritt über dieses Portal ist grundsätzlich verpflichtend. Wer ohne gültige Vorabgenehmigung anreist, riskiert Probleme bei der Einreise, und die Umstellungsphase hat in den ersten Monaten für Verwirrung gesorgt. Prüfe die aktuellen Anforderungen kurz vor Abflug erneut, statt dich auf ältere Informationen zu verlassen.

Für längere Aufenthalte brauchst du eine Aufenthaltsgenehmigung, für Erwerbstätigkeit zusätzlich eine Arbeitserlaubnis, die an einen Arbeitgeber gebunden ist. Die Verfahren sind langwierig und formalistisch, plane deutliche Zeitpuffer ein und halte alle Dokumente doppelt vor.

Gesundheit, Notrufe und Landminen

Malaria ist in ganz Mosambik ganzjährig verbreitet und stellt das größte gesundheitliche Risiko dar. Dazu kommen Cholera in Ausbruchsphasen, besonders nach Überschwemmungen, sowie Typhus, Hepatitis und Tollwut. Konsequenter Mückenschutz und eine reisemedizinisch abgestimmte Prophylaxe sind Pflicht.

Die Notrufnummern lauten 119 für die Polizei, 117 für den Rettungsdienst und 198 für die Feuerwehr, in Maputo funktioniert teilweise auch die 112. In der Praxis arbeiten Notrufnummern und Rettungsdienste oft nicht zuverlässig. Speichere daher die Direktnummern einer privaten Klinik und eines privaten Ambulanzdienstes. Die medizinische Versorgung entspricht nicht europäischen Standards, für ernste Fälle erfolgt die Evakuierung nach Südafrika. Eine Auslandskrankenversicherung mit Ambulanzflug ist deshalb unverzichtbar.

Mosambik gilt seit 2015 offiziell als minenfrei, nachdem die Altlasten des Bürgerkriegs geräumt wurden. Überschwemmungen können jedoch vereinzelt Kampfmittel freilegen, weshalb du abseits befestigter Wege in ehemaligen Konfliktgebieten Vorsicht walten lassen solltest.

Recht, Gesellschaft und Sprache

Amtssprache ist Portugiesisch, Englisch hilft nur in Maputo und im touristischen Umfeld. Ohne Portugiesischkenntnisse wird jeder Behördengang und jeder Arztbesuch schwierig. Das Fotografieren von Regierungsgebäuden, Militäranlagen, Häfen und Flughäfen ist untersagt und führt regelmäßig zu Ärger mit Sicherheitskräften. Drogendelikte werden streng verfolgt. Homosexuelle Handlungen sind in Mosambik seit 2015 nicht mehr strafbar, gesellschaftliche Akzeptanz ist außerhalb der Hauptstadt jedoch begrenzt. Ein weiterer Punkt betrifft Hauspersonal und Wachdienste, die in Mosambik weit verbreitet sind: Arbeite ausschließlich mit registrierten Sicherheitsfirmen, prüfe Referenzen und halte Schlüssel, Alarmcodes und Reisepläne in einem engen Kreis. Ein spürbarer Teil der Einbrüche in Haushalten von Zuzüglern hat einen Innentäterbezug, und diese Schwachstelle schließt du am wirksamsten durch saubere Auswahl und klare Zuständigkeiten.

Dein Sicherheitsplan für Mosambik

Mosambik verlangt eine klare Trennung zwischen dem, was geht, und dem, was nicht geht. Der Norden mit Cabo Delgado ist kein Wohnort, und daran ändert kein Immobilienangebot etwas. Maputo, Inhambane und der Süden sind lebbar, wenn du Objektschutz, Fahrverhalten und Vorratshaltung ernst nimmst.

Arbeite deine Vorbereitung in dieser Reihenfolge ab: Versicherung mit Evakuierungsdeckung, Wohnobjekt mit Sicherheitsstandard, Malariaschutz, Vorräte für Sturm- und Versorgungskrisen, dann erst die Behördenwege. Die Einschätzungen der anderen deutschsprachigen Außenministerien findest du in den Reiseinformationen Österreichs und in den EDA-Reisehinweisen. Für Wohnsitz-, Steuer- und Wegzugsfragen ist ein Beratungsgespräch vor dem Umzug der schnellste Weg zu belastbaren Antworten.