Die Sicherheitslage in Mosambik zerfällt 2026 in zwei sehr unterschiedliche Realitäten. Im Süden rund um Maputo und an der Küste bis Vilanculos ist ein normales Leben möglich, wenn auch mit hoher Kriminalität. Im Norden tobt seit 2017 ein Aufstand, der über 6.400 Menschen das Leben gekostet und mehr als eine Million Menschen vertrieben hat. Wer aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz nach Mosambik will, muss diese Trennlinie kennen.

Regierung und die Nachwehen der Wahlkrise

Präsident ist Daniel Chapo von der seit der Unabhängigkeit regierenden Partei Frelimo, vereidigt am 15. Januar 2025. Seine Wahl im Oktober 2024 war heftig umstritten. Der unterlegene Kandidat Venâncio Mondlane erkannte das Ergebnis nicht an und rief zu monatelangen Protesten auf, bei denen nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen rund 400 Menschen getötet und etwa 600 verletzt wurden, überwiegend durch Polizeikräfte.

Am 23. März 2025 trafen sich Chapo und Mondlane erstmals in Maputo, kurz darauf rief Mondlane zum Ende der Gewalt auf. Es folgten ein Abkommen mit den Parteien im März 2025 und ein Gesetz zur nationalen Aussöhnung im April 2025. Seither sind keine wahlbezogenen Unruhen mehr gemeldet worden. Politisch beruhigt ist die Lage damit nicht: Gegen Mondlane laufen fünf Strafverfahren, darunter Anstiftung zum Terrorismus, bei einer möglichen Gesamtstrafe von bis zu 24 Jahren. Die Verfahren liegen beim Obersten Gericht. Er selbst wirft der Regierung vor, das Abkommen gebrochen zu haben.

Für dich als potenziellen Zuzügler heißt das: Die Ruhe seit 2025 ist ein Waffenstillstand, keine Aussöhnung. Ein Urteil gegen Mondlane kann jederzeit neue Proteste auslösen.

Der Aufstand in Cabo Delgado

Im Norden operiert seit 2017 eine dschihadistische Bewegung, die sich zum Islamischen Staat bekennt und lokal als al-Shabaab bezeichnet wird, ohne organisatorische Verbindung zur gleichnamigen somalischen Gruppe. Der Aufstand hat mehrere Wellen durchlaufen, darunter die Eroberung von Palma im März 2021, und weitet sich seit 2024 nach Süden in Richtung Nampula aus. Ruandische Truppen und Verbände der Nachbarstaaten haben die Lage stabilisiert, die Mission der Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrika SADC endete jedoch im Juli 2024. Angriffe auf Dörfer, Sicherheitskräfte und Verbindungsstraßen gehen weiter, und die Zahl der Binnenvertriebenen bleibt hoch, weil Rückkehrer nach neuen Überfällen erneut fliehen. Cabo Delgado ist damit kein abgeschlossenes Kapitel, sondern ein aktiver Konflikt.

Wirtschaftlich hängt an dieser Region viel. TotalEnergies hatte das rund 20 Milliarden US-Dollar schwere Flüssiggasprojekt auf der Halbinsel Afungi nach dem Angriff auf Palma stillgelegt und den Bau am 29. Januar 2026 gemeinsam mit Präsident Chapo offiziell wieder aufgenommen. Der Konzern erklärt die Sicherheitsbedingungen für gewährleistet. Mit den betroffenen Gemeinden wurden 2026 neue Vereinbarungen geschlossen, gleichzeitig kritisierten UN-Menschenrechtsfachleute im März 2026 die Menschenrechtslage rund um die Gasprojekte deutlich. Der Wiederanlauf ist ein wirtschaftliches Signal, keine Entwarnung für die Sicherheitslage.

Was das Auswärtige Amt konkret schreibt

Für Mosambik besteht eine Teilreisewarnung, Stand 2. August 2026, unverändert gültig seit dem 17. April 2026. Gewarnt wird vor Reisen in die Provinz Cabo Delgado mit Ausnahme des Distrikts Pemba, in die Distrikte Memba und Erati der Provinz Nampula sowie in die Distrikte Mecula und Marrupa der Provinz Niassa. Von nicht erforderlichen Reisen in den Distrikt Pemba wird abgeraten.

Zur Innenpolitik vermerken die Reise- und Sicherheitshinweise für Mosambik, dass sich die Lage seit der Amtseinführung Mitte Januar 2025 etwas entspannt hat, spontane Proteste jedoch jederzeit aufflammen können und Grenzschließungen möglich bleiben. Straßenblockaden treten auch auf Strecken zum Flughafen auf.

Zur Kriminalität ist die Einschätzung eindeutig: erhöhte Raten vor allem in den Städten, zunehmende Gewaltdelikte, und in Maputo und Beira Entführungsrisiko auch für Ausländer. Dokumentiert ist außerdem, dass Polizisten unrechtmäßige Bußgelder verlangen. Führe deine Ausweisdokumente stets mit und melde Korruptionsfälle bei den dafür vorgesehenen Stellen.

Versorgung, Klima und Infrastruktur

Mosambik ist von Versorgungsengpässen geprägt, insbesondere bei Treibstoff. Straßen und Infrastruktur können durch Erosion und Erdrutsche unpassierbar werden. Das Land liegt zudem in einer der aktivsten Zyklonzonen der Welt; die Stürme Idai und Kenneth 2019 haben gezeigt, welche Zerstörungskraft dahintersteckt. Die Saison läuft von November bis April, in dieser Zeit sind Beira, Quelimane und Pemba besonders exponiert. Wer dort baut oder mietet, prüft Höhenlage, Dachkonstruktion und die Versicherbarkeit gegen Sturmschäden, denn viele Policen schließen Zyklonschäden aus oder deckeln sie stark.

Medizinisch ist die private Versorgung in Maputo brauchbar, alles Weitere führt nach Südafrika. Malaria ist ganzjährig und landesweit verbreitet, Cholera bricht nach Überschwemmungen regelmäßig aus. Eine Auslandskrankenversicherung mit Rückholdeckung ist keine Option, sondern Voraussetzung.

Wie sich die Lage im Alltag anfühlt

Mosambik ist ein Land der Kontraste, und das merkst du täglich. In Maputo gibt es eine lebendige Restaurantszene, funktionierendes Mobilfunknetz und eine internationale Gemeinde. Zwei Autostunden nördlich beginnt eine Welt ohne verlässliche Stromversorgung, ohne Krankenhaus und mit Straßen, die in der Regenzeit verschwinden.

Drei Punkte solltest du deshalb einplanen. Erstens Bargeld: Kartenzahlung funktioniert in Maputo, außerhalb selten, und Geldautomaten sind häufig leer. Zweitens Sprache: Ohne Portugiesisch bist du bei Behörden, Polizei und Ärzten auf Vermittler angewiesen. Drittens Umgang mit Kontrollen. Verkehrskontrollen sind häufig, Beamte fordern regelmäßig informelle Zahlungen. Vollständige Papiere, Kopien im Handschuhfach und ein ruhiger Ton lösen die meisten Situationen ohne Zahlung.

Für Familien gibt es in Maputo internationale Schulen mit portugiesischem und englischem Lehrplan, an der Küste außerhalb der Hauptstadt praktisch keine. Wer mit Kindern plant, ist damit faktisch auf Maputo oder auf Fernunterricht mit Anbindung an eine südafrikanische Schule festgelegt.

Bündnisse, Sanktionen und Wirtschaft

Mosambik ist Mitglied der Afrikanischen Union, der SADC, des Commonwealth und der Gemeinschaft der portugiesischsprachigen Länder CPLP. Sanktionen gegen das Land bestehen nicht, UN-Sanktionen richten sich gegen die Aufständischen in Cabo Delgado. Wirtschaftlich ist das Land hoch verschuldet, seit dem Skandal um versteckte Kredite ab 2016 ist das Vertrauen internationaler Geber beschädigt. Die Währung Metical ist gegenüber dem US-Dollar seit Jahren vergleichsweise stabil gehalten, die Devisenbewirtschaftung ist streng.

Zur Steuerpflicht, den Einkommensteuersätzen und der Unternehmensbesteuerung liefert der Steueratlas zu Mosambik die Details, für digitale Vermögenswerte ergänzt KryptoSteuern zu Mosambik. Wegen der Kapitalverkehrskontrollen ist eine Konto- und Vermögensstruktur außerhalb des Landes praktisch Pflicht; Einstieg dazu bei Freedom Banking und zum Vermögensschutz bei Asset Protection Plus.

Aufenthalt und wo Zuzügler leben

Für die Einreise brauchst du ein Visum, das online oder bei Ankunft an bestimmten Grenzübergängen erteilt wird. Längerfristige Aufenthalte laufen über eine DIRE-Aufenthaltskarte, gebunden an Arbeitsvertrag, Firmengründung oder Nachweis eigener Mittel. Amtssprache ist Portugiesisch.

Die Auslandsgemeinde konzentriert sich auf Maputo, auf die Küste um Ponta do Ouro nahe der südafrikanischen Grenze, auf Inhambane und Vilanculos sowie auf Pemba als Basis der Gasindustrie. Südmosambik profitiert von der Nähe zu Südafrika: kurze Wege zu Kliniken, Schulen und Flughäfen. Die Nordküste ist landschaftlich spektakulär und sicherheitspolitisch die schlechteste Wahl. Weitere Länderinformationen bündelt das Länderportal des Auswärtigen Amts zu Mosambik.

Mosambik richtig einschätzen

Mosambik bietet eine der schönsten Küsten Afrikas, niedrige Lebenshaltungskosten und mit dem Gasprojekt eine wirtschaftliche Perspektive, die es so auf dem Kontinent selten gibt. Dem stehen ein ungelöster Aufstand im Norden, eine politisch nur oberflächlich befriedete Wahlkrise, ein laufendes Verfahren gegen den wichtigsten Oppositionspolitiker, hohe Gewaltkriminalität und regelmäßige Zyklone gegenüber.

Realistisch ist Mosambik für dich, wenn du dich auf den Süden und die mittlere Küste beschränkst, mit gutem Budget planst und die Nähe zu Südafrika als medizinische und logistische Rückfallebene nutzt. Wer eine ruhigere Variante im südlichen Afrika sucht, prüft Namibia oder Mauritius. Bevor du dich festlegst, kläre die steuerlichen Folgen deines Wegzugs in einem Beratungsgespräch. Unsere Kanzlei St Matthew begleitet solche Wohnsitzverlagerungen laufend, mehr dazu unter stmatthew.de.