Wer mit Hund oder Katze in die Vereinigten Arabischen Emirate zieht, trifft auf das durchreguliertste Einfuhrverfahren dieser ganzen Länderreihe. Das ist gut, weil du genau weißt, was verlangt wird. Es ist zugleich unbarmherzig, weil die Kontrolle bei der Ankunft tatsächlich stattfindet und bestimmte Hunderassen gar nicht einreisen dürfen. Ein zweiter Punkt überrascht viele: Tiere dürfen nicht in der Kabine und nicht als Reisegepäck in die Emirate gebracht werden.

Die MOCCAE-Einfuhrgenehmigung

Zuständig ist das Ministerium für Klimawandel und Umwelt, kurz MOCCAE. Die Einfuhrgenehmigung wird vor der Reise online beantragt und für jedes Tier einzeln erteilt. Sie ist befristet, deshalb solltest du sie so terminieren, dass sie am Flugtag gültig ist. Häufig genannt wird eine Gültigkeit von rund 30 Tagen; verlass dich nicht auf Sekundärquellen, sondern lies das Ablaufdatum auf deiner Genehmigung.

Wichtig ist die Mengenbegrenzung: Pro Person dürfen höchstens zwei Heimtiere im Jahr eingeführt werden. Ausgenommen sind in den Emiraten ansässige Tiere, die von einer Auslandsreise zurückkehren. Wer drei Katzen hat, muss die Einfuhr also auf zwei Personen verteilen oder über zwei Jahre strecken.

Kennzeichnung, Impfung, Gesundheitszeugnis

Verlangt wird ein 15-stelliger, nicht verschlüsselter Mikrochip nach ISO-Standard. Die Chipnummer muss auf dem Gesundheitszeugnis stehen und mit allen anderen Dokumenten übereinstimmen. Entscheidend ist auch hier: Der Chip muss vor der Tollwutimpfung gesetzt worden sein, sonst ist die Impfung dem Tier formal nicht zuzuordnen und muss wiederholt werden.

Tollwut und Mindestalter

Die Tollwutimpfung muss bei der Einreise gültig und mindestens 21 Tage alt sein. Für das Mindestalter gelten je nach Herkunftsland unterschiedliche Vorgaben; üblich sind zwölf bis 15 Wochen, in bestimmten Konstellationen deutlich mehr. Lass dir das gemeinsam mit der Einfuhrgenehmigung schriftlich bestätigen, statt es zu schätzen. Je nach Herkunftsland kann zusätzlich ein Tollwut-Antikörpertest verlangt werden; für Tiere aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ist das in der Regel nicht der Fall, prüfen solltest du es trotzdem.

Gesundheitszeugnis

Das Gesundheitszeugnis wird kurz vor Abflug von einem zugelassenen Tierarzt ausgestellt und vom amtlichen Tierarzt des Herkunftslandes bestätigt. In Deutschland ist das Veterinäramt des Kreises zuständig, in Österreich der Amtstierarzt der Bezirksverwaltungsbehörde, in der Schweiz der Kantonstierarzt. Wie du die Termine sinnvoll legst, beschreibt das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat.

Verbotene Rassen: hier ist die Liste echt

Anders als in den meisten Ländern dieser Reihe gibt es in den Emiraten tatsächlich eine Einfuhrsperre für bestimmte Hunderassen. Betroffen sind unter anderem Pit-Bull-Typen wie American Pit Bull Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bull Terrier und American Bully, dazu die Mastiff-Gruppe mit Fila Brasileiro, Dogo Argentino, Tibet-Dogge, Mastino Napoletano, Dogue de Bordeaux, Boerboel, Bullmastiff, Cane Corso, Bully Kutta und Presa Canario sowie der Japanese Tosa. Kreuzungen und Mischlinge dieser Rassen fallen ebenfalls darunter.

Und hier liegt die eigentliche Härte: Die Beurteilung erfolgt nach dem äußeren Erscheinungsbild. Hält der Kontrolleur deinen Hund für einen Vertreter einer gesperrten Rasse, kann er die Einfuhr verweigern, auch wenn die Papiere etwas anderes sagen. Bei Katzen betrifft die Sonderregel Bengal und Serval: Für sie wird eine Ahnentafel über fünf Generationen verlangt.

Kein Platz in der Kabine

Für die Einreise in die Emirate gilt eine Regel, die viele Umzugspläne umwirft: Hunde und Katzen reisen ausschließlich als Luftfracht, nicht in der Kabine und nicht als aufgegebenes Gepäck. Emirates nimmt Tiere über SkyCargo an, Etihad über Etihad Cargo nach Abu Dhabi. Praktisch bedeutet das: eigene Buchung, eigener Frachtbrief, IATA-konforme Box, Abfertigung über das Frachtterminal und eine veterinärärztliche Kontrolle vor der Annahme.

Die Box muss den IATA Live Animals Regulations entsprechen. Lufthansa Cargo nimmt seit dem 1. März 2026 nur noch Boxen der Bauart LH05 mit Holz- oder Stahlrahmen und massiven Seitenwänden an. Wegen der Sommerhitze am Golf verhängen Airlines von Mai bis September regelmäßig Hitzeembargos für Tiertransporte; plane den Umzug deshalb in die kühlere Jahreshälfte oder wähle Nachtflüge.

Ankunft und Registrierung

Dein Tier landet im Frachtbereich, nicht im Passagierterminal. Dort läuft die Veterinärkontrolle, danach die Zollabfertigung, danach die Übergabe. Rechne mit mehreren Stunden und beauftrage einen Abfertigungsagenten, wenn du nicht selbst vor Ort sein kannst. Bring von jedem Dokument einen Zweitsatz mit, weil Originale gelegentlich einbehalten werden.

Nach der Ankunft folgt der zweite Schritt, den viele unterschätzen: Hunde und Katzen müssen in den Emiraten registriert und lizenziert werden. Das läuft über die zuständige kommunale Behörde des Emirats, in dem du wohnst, und die Verfahren unterscheiden sich. Üblich sind Registrierung des Mikrochips, Nachweis der Impfungen und eine jährlich zu erneuernde Lizenz. Erledige das in den ersten Wochen, nicht erst, wenn ein Tierarztbesuch oder ein Umzug innerhalb der Emirate ansteht.

Was der Umzug wirklich kostet

Die Einfuhrgenehmigung selbst ist der kleinste Posten und liegt im niedrigen dreistelligen Dirham-Bereich. Chip und Impfungen kosten 80 bis 150 Euro, das amtstierärztliche Zeugnis mit Beglaubigung 50 bis 150 Euro, eine IATA-Box 90 bis 450 Euro. Der Frachtflug ab dem deutschsprachigen Raum ist der Hauptposten und bewegt sich je nach Boxgröße zwischen 900 und 2.500 Euro. Dazu kommen Zollabfertigung, Veterinärkontrolle und Transport vom Frachtterminal zur Wohnung. In Summe sind für einen mittelgroßen Hund 1.500 bis 3.500 Euro realistisch, für Katzen und kleine Hunde deutlich weniger.

Alltag mit Tier am Golf

Die tierärztliche Versorgung in Dubai und Abu Dhabi ist exzellent, mit Fachpraxen, Notdiensten und guter Diagnostik. Nach der Ankunft musst du dein Tier bei der zuständigen Kommune registrieren und lizenzieren lassen; die Details unterscheiden sich je Emirat. Die Hitze ist das beherrschende Alltagsthema: Von Juni bis September sind Spaziergänge tagsüber nicht zumutbar, Asphalt verbrennt Pfoten in Sekunden, und Klimatisierung ist keine Bequemlichkeit, sondern Tierschutz. Viele Wohnanlagen haben eigene Regeln zur Haustierhaltung; kläre das vor Vertragsunterschrift. Wer den Ruhestand am Golf plant, findet zusätzliche Tiefe auf der Länderseite Ruhestand in den VAE. Zur allgemeinen Lage informiert das Auswärtige Amt.

Andere Heimtiere und Sonderfälle

Frettchen fallen aus EU-Sicht unter dieselben Tollwutregeln wie Hunde und Katzen, ihre Einfuhr in die Emirate solltest du aber vorab ausdrücklich klären, weil die Genehmigungspraxis von der für Hunde und Katzen abweicht. Vögel und exotische Tiere unterliegen eigenen Verfahren und häufig dem Artenschutzrecht: Steht deine Art in den CITES-Anhängen, brauchst du eine Ausfuhr- und eine Einfuhrgenehmigung, und beide dauern Monate. Für Wildtiere und wildtiernahe Hybride gelten in den Emiraten außerdem eigene gesetzliche Beschränkungen der privaten Haltung. Wenn dein Tier nicht klar ein Haushund oder eine Hauskatze ist, hol dir die Zusage schriftlich, bevor du irgendetwas anderes organisierst.

Der große Vorteil bei der Rückkehr

Seit dem 22. April 2026 gilt für die private Verbringung von Heimtieren in die EU die Delegierte Verordnung (EU) 2026/131. Und hier liegt der entscheidende Unterschied zu allen anderen Ländern dieser Reihe: Die Vereinigten Arabischen Emirate sind in Anhang II der Durchführungsverordnung (EU) 2026/636 gelistet. Für Hunde, Katzen und Frettchen aus den Emiraten ist die serologische Tollwutuntersuchung deshalb nicht erforderlich, und die dreimonatige Wartezeit entfällt. Du brauchst Kennzeichnung, gültige Tollwutimpfung, eine amtliche Veterinärbescheinigung und die schriftliche Erklärung nach dem Muster der Durchführungsverordnung (EU) 2026/705, bei Ankunft höchstens zehn Tage alt; für Tiere aus der EU genügt der Heimtierausweis mit eingetragener gültiger Impfung. Die Erleichterung gilt nur, wenn sich dein Tier unmittelbar vor der Einreise ausschließlich in gelisteten Ländern aufgehalten hat. Die aktuelle Liste führt die EU-Kommission unter Listing of territories and non-EU countries.

Warum die Emirate der einfachste Fall in dieser Reihe sind

Trotz Genehmigungspflicht, Rassesperre und Frachtzwang sind die Emirate das planbarste Ziel dieser Länderauswahl: klare Regeln, funktionierende Behördenprozesse, hervorragende Tiermedizin und ein Rückweg in die EU ohne Titertest. Der Ablauf lautet: Rassezulassung prüfen, Chip vor Impfung setzen, Einfuhrgenehmigung beantragen, Frachtflug buchen, Gesundheitszeugnis kurz vor Abflug holen, nach Ankunft registrieren. Sechs bis acht Wochen Vorlauf reichen. Weil der Wegzug an den Golf steuerlich eigene Fragen aufwirft, von der Wohnsitzaufgabe bis zur Wegzugsbesteuerung, klärst du diese Punkte am besten vorher im Beratungsgespräch.