Der Immobilienkauf in Grenada verbindet zwei Welten: ein karibisches Zuhause auf der Gewürzinsel und, wenn du willst, gleich einen zweiten Pass dazu. Der Markt ist offen für Ausländer, das Rechtssystem basiert auf englischem Common Law, und über das Citizenship-by-Investment-Programm gehört Grenada zu den wenigen Staaten weltweit, deren Bürger ein E-2-Investorenvisum für die USA beantragen können. Damit sich der Kauf lohnt, musst du allerdings die Lizenzpflicht für Ausländer verstehen, denn sie entscheidet über deine gesamte Kostenrechnung.

Die zwei Wege zum Eigentum in Grenada

Als Ausländer brauchst du vor dem Erwerb von Land, Immobilien oder Anteilen an grundbesitzenden Gesellschaften eine Alien Landholding Licence (ALHL). Die Lizenz ist keine Formalie: Sie kostet 10 Prozent des Immobilienwerts und die Bearbeitung dauert erfahrungsgemäß bis zu drei Monate. Dazu kommen für Käufer rund 1 Prozent Stamp Duty sowie Anwalts- und Vermessungskosten. Rechne als ausländischer Käufer realistisch mit Gesamtnebenkosten von 12 bis 15 Prozent des Kaufpreises.

Weg 2: Kauf über das Citizenship-by-Investment-Programm

Investierst du in ein staatlich zugelassenes CBI-Immobilienprojekt, entfällt die ALHL komplett. Die Eckdaten 2026: Mindestinvestment von 270.000 US-Dollar in approved real estate, eine Haltefrist von fünf Jahren, dazu staatliche Gebühren und Due-Diligence-Kosten. Im Gegenzug erhältst du die grenadische Staatsbürgerschaft, visumfreies Reisen in weit über 140 Länder und den erwähnten Zugang zum E-2-Visum der USA. Die offiziellen Programmbedingungen und die Liste zugelassener Projekte veröffentlicht die Regierung auf cbi.gov.gd. Seit der Gründung der gemeinsamen Karibik-Regulierungsbehörde ECCIRA werden die Programme der Region strenger beaufsichtigt, was die Seriosität der verbleibenden Projekte erhöht. Ob ein Zweitpass strategisch in deine Lebensplanung passt, beleuchtet unsere Netzwerkseite Plan B Projekt ausführlich.

Preise und Lagen: was dein Geld auf der Insel kauft

Grenada ist kein Schnäppchenmarkt mehr, aber im Karibikvergleich moderat. Einfache Objekte beginnen bei etwa 1.000 US-Dollar pro Quadratmeter, moderne Qualität ab rund 2.500 US-Dollar. In den gefragten Süd-Lagen um Lance aux Épines und Fort Jeudy kosten Villen mit Meerblick meist 800.000 US-Dollar aufwärts, Spitzenobjekte am Strand erreichen mehrere Millionen. Die Mietnachfrage stützen Tourismus, Expat-Community und die Studenten der St. George's University, die im Süden der Insel für konstante Langzeitmieten sorgen.

Der Kaufprozess Schritt für Schritt

1. Objekt sichern und Anwalt beauftragen

Ein lokaler Anwalt ist in Grenada praktisch unverzichtbar. Er prüft den Titel im Land Registry, recherchiert Belastungen und setzt den Kaufvertrag auf. Üblich ist eine Anzahlung von 10 Prozent bei Vertragsunterzeichnung, treuhänderisch verwahrt.

2. ALHL beantragen oder CBI-Prüfung durchlaufen

Beim klassischen Kauf reicht dein Anwalt den Lizenzantrag mit Führungszeugnis, Bankreferenzen und Finanzierungsnachweis ein. Bei der CBI-Route übernimmt ein lizenzierter Agent die Due Diligence, die staatliche Hintergrundprüfung ist deutlich intensiver.

3. Closing und Registrierung

Nach Lizenzerteilung zahlst du den Restkaufpreis, der Transfer wird beurkundet und im Land Registry eingetragen. Erst diese Eintragung macht dich rechtlich zum Eigentümer.

Steuern: einer der stärksten Standortvorteile

Grenada besteuert weder Vermögen noch private Veräußerungsgewinne, und auch eine Erbschaftsteuer existiert nicht. Die jährliche Grundsteuer ist mit Sätzen von meist 0,2 bis 0,5 Prozent des Verkehrswerts niedrig. Einkommen aus lokaler Vermietung unterliegt der grenadischen Einkommensteuer. Die vollständige Übersicht zum Steuersystem findest du in unserem Steueratlas-Länderprofil Grenada, der Leitquelle unseres Netzwerks für Ländersteuern. Wichtig für deutsche Käufer: Ein Doppelbesteuerungsabkommen mit Deutschland besteht nicht, deine weltweite Steuerpflicht richtet sich also allein nach deinem Wohnsitzstaat. Wer die Immobilie in eine internationale Vermögensstruktur einbetten will, findet auf Asset Protection Plus die passenden Grundlagen.

Risiken, die du ernst nehmen solltest

  • Hurrikan-Exposition: Grenada liegt am Südrand des Hurrikangürtels und gilt als vergleichsweise sicher, doch Sturm- und Gebäudeversicherung sind teuer und Pflichtbestandteil deiner Kalkulation.

  • Finanzierung: Lokale Banken finanzieren Ausländer selten und teuer. Plane den Kauf am besten mit Eigenkapital.

  • Illiquider Wiederverkaufsmarkt: Exklusive Villen finden nicht in Wochen, sondern in Monaten bis Jahren einen Käufer.

  • CBI-Projektqualität: Nicht jedes approved project ist wirtschaftlich solide. Prüfe Entwickler, Bauphase und realistische Mietrenditen, bevor du zeichnest.

Reise- und Sicherheitshinweise sowie konsularische Informationen zur Insel stellt das Auswärtige Amt auf seiner Grenada-Seite bereit; allgemeine Behördeninformationen bündelt das offizielle Regierungsportal gov.gd.

Die wichtigsten Lagen der Insel

Das Marktgeschehen konzentriert sich auf den Südwesten. Rund um die Hauptstadt St. George's und die Bilderbuchbucht Grand Anse liegen die etablierten Wohn- und Ferienlagen mit der besten Infrastruktur. Die Halbinsel Lance aux Épines ist die klassische Villenadresse mit Yachtclubs und Botschaftsnachbarschaft, True Blue lebt von der Nähe zur St. George's University, deren Studenten und Dozenten den stabilsten Langzeitmietmarkt der Insel bilden. Wer es ruhiger will, findet an der Ostküste um St. David's und auf der Schwesterinsel Carriacou deutlich niedrigere Preise, allerdings auch weniger Liquidität beim Wiederverkauf. Die CBI-Projekte konzentrieren sich auf Resorts im Süden und Nordwesten, meist als Anteils- oder Suitenmodelle in Hotelanlagen.

Vermietung und laufender Betrieb

Die Renditerechnung trägt in Grenada über zwei Schienen: Ferienvermietung an Touristen in der Wintersaison und Langzeitvermietung an Universitätsangehörige und Expats. Professionelle Verwalter berechnen für Ferienobjekte üblicherweise 15 bis 25 Prozent der Mieteinnahmen inklusive Gästebetreuung, für Langzeitmieten deutlich weniger. Kalkuliere außerdem Gebäudeversicherung mit Sturmdeckung, Pool- und Gartenpflege sowie Rücklagen für das Tropenklima; zusammen kommen schnell 2 bis 3 Prozent des Objektwerts pro Jahr zusammen. Bruttomietrenditen von 4 bis 6 Prozent sind bei guter Lage realistisch, Spitzenwerte erzielen Objekte mit Uni-Nähe.

Währung, Zahlung und Zeitplan

Grenada rechnet in Ostkaribischen Dollar (XCD), die seit Jahrzehnten fest mit 2,70 zu 1 an den US-Dollar gekoppelt sind; Immobilien im internationalen Segment werden fast durchgehend in US-Dollar gehandelt. Für dich als Euro-Käufer bedeutet das ein reines Dollar-Wechselkursrisiko, aber keine karibische Weichwährungsproblematik. Zahlungen laufen über Treuhandkonten der Anwälte, internationale Überweisungen auf die Insel brauchen wegen Compliance-Prüfungen gern einige Tage länger. Beim Zeitplan gilt: Einigung und Vertrag sind in wenigen Wochen erledigt, der Takt kommt von der Alien Landholding Licence mit ihren bis zu drei Monaten Bearbeitungszeit. Vom ersten Angebot bis zur Registrierung solltest du insgesamt vier bis sechs Monate einplanen, bei CBI-Anträgen mit staatlicher Due Diligence eher neun bis zwölf.

Häufige Fragen

Häufige Fragen

Kann ich die CBI-Immobilie nach fünf Jahren wieder verkaufen?

Ja. Nach Ablauf der Haltefrist darfst du verkaufen, und der Käufer kann über dieselbe Immobilie erneut die Staatsbürgerschaft beantragen, was den Wiederverkaufsmarkt stützt. Rechne trotzdem konservativ, denn das Angebot an CBI-Einheiten wächst schneller als die Nachfrage.

Brauche ich für den Kauf ein Visum oder einen Wohnsitz?

Nein. Der Erwerb ist unabhängig von Aufenthaltsrechten möglich, als Deutscher reist du für Aufenthalte bis zu 90 Tagen visumfrei ein. Erst die CBI-Route verschafft dir dauerhafte Rechte als Staatsbürger.

Wie werden meine Mieteinnahmen besteuert?

Einnahmen aus der Vermietung grenadischer Objekte unterliegen der Besteuerung in Grenada; lass dir die Anmeldung von deinem dortigen Anwalt oder Buchhalter einrichten. Lebst du weiter in Deutschland, musst du die Einkünfte auch deinem deutschen Finanzamt erklären, denn mangels Doppelbesteuerungsabkommen schützt dich nur die Anrechnung der gezahlten Steuern vor der Doppelbelastung. Plane diese Beratung von Anfang an ein, nachträgliche Korrekturen sind teurer.

Dein nächster Schritt Richtung Karibik

Entscheide zuerst die Grundsatzfrage: reines Immobilieninvestment oder Immobilie plus Staatsbürgerschaft? Beim klassischen Kauf kalkulierst du die 10-Prozent-Lizenz von Anfang an ein und nutzt die Preisverhandlung, um sie teilweise aufzufangen. Bei der CBI-Route vergleichst du zugelassene Projekte nicht nach Hochglanzbroschüre, sondern nach Substanz. In beiden Fällen gilt: Mit lokalem Anwalt, sauberer Titelprüfung und realistischer Kostenrechnung ist Grenada einer der zugänglichsten und steuerlich attraktivsten Immobilienmärkte der Karibik. Nimm dir für die Projektauswahl mindestens eine Besichtigungsreise Zeit, vergleiche mehrere Anwälte und Verwalter vor Ort und triff die Entscheidung erst, wenn Lizenzweg, Kosten und Vermietungsplan schwarz auf weiß vor dir liegen.