USA

Amerika: Land der Möglichkeiten, mit lebenslanger Steuerbindung

Die USA rollen Privatleuten keinen steuerlichen Teppich aus, sie besteuern als fast einziges Land der Welt nach Staatsbürgerschaft. Und die Green Card, von der so viele träumen, ist steuerlich eine Einbahnstraße: Sie wirkt bis zur förmlichen Rückgabe weiter, notfalls über Kontinente hinweg. Ich habe selbst Jahre in Texas gelebt und weiß, wo Amerika trägt und wo es bindet.

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Die USA gehören zu den meistbehandelten Themen auf unserem Kanal, von Green Card über Credit Score bis zur Nachlasssteuer. Eine kuratierte Auswahl findest Du in der Galerie unten, alle Folgen auf unserem YouTube-Kanal Perspektive Ausland.

I-407

Die Green Card wirkt steuerlich bis zur förmlichen Rückgabe, Wegziehen allein beendet nichts

8 / 15

Jahre Green Card machen Dich zum Long-term Resident, bei Aufgabe droht die Exit Tax (§ 877A)

60.000 $

Ab hier greift die US-Nachlasssteuer bis 40 % auf US-Vermögen von Nicht-Domizilierten, auch auf US-Aktien im deutschen Depot

0 %

Einkommensteuer in neun Bundesstaaten, von Florida über Texas bis Wyoming

Nur USA

besteuern die deutsche gesetzliche Rente eines US-Ansässigen (Art. 18 Abs. 5 DBA), Deutschland verzichtet

15 Mio. $

Gewinn aus Startup-Anteilen kann beim Exit steuerfrei bleiben (QSBS, seit Juli 2025)

Die USA als Steuerstandort: kein Paradies, aber ein Werkzeugkasten

Die USA sind kein Wohnsitz-Steuerparadies: Wer dort ansässig ist, versteuert sein Welteinkommen mit Bundessätzen von 10 bis 37 Prozent (Spitzensatz 2026 ab 640.600 Dollar für Alleinstehende), dazu kommen je nach Bundesstaat 0 bis über 13 Prozent. Es gibt kein Non-Dom-Regime, keine Pauschalsteuer, kein Zuzugsfenster. Was Amerika stattdessen bietet: langfristige Kapitalgewinne mit nur 0, 15 oder 20 Prozent, neun Bundesstaaten ganz ohne eigene Einkommensteuer, den QSBS-Freibetrag, mit dem Gründer seit Juli 2025 bis zu 15 Millionen Dollar Exit-Gewinn steuerfrei stellen können, und die steuerlich transparente LLC, die gerade für Menschen glänzt, die gar nicht in den USA leben. Die Kehrseite steht im selben Gesetz: Besteuerung nach Staatsbürgerschaft, die Green Card als fortwirkende Steuerpflicht und eine Nachlasssteuer, die bei Nicht-Domizilierten schon ab 60.000 Dollar US-Vermögen zugreift.

Ich schreibe das nicht vom Schreibtisch aus: Ich habe selbst Jahre in den USA gelebt, unter anderem in Texas, bis meine Familie und ich das Land 2014 verlassen mussten, weil unser Visum ausgelaufen war. Genau an dieser Visumsfrage entscheidet sich der amerikanische Traum für die meisten, lange bevor die Steuer ein Thema wird. Unsere Kanzlei unterhält bis heute ein Büro in Austin.

Alle Details und den weltweiten Vergleich findest Du in unserem Steueratlas; die ganze Tiefe zur steuerfreien US-LLC trägt unsere Spezialseite Nullsteuer LLC.

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Die Green Card: Traumdokument mit Preisschild

Die Green Card ist das begehrteste Einwanderungsdokument der Welt, und steuerlich ist sie das am meisten unterschätzte. Denn im US-Steuerrecht gilt der Green Card Test: Wer die Karte hält, ist steuerlich in den USA ansässig und versteuert sein Welteinkommen, und zwar so lange, bis die Karte förmlich aufgegeben wird, mit dem Formular I-407 oder durch behördliche beziehungsweise gerichtliche Beendigung. Wegziehen allein beendet nichts. Wer nach Jahren in den USA zurück nach Europa geht und die Karte „für den Fall der Rückkehr" behält, gibt weiter jedes Jahr eine US-Steuererklärung über sein weltweites Einkommen ab, samt FBAR- und FATCA-Meldungen über seine Konten. Genau in dieser Konstellation stecken erstaunlich viele Rückkehrer, oft jahrelang und ohne es zu wissen.

Und die Rückgabe selbst hat einen zweiten Haken: Wer die Green Card in mindestens acht der letzten fünfzehn Jahre besessen hat, gilt als Long-term Resident und fällt bei der Aufgabe unter die Expatriation Tax nach § 877A, dieselbe Regel, die auch für US-Bürger gilt, die ihre Staatsbürgerschaft ablegen. Zum „Covered Expatriate" wird, wer eine von drei Bedingungen erfüllt: eine durchschnittliche Netto-Einkommensteuer der letzten fünf Jahre über 211.000 Dollar (Wert 2026), ein Nettovermögen ab 2 Millionen Dollar, oder schlicht die fehlende Bescheinigung von fünf Jahren sauberer Steuer-Compliance auf Formular 8854, ein Punkt, der auch Menschen weit unterhalb der Vermögensschwelle trifft. Die Folge ist eine Mark-to-Market-Besteuerung: Das Weltvermögen gilt als am Vortag der Aufgabe verkauft, auf den fiktiven Gewinn oberhalb eines Freibetrags von 910.000 Dollar (2026) wird Steuer fällig, und spätere Schenkungen oder Erbschaften an US-Personen kosten nach § 2801 noch einmal 40 Prozent.

Der Merksatz, den ich Mandanten mitgebe: Die Green Card hat einen Preis am Ausgang. Wer sie „mal mitnimmt", acht Jahre hält und dann zurück nach Europa will, hat sich unbemerkt eine potenzielle Exit Tax eingekauft. Vor dem Erwerb wie vor der Rückgabe gehört deshalb eine steuerliche Analyse, keine Bauchentscheidung. Zusammen mit unserer US-Schwesterkanzlei Mount Bonnell begleiten wir genau diese Fälle.

Die USA auf der Karte

Ein Kontinent als Land: Zwischen Atlantik und Pazifik liegen vier Zeitzonen, jedes Klima von Alaska bis Florida und 50 Bundesstaaten, die steuerlich und rechtlich eigene Welten sind. Wo Du landest, entscheidet über fast alles.

Vier Zeitzonen zwischen zwei Ozeanen: Größere Karte auf OpenStreetMap ansehen.

Texas ist der Unternehmer-Magnet ohne Einkommensteuer, mit Austin als Tech-Hauptstadt (und Sitz unseres US-Büros), Florida das steuerfreie Sonnenziel der Ruheständler und Trader, New York und Kalifornien die teuren Kraftzentren mit Spitzensteuersätzen, die deutschen Verhältnissen nahekommen, und dazwischen liegen Staaten wie Tennessee oder Nevada, die still und leise dieselbe Steuerfreiheit bieten wie die berühmten Namen. Der Umzug von Kalifornien nach Texas ist innerhalb der USA ein größerer Steuerhebel als mancher Länderwechsel in Europa.

South Congress Avenue in Austin mit Blick auf die Skyline bei Abendlicht
Austin, South Congress: Tech-Boom ohne Einkommensteuer, hier sitzt auch unser US-Büro

Das sagen andere über die USA

„Unsere neue Verfassung ist nun in Kraft und hat den Anschein, Bestand zu versprechen; aber in dieser Welt lässt sich nichts als gewiss bezeichnen außer dem Tod und den Steuern."Benjamin Franklin, Brief an Jean-Baptiste Le Roy vom 13. November 1789; eigene Übertragung
„Ich gestehe, dass ich in Amerika mehr sah als Amerika; ich suchte dort das Bild der Demokratie selbst, ihre Neigungen, ihren Charakter, ihre Vorurteile und ihre Leidenschaften."Alexis de Tocqueville, „Über die Demokratie in Amerika", Band I (1835), Einleitung; eigene Übertragung

Franklins Satz ist auf dieser Seite mehr als ein Bonmot. Die USA sind das einzige große Land der Welt, das seine Staatsbürger und Green-Card-Inhaber unabhängig vom Wohnsitz besteuert: Der Tod beendet diese Pflicht, ein Umzug allein nicht.

Land und Leute: der Schmelztiegel

Die USA sind eine Nation aus Einwanderern, ein kultureller Schmelztiegel mit über 200 Nationalitäten, und genau daraus speist sich die berühmte Can-do-Haltung: der Glaube, dass erreichbar ist, wofür man hart arbeitet. Dieses Selbstvertrauen ist ansteckend, und es ist neben den wirtschaftlichen Chancen der Hauptgrund, warum Deutsche trotz aller Hürden weiter nach Amerika wollen. Sobald man die Metropolen verlässt, kommt die Weite dazu: Texas allein ist fast doppelt so groß wie Deutschland, Land und Wohnraum sind entsprechend großzügiger. Ich habe diese Weite in Texas selbst erlebt, und sie verändert das Lebensgefühl mehr, als man vorher glaubt.

Die Infrastruktur des Alltags funktioniert anders als in Europa: ohne Auto geht außerhalb weniger Großstädte nichts, das Gesundheitssystem ist privatwirtschaftlich organisiert und international Spitzenklasse im Preis, und der Credit Score ist allgegenwärtig, als Neuankömmling fängst Du bei null an, selbst eine Kreditkarte ist anfangs schwer zu bekommen. Es gibt erprobte Abkürzungen wie den Amex Global Transfer (Video in der Galerie), und unser Konto-Guide nimmt das Henne-Ei-Problem auseinander.

Die Ehrlichkeit. Die politische Polarisierung ist real und die Einwanderungspolitik hat sich 2025/26 spürbar verschärft, mit härteren Grenzkontrollen und strengerer Visa-Praxis; wer einreist, sollte seine Unterlagen in Ordnung haben (Stand August 2026, tagesaktuell prüfen). Die Waffenkultur ist ein Faktum, mit dem man sich arrangiert oder eben nicht, Alltagskriminalität ist stark ortsabhängig. Und das Leben ist teuer: Die Mieten liegen im Landesschnitt zwei Drittel über Deutschland, die Krankenversicherung ist der größte laufende Posten im Budget, ein solidarisches Netz darunter gibt es nicht. Details im Gesundheits-Guide und im Guide zu den größten Nachteilen der USA.

So funktioniert das US-Steuersystem

Wann Du steuerlich ansässig bist: Staatsbürgerschaft, Green Card, Tage

Drei Wege führen in die unbeschränkte US-Steuerpflicht. Erstens die Staatsbürgerschaft: US-Bürger versteuern ihr Welteinkommen lebenslang und wohnortunabhängig, weltweit fast einzigartig. Im Ausland mildern der Auslandsverdienst-Freibetrag (Foreign Earned Income Exclusion, 132.900 Dollar für 2026, nur auf aktives Arbeitseinkommen), die Anrechnung ausländischer Steuern und die Abkommen, aber die Erklärungspflicht bleibt immer. Eine US-Einbürgerung ist deshalb eine steuerliche Lebensentscheidung, kein Reisedokument-Upgrade. Zweitens die Green Card, wie oben beschrieben: Steuerpflicht bis zur förmlichen Rückgabe. Drittens der Substantial Presence Test: ansässig ist, wer im laufenden Jahr mindestens 31 Tage im Land war und über drei Jahre gewichtet auf 183 Tage kommt, wobei jeder Tag des laufenden Jahres voll zählt, jeder Vorjahrestag zu einem Drittel und jeder Tag des Jahres davor zu einem Sechstel. Die Faustformel für Dauergäste: Rund 120 Tage pro Jahr gehen sich dauerhaft knapp aus, ab etwa 122 Tagen jedes Jahr kippt die Rechnung.

Wichtig für Überwinterer: Wer im laufenden Jahr unter 183 Tagen bleibt, ein Steuer-Zuhause im Ausland hat und die engere Bindung dorthin nachweist (Formular 8840), bleibt trotz erfüllten Tests Nichtansässiger, die sogenannte Closer Connection Exception. Nicht mitgezählt werden Transittage unter 24 Stunden, Crew-Tage und Tage medizinisch erzwungener Ausreiseunfähigkeit; Studenten und Austauschkräfte mit F-, J-, M- oder Q-Status sind mit Formular 8843 ausgenommen. Reiner Immobilienbesitz löst keine Ansässigkeit aus. Nichtansässige versteuern nur US-Quelleneinkünfte und Einkommen aus einem US-Geschäftsbetrieb.

Die US-LLC: Amerikas mächtigstes Exportprodukt

Es gibt einen Grund, warum die USA in fast jedem Gespräch über internationale Steuergestaltung auftauchen, obwohl sie kein Wohnsitz-Steuerparadies sind: die amerikanische LLC. Sie ist steuerlich transparent, zahlt selbst keine Körperschaftsteuer und reicht ihre Gewinne an die Gesellschafter durch. Gehört sie einer Person, die weder US-Bürger noch US-ansässig ist, und erwirtschaftet sie ihre Einkünfte außerhalb der USA ohne US-Geschäftsbetrieb, fällt auf das operative Geschäft keine US-Bundeseinkommensteuer an: eine US-Gesellschaft mit US-Bankverbindung, aber ohne US-Steuerlast. Ob das im Ergebnis trägt, entscheiden Ort der Geschäftsleitung, Substanz und das Steuerrecht Deines Wohnsitzlandes, die Struktur muss von Anfang an stimmen. Die komplette Mechanik, alle 50 Bundesstaaten und die Fallstricke erklärt unsere Spezialseite Nullsteuer LLC.

Nachlasssteuer: 15 Millionen für die einen, 60.000 für die anderen

Kaum ein US-Steuerthema wird von Deutschen so unterschätzt wie die Bundesnachlasssteuer. Für US-Personen ist sie großzügig: Seit 2026 sind 15 Millionen Dollar pro Person freigestellt (dauerhaft festgeschrieben durch das Steuerpaket vom Juli 2025), darüber werden bis zu 40 Prozent fällig; Schenkungen sind bis 19.000 Dollar je Empfänger und Jahr meldefrei, an Ehegatten ohne US-Pass allerdings nur bis 194.000 Dollar pro Jahr. Für Nicht-Domizilierte gilt dagegen ein Freibetrag von lächerlichen 60.000 Dollar, und zwar auf sämtliches US-Belegenheitsvermögen: US-Immobilien, aber auch US-Aktien, selbst wenn sie im deutschen Depot liegen. Wer als Deutscher ohne US-Wohnsitz ein sechsstelliges Apple- und Microsoft-Depot vererbt, hat ein amerikanisches Steuerproblem, von dem er nie gehört hat. Die Milderung: Deutschland unterhält mit den USA eines der weltweit wenigen Erbschaftsteuer-Doppelbesteuerungsabkommen (1980/1998), das über eine anteilige Freibetragsrechnung deutlich helfen kann, die Anwendung ist ein Beratungsfall. Unser Video dazu findest Du in der Galerie.

Bundesstaat schlägt Bundessteuer: die 0-Prozent-Staaten

Neun Bundesstaaten erheben keine eigene Steuer auf Löhne und Einkommen: Alaska, Florida, Nevada, New Hampshire, South Dakota, Tennessee, Texas, Washington und Wyoming. Eine Fußnote verdient Washington, das seit einigen Jahren 7 Prozent auf hohe langfristige Kapitalgewinne erhebt (oberhalb von rund 262.000 Dollar), für Gründer also kein echter Nullstaat ist. Am anderen Ende stehen Kalifornien mit bis zu 13,3 Prozent (plus ungedeckelter Lohnabgabe, in der Spitze rund 14,4 Prozent auf Arbeitseinkommen) und New York mit bis zu 10,9 Prozent, in New York City kommen noch einmal rund 3,9 Prozent Stadtsteuer dazu. Der Preis der 0-Prozent-Staaten sind meist höhere Grund- und Verkaufssteuern: Texas finanziert sich spürbar über die Property Tax. Die Wahl des Bundesstaats ist die halbe Standortentscheidung.

Die deutsche Seite

Die USA sind im Regelfall kein Niedrigsteuerland im Sinne des § 2 AStG, die erweiterte beschränkte Steuerpflicht ist beim US-Wegzug daher normalerweise kein Thema. Sehr wohl aber die Wegzugsbesteuerung nach § 6 AStG: Hältst Du wesentliche Beteiligungen an Kapitalgesellschaften (ab 1 Prozent), besteuert Deutschland beim Wegzug die stillen Reserven, als hättest Du verkauft. Seit 2022 gilt einheitlich: Auf Antrag kann die Steuer in sieben Jahresraten gezahlt werden, in der Regel gegen Sicherheitsleistung, auch beim Umzug in ein Nicht-EU-Land wie die USA. Und wer seine deutsche Wohnung behält, dem hilft der ganze Umzug nichts: Über die ständige Wohnstätte bleibt die deutsche unbeschränkte Steuerpflicht bestehen, dazu unten mehr.

Luftaufnahme von Miami Beach mit Hotels, Strand und türkisfarbenem Wasser
Miami Beach: Florida erhebt keine Einkommensteuer, die Sonne gibt es kostenlos dazu

Für wen sich der Umzug in die USA lohnt (und für wen nicht)

✓ Die USA lohnen sich für

  • Gründer mit Exit-Ambitionen: QSBS stellt bis 15 Mio. $ Veräußerungsgewinn steuerfrei
  • Unternehmer und Selbständige mit E-2- oder O-1-Perspektive: niedrigere Steuern, größerer Markt
  • Gutverdiener in 0-%-Staaten: Texas oder Florida statt 45 % deutscher Spitzensteuer
  • Investoren: langfristige Kapitalgewinne mit 0/15/20 % privilegiert
  • Karriere-Angestellte mit Sponsor: US-Gehälter plus Kaufkraftvorteil trotz höherer Preise

✗ Eher nicht für

  • Ruheständler ohne Green-Card-Weg: Es gibt kein Rentnervisum, nur Überwintern
  • Wer steuerliche Flexibilität behalten will: Green Card und Pass binden weltweit, der Ausstieg kostet
  • Vermögende mit US-Titeln, aber ohne Plan: die 60.000-$-Nachlassfalle wartet auch ohne Umzug
  • Alle, für die die Krankenversicherung das Budget sprengt

Wer Nordamerika ohne Staatsbürgerschaftsbesteuerung will, vergleicht mit Kanada; wer das gegenteilige Steuermodell direkt an der US-Grenze sucht, mit Mexiko; und wer Hocheinkommen mit Zuzugsfenster verbinden will, mit dem Vereinigten Königreich.

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Visum, Green Card und der Weg zum Pass

Am Visum entscheidet sich alles, und hier ist Ehrlichkeit angebracht: Ohne Familie, Arbeitgeber, Kapital oder Losglück gibt es keinen dauerhaften Aufenthalt. Die Green-Card-Lotterie verlost jährlich rund 50.000 Karten bei einem Vielfachen an Bewerbern, und das Programm steht politisch unter Druck (Stand August 2026, vor Bewerbung aktuell prüfen). Das E-2-Investorenvisum verlangt eine „substanzielle" Investition, in der Praxis meist ab etwa 100.000 Dollar, ist beliebig verlängerbar, führt aber nie zur Green Card, und wer das Geschäft aufgibt, muss ausreisen. Das O-1-Visum für Menschen mit außergewöhnlichen Fähigkeiten ist der Gründer- und Freelancer-Weg, die Reihenfolge zählt: erst Auftrag oder Agent, dann Visum. Das EB-5-Investorenprogramm führt ab 800.000 Dollar (in Förderregionen, sonst 1.050.000) direkt zur Green Card, seine Verlängerung über September 2026 hinaus war zuletzt Gegenstand politischer Verhandlungen. Dazu kommen L-1 (Konzernversetzung) und H-1B (Fachkräfte-Lotterie) über Arbeitgeber. Ein Rentner- oder Passiveinkommens-Visum existiert nicht. Für Ruheständler bleiben ESTA (90 Tage) und das B-2-Besuchervisum (bis 180 Tage am Stück), Immobilienbesitz ändert daran nichts. Details zur Einreise im Visa-Guide.

Der Weg zum Pass führt über die Green Card: Einbürgerung nach fünf Jahren, drei bei Ehe mit US-Bürger. Nur solltest Du diesen Weg als das sehen, was er steuerlich ist: der Eintritt in die lebenslange, weltweite Steuerpflicht, aus der nur die förmliche Renunciation mit § 877A-Prüfung wieder herausführt. Praktisches: Immobilien kannst Du auch ohne Aufenthaltsstatus frei erwerben (beim späteren Verkauf behalten die USA von Nichtansässigen 15 Prozent FIRPTA-Quellensteuer ein, Details im Immobilien-Guide); das Konto braucht SSN oder ITIN und Geduld; und die private Krankenversicherung gehört vor die Einreise, nicht danach.

Steuern in den USA im Überblick

Steuer (Bundesebene, 2026)Satz
Einkommensteuer (sieben Stufen)10 bis 37 % (Spitzensatz ab 640.600 $ Single / 768.700 $ verheiratet)
Langfristige Kapitalgewinne (Haltedauer über 12 Monate)0 / 15 / 20 % (+ 3,8 % Investment-Zusatzsteuer ab 200.000 $ Einkommen)
Körperschaftsteuer21 % (+ Staaten-KSt ca. 1 bis 12 %, einzelne Staaten 0)
Einkommensteuer der Bundesstaaten0 % (neun Staaten) bis 13,3 % (Kalifornien)
Sales Tax (statt Mehrwertsteuer)meist 2,9 bis 7,25 % plus lokale Aufschläge, je nach Staat und Stadt
Grundsteuer (Property Tax, County-Sache)effektiv grob 0,3 bis 2,5 % des Marktwerts pro Jahr, je nach Staat und County
Nachlasssteuer US-Personenbis 40 % oberhalb 15 Mio. $ Freibetrag; Schenkungen 19.000 $/Jahr/Empfänger frei
Nachlasssteuer Nicht-Domizilierte (US-Vermögen)bis 40 % schon ab 60.000 $; Milderung über das Erbschaftsteuer-DBA möglich
Vermögensteuerkeine
DBA mit Deutschlandja (Einkommen 1989/2008; zusätzlich Erbschaftsteuer-DBA 1980/1998)
OECD CRSnein, die USA tauschen nur nach ihrem eigenen FATCA-System aus

Dollar-Schwellen nach der Inflationsanpassung für 2026. Vollständige Sätze und den weltweiten Vergleich findest Du im Steueratlas.

Deutsche Rente in den USA: nur Amerika besteuert

„Muss ich meine deutsche Rente in den USA versteuern?" ist die meistgestellte Leserfrage zu diesem Land, und die Antwort ist eindeutig: Ja, aber nur dort. Nach Artikel 18 Absatz 5 des DBA können Sozialversicherungsrenten ausschließlich im Ansässigkeitsstaat besteuert werden. Die deutsche gesetzliche Rente eines US-Ansässigen versteuert also nur die USA, Deutschland verzichtet komplett; drüben wird sie wie eine amerikanische Social-Security-Rente behandelt, von der höchstens 85 Prozent steuerbar sind. Private Renten und Betriebsrenten gehören nach Artikel 18 Absatz 1 ebenfalls dem Wohnsitzstaat, nur Beamtenpensionen bleiben in der Regel in Deutschland steuerpflichtig.

Und hier lohnt der Blick über die Grenze, weil er zeigt, wie leicht man DBA-Regeln verwechselt: Mexiko, der direkte Nachbar, regelt es exakt umgekehrt. Dort bleibt die deutsche gesetzliche Rente nach dem DBA ausschließlich in Deutschland steuerpflichtig, Mexiko rührt sie nicht an. Zwei Nachbarländer, zwei gegensätzliche Ergebnisse für denselben Rentenbescheid, wer hier vom einen aufs andere Land schließt, plant mit falschen Zahlen. Den mexikanischen Fall erklären wir auf unserer Mexiko-Seite.

Wichtig: Das Steuerthema ist für US-Ruheständler das kleinere Problem. Es gibt kein Rentnervisum, ohne Green Card bleibt nur das Überwintern, und als Nicht-EU-Land kennt Amerika kein S1-Formular: Die Krankenversicherung läuft privat, Medicare steht erst ab 65 und nur mit ausreichenden Beitragsjahren oder passendem Status offen. Die Krankenversicherung, nicht die Steuer, ist der Posten, der US-Ruhestandsträume kippt.

Die vollständige Aufschlüsselung nach Rentenart inklusive Medicare und Erbschaftsteuer findest Du auf unserer Schwesterseite Ruhestand im Ausland.

Besteuerung von Kryptowährungen in den USA

Die USA behandeln Krypto als Vermögensgegenstand: Gewinne sind Kapitalgewinne, nach über zwölf Monaten Haltedauer mit den privilegierten Sätzen von 0, 15 oder 20 Prozent, kurzfristig zum normalen Tarif. Für US-Ansässige (und damit auch für Green-Card-Halter weltweit) gilt das fürs gesamte Welt-Portfolio. Die komplette Analyse für die USA und über 60 weitere Länder findest Du auf unserer Schwesterseite KryptoSteuern.info.

Bunte Reihenhäuser mit Treppenaufgängen in einem amerikanischen Wohnviertel
Amerikanisches Wohnviertel: Die Property Tax des Countys finanziert Schulen und Straßen, je nach Staat 0,3 bis 2,5 Prozent im Jahr

Die Boris-Becker-Falle vermeiden

Dein Umzug in die USA muss echt sein. Ziehst Du in die Staaten, musst Du Deinen deutschen Wohnsitz vollständig aufgeben. Behältst Du auch nur eine Zweitwohnung als ständige Wohnstätte, bleibt die deutsche unbeschränkte Steuerpflicht bestehen, und Dein US-Wohnsitz bringt Dir steuerlich nichts, es geht Dir wie Boris Becker mit Monte Carlo. Nur ein echter Umzug mit verlagertem Lebensmittelpunkt und ausreichender Präsenz drüben zählt, im Zweifel mit der ganzen Familie. Die amerikanische Seite zählt übrigens genauso: Wer als „Tourist" faktisch in Florida lebt, rutscht über den Substantial Presence Test in die US-Welteinkommensteuer.

Rechne außerdem mit dem deutschen Nachspiel: Einige Monate nach der Abmeldung kommt regelmäßig der Fragebogen des Finanzamts mit 16 detaillierten Fragen zu Wegzug und neuem Lebensmittelpunkt. Ignorieren raten wir ausdrücklich nicht.

Der Wegzug aus deutscher Sicht

Für Einkünfte aus deutschen Quellen, etwa vermietete Immobilien oder GmbH-Ausschüttungen, bleibst Du nach dem Wegzug beschränkt steuerpflichtig; was davon Deutschland tatsächlich besteuern darf, regelt das DBA von 1989 in der Fassung von 2008. Die Aufteilung gehört vor dem Umzug geprüft, nicht danach.

Der große Posten ist die Wegzugsbesteuerung nach § 6 AStG: Ab 1 Prozent Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft besteuert Deutschland beim Wegzug die stillen Reserven, als hättest Du verkauft. Da die USA kein EU-Land sind, wird die Steuer grundsätzlich sofort festgesetzt; seit 2022 kann sie auf Antrag in sieben Jahresraten gezahlt werden, in der Regel gegen Sicherheitsleistung. Wer mit einer werthaltigen GmbH auswandert, braucht eine durchdachte Gestaltung, rechtzeitig vor dem Umzugstermin. Auf der deutschen Erbschaftsteuerseite gilt: Nach dem Wegzug hängt Dir § 2 ErbStG noch bis zu fünf Jahre nach, parallel zum US-Zugriff, hier hilft wiederum das Erbschaftsteuer-DBA, ein klassischer Beratungsfall.

Dein Wegzug im Überblick: Deutschland, Österreich, Schweiz

🇩🇪

Wegzugsteuer auf wesentliche Beteiligungen und bis zu zehn Jahre nachwirkende Steuerpflicht können greifen; was für USA gilt, steht oben im Dossier. Wegzug aus Deutschland →

🇦🇹

Der Wegzug nach USA gilt in Österreich als Veräußerung Deines Kapitalvermögens: 27,5 % auf den Wertzuwachs, ohne den EU-Aufschub. Wegzug aus Österreich →

🇨🇭

Die Schweiz kennt keine Wegzugssteuer auf privates Kapitalvermögen; entscheidend sind die saubere Abmeldung und die Quellensteuer auf später bezogene Vorsorgegelder. Wegzug aus der Schweiz →

Was die USA als Wohnsitzland attraktiv macht

Die Chancen-Maschine. Amerika ist das wirtschaftliche Kraftzentrum der Welt, Heimat der Konzerne, die bereit sind, die richtigen Kandidaten für Visum und Arbeitserlaubnis zu sponsern, und der Risikokapital-Kultur, die Gründer aus aller Welt anzieht. Die Kaufkraft liegt trotz höherer Preise über Deutschland, weil die Einkommen stärker gestiegen sind.

Die Vielfalt. Vom Skigebiet in Colorado über die Wüste Arizonas bis zu den Stränden Floridas bietet ein einziges Land jedes Klima und jeden Lebensstil, mit der Southwestern Cuisine, Tex-Mex und zweihundert Einwanderer-Küchen als kulinarischem Bonus. Wo Du landest, entscheidet über Dein Leben, und Du kannst innerhalb des Landes jederzeit neu entscheiden, ohne Visum, ohne Grenze, oft mit fünfstelligem Steuereffekt.

Die Weite. Texas allein ist fast doppelt so groß wie Deutschland, Land und Immobilien sind außerhalb der Küstenmetropolen erschwinglich, und Amerikaner wohnen im Schnitt doppelt so groß wie Europäer. Diese Weite verändert das Lebensgefühl, ich habe es in Texas selbst erlebt.

Lebenshaltungskosten in den USA

Die USA sind das einzige Land dieser Länderserie aus Amerika, das über deutschem Preisniveau liegt: Der Warenkorb ohne Miete kostet rund 2 Prozent mehr als in Deutschland, inklusive Miete sind es 16 Prozent, denn die Mieten liegen im Landesschnitt 67 Prozent über Deutschland. Dafür liegt die lokale Kaufkraft rund 12 Prozent höher, die Rechnung läuft hier über das Einkommen, nicht über die Ersparnis (Quelle: Numbeo, Stand August 2026).

PostenDurchschnitt
Einfaches Restaurant-Essenca. 20 $
Lebensmittel-Warenkorbca. 17 % über Deutschland
Restaurants gesamtca. 10 % über Deutschland
1-Zimmer-Wohnung, Stadtzentrum (Landesschnitt)ca. 1.640 $
Miete New York / San Francisco / Los Angelesweit darüber
Miete Sunbelt-Städte (z. B. Texas, Südosten)deutlich darunter

Durchschnittswerte laut Numbeo; tagesaktuelle Details dort.

Der eigentliche Preisanker der USA taucht in keiner Numbeo-Tabelle vollständig auf: die Krankenversicherung, deren Prämie je nach Alter und Plan das Miet-Budget erreichen kann. Und die Spreizung nach Staat und Stadt ist größer als jeder Ländervergleich, zwischen Manhattan und einer Kleinstadt in Tennessee liegen Welten. Was der teure Markt für Versicherungen bedeutet, zeigt der Versicherungs-Guide.

Korrekte Vorbereitung

Was ist der beste Zeitpunkt für einen Umzug? Steuerlich ist das US-Jahr das Kalenderjahr, und der Substantial Presence Test zählt ab dem ersten Anwesenheitstag. Wer im Herbst zieht, bleibt im Zuzugsjahr oft noch unter der US-Ansässigkeitsschwelle, das lässt sich mit der deutschen Abmeldung koordinieren. Wichtiger als der Monat ist die Reihenfolge: erst Struktur, dann Visum, dann Umzug.

Welches Visum trägt Dich? Das ist die zentrale Weichenstellung und gehört an den Anfang jeder Planung, nicht ans Ende. Und eine Warnung aus leidiger Erfahrung: Jobangebote, die Vorauszahlungen für Visa, Schulungen oder Gebühren verlangen, sind keine Jobs, sondern Betrug.

Was passiert mit meinem bestehenden Unternehmen? Eine deutsche GmbH kann weiterlaufen, aber Geschäftsführung aus den USA erzeugt Betriebsstätten-Risiko, und ab 1 Prozent Beteiligung steht die Wegzugsbesteuerung im Raum. Wer verkaufen will, verkauft besser vor dem Umzug; wer eine US-Struktur braucht, setzt sie vorher auf, gemeinsam mit unserer US-Kanzlei Mount Bonnell.

Was geschieht mit meiner jetzigen Wohnung? Die Aufgabe ist zwingend, sonst endet die unbeschränkte deutsche Steuerpflicht nicht. Verkaufen musst Du nicht, vermieten reicht; warum die Wohnung in Deutschland so gefährlich ist, liest Du im Steuerwissen.

Automatischer Informationsaustausch: die USA machen nicht mit

Ein oft übersehener Punkt: Die USA nehmen nicht am automatischen Informationsaustausch nach OECD CRS teil. Sie fahren mit FATCA ein eigenes, einseitiges System: US-Daten über eigene Steuerpflichtige will man lückenlos, ausländisches Kapital im eigenen Finanzplatz aber nicht durch übereifrige Amtshilfe verscheuchen. Für Dich heißt das: Nach einem echten Wegzug kannst Du Konten weltweit führen, entscheidend ist, dass Du erklärst, was in Deinem Wohnsitzland steuerbar ist, denn als US-Ansässiger unterliegst Du ohnehin den US-Meldepflichten (FBAR, FATCA) über Dein Weltvermögen. Wie Du Konten über Grenzen hinweg sauber organisierst, zeigt Dir Freedom Banking.

Guides für Dein Leben in den USA

Für die praktischen Fragen haben wir eigene, ausführliche Guides geschrieben:

Banking

Kontoeröffnung in den USA: SSN, Credit Score und Banken

Wohnen

Wohnung mieten in den USA: Credit Score, SSN und Mietbewerbung

Immobilien

Immobilie in den USA kaufen: Finanzierung, Steuern, Visa

Gesundheit

Gesundheitssystem USA: Was medizinische Versorgung wirklich kostet

Einreise

USA-Einreise mit ESTA oder Visum: Regeln, Kosten und Fristen

Familie

Mit Kindern in die USA: Visawege, Schulen und ehrliche Kostenrechnung

Alle Themenbereiche mit über 1.900 Artikeln findest Du in unseren Guides für Auswanderer.

So hilft Dir unsere Kanzlei bei Deinem Umzug in die USA

Unsere Kanzlei, die STM Corporate Group, hat schon viele Mandanten dabei unterstützt, den Wohnsitz ins Ausland zu verlegen. Mit unseren Büros in London, Valletta, Dublin und Austin sind wir für die USA besonders gut aufgestellt: Wir sitzen selbst in Texas, und mit unserer Schwesterkanzlei Mount Bonnell steht ein Team bereit, das sich ausschließlich mit US-Steuern und US-Markteintritt beschäftigt. Die Leistungen werden individuell zugeschnitten und umfassen üblicherweise:

  • Beratung zu den steuerlichen Konsequenzen des Umzugs: Analyse, Prognosen, Einschätzungen
  • Green-Card-Strategie: steuerliche Bewertung vor Erwerb, Haltefristen im Blick, saubere Aufgabe per I-407 ohne § 877A-Überraschung
  • Gründung und laufende Betreuung von US-Gesellschaften einschließlich der LLC, mit der Tiefe von nullsteuer.llc
  • Nachlass-Planung um die 60.000-Dollar-Falle: US-Titel, Depots und Immobilien vor dem Erbfall strukturieren
  • Renten-Planung mit DBA-Klarheit je Rentenart, inklusive Medicare-Frage
  • Prüfung der Wegzugsbesteuerung und GmbH-Strukturen vor dem Umzug
  • Vermittlung erprobter Partner für Einwanderungsrecht, Kontoeröffnung und Immobilien vor Ort

Im Grundsatz rechnen wir nach Aufwand ab; für manche Leistungen gelten Fixpreise. Im ersten Schritt raten wir Dir zur Buchung eines Beratungsgesprächs mit Sebastian, telefonisch, per Zoom oder Signal. Über zwanzig Jahre Beratungserfahrung und weit über hundert begleitete Unternehmer stehen hinter jedem Mandat.

Einstündiges Beratungsgespräch mit Sebastian

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Häufige Fragen zum Auswandern in die USA

Muss ich meine deutsche Rente in den USA versteuern?

Ja, aber nur dort: Nach Art. 18 Abs. 5 des DBA besteuert ausschließlich der Ansässigkeitsstaat die gesetzliche Rente. Die USA behandeln sie wie eine Social-Security-Rente, höchstens 85 % sind steuerbar, Deutschland verzichtet komplett. Beamtenpensionen bleiben dagegen in der Regel deutsch besteuert. Doppelt zahlst Du nie.

Ich habe die USA verlassen, meine Green Card aber behalten. Bin ich noch steuerpflichtig?

Ja. Die US-Steuerpflicht endet erst mit der förmlichen Aufgabe der Karte (Formular I-407) oder ihrer behördlichen Beendigung, nicht mit dem Wegzug. Bis dahin schuldest Du jährlich Erklärungen über Dein Welteinkommen samt FBAR-Meldungen. Und nach 8 von 15 Jahren Besitz droht bei der Aufgabe die Exit Tax nach § 877A, gib die Karte nie ungeplant zurück.

Was ist die 60.000-Dollar-Erbschaftsteuerfalle?

Nicht-Domizilierte, also auch Deutsche ohne US-Wohnsitz, zahlen US-Nachlasssteuer bis 40 % auf US-Belegenheitsvermögen oberhalb von nur 60.000 $. Dazu zählen US-Immobilien und US-Aktien, auch im deutschen Depot. Das Erbschaftsteuer-DBA Deutschland-USA kann über eine anteilige Freibetragsrechnung deutlich helfen, die Gestaltung gehört vor den Erbfall.

Wie viele Tage darf ich in den USA verbringen, ohne steuerpflichtig zu werden?

Der Substantial Presence Test zählt gewichtet über drei Jahre: aktuelle Tage voll, Vorjahr zu 1/3, Vorvorjahr zu 1/6; ab 31 Tagen im laufenden Jahr und 183 gewichteten Tagen bist Du ansässig. Rund 120 Tage pro Jahr gehen dauerhaft knapp gut. Wer unter 183 Tagen im Jahr bleibt und die engere Bindung zum Ausland nachweist (Formular 8840), bleibt trotzdem Nichtansässiger.

Kann ich eine US-LLC nutzen, ohne in den USA zu leben?

Ja, genau dann ist sie am stärksten: Als Nicht-US-Person ohne US-Geschäftsbetrieb zahlst Du auf Nicht-US-Einkünfte der LLC keine US-Bundeseinkommensteuer. Ob das Ergebnis steuerfrei bleibt, entscheidet Dein Wohnsitzland über Ort der Geschäftsleitung und Substanz. Die komplette Mechanik erklärt unsere Spezialseite nullsteuer.llc.

Wie hoch ist die Grundsteuer in den USA?

Die Property Tax ist County-Sache und liegt effektiv grob zwischen 0,3 % (etwa Hawaii) und über 2 % (New Jersey, Illinois) des Marktwerts pro Jahr. Texas liegt hoch, das ist der Preis der fehlenden Einkommensteuer. Anders als in Deutschland ist sie ein echter Kostenfaktor: Bei einem 500.000-$-Haus können je nach County mehrere tausend Dollar im Jahr anfallen.

Sollte ich US-Bürger werden, wenn ich die Möglichkeit habe?

Steuerlich ist das eine Lebensentscheidung: Der US-Pass bedeutet weltweite, lebenslange Steuer- und Erklärungspflicht, unabhängig vom Wohnort. Der Ausstieg führt nur über die förmliche Renunciation mit § 877A-Prüfung, ab 2 Mio. $ Vermögen oder hoher Steuerlast inklusive Exit Tax. Wer nie dauerhaft in den USA leben will, fährt mit der Green-Card-Frage (und oft ganz ohne) besser.

In welchem Bundesstaat zahle ich am wenigsten Steuern?

Neun Staaten erheben keine Einkommensteuer: Alaska, Florida, Nevada, New Hampshire, South Dakota, Tennessee, Texas, Washington und Wyoming, wobei Washington 7 % auf hohe Kapitalgewinne nimmt. Der Trade-off sind höhere Grund- und Verkaufssteuern. Gegenüber Kalifornien (bis 13,3 %) oder New York City (bis ca. 14,8 % kombiniert) ist der Staatenwechsel oft der größte Steuerhebel überhaupt.

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