Nähe zur Heimat und Steuervorteil schließen sich nicht aus. Die Kunst ist die richtige Kombination.
Jetzt Beratungsgespräch buchenDie Grundsatzfrage lautet: EU oder nicht EU? In der EU ziehst Du mit der Freizügigkeit einfach um, ohne Visum, ohne Investitionsnachweis; das gilt für Deutsche und Österreicher unmittelbar und für Schweizer über das Freizügigkeitsabkommen mit der EU. Dafür gelten überall die gemeinsamen Regeln, von den CFC-Vorschriften der ATAD bis zu den Meldepflichten. Außerhalb der EU brauchst Du einen Aufenthaltstitel, bekommst dafür aber oft die aggressiveren Steuermodelle. Beide Wege funktionieren, und beide stehen in dieser Tabelle.
Die Tabelle: Steuern in Europa 2026
Zwei Blöcke, EU und Nicht-EU. Die Spalte "Das zahlst Du" nennt das Modell, das für Zuzügler den Unterschied macht; die Bedingungen dahinter stehen in der letzten Spalte, denn am Satz scheitert selten jemand, an den Bedingungen oft.
| EU-Land | Das zahlst Du | Die Bedingungen |
|---|---|---|
| Bulgarien | 10 % Flat Tax auf alle Einkünfte | keine, gilt für jeden Ansässigen |
| Rumänien | 10 % Flat Tax; Mikrounternehmen 1 % vom Umsatz | Mikro-Regime seit 2026 nur noch bis 100.000 € Umsatz |
| Ungarn | 15 % Flat Tax, Körperschaftsteuer 9 % | keine; staatliche Renten in Ungarn steuerfrei |
| Tschechien | 15 % bis ca. 1,76 Mio. CZK, darüber 23 % | keine |
| Zypern | Non-Dom: Dividenden und Zinsen ohne Sonderabgabe, 17 Jahre | Verlängerung 2 × 5 Jahre gegen je 250.000 €; seit 2026: KSt 15 %, Krypto 8 % |
| Malta | Non-Dom: Auslandseinkünfte steuerfrei, solange nicht nach Malta überwiesen | Mindeststeuer 5.000 € ab 35.000 € Auslandseinkünften |
| Irland | Non-Dom: Auslandseinkünfte nur bei Überweisung nach Irland besteuert | ohne Pauschalgebühr; irische Einkünfte regulär |
| Griechenland | Pauschale 100.000 €/Jahr auf alle Auslandseinkünfte; Rentner 7 % | Pauschale: 500.000 € Investment, max. 15 Jahre; 7 %: ausländische Rente, max. 15 Jahre |
| Italien | Pauschale 300.000 €/Jahr auf alle Auslandseinkünfte | für Zuzug ab 2026 (vorher 200.000 €), max. 15 Jahre, Familienmitglied +50.000 € |
| Portugal | IFICI ("NHR 2.0"): 20 % auf portugiesische Arbeitseinkünfte, Auslandseinkünfte weitgehend frei | 10 Jahre, nur für definierte qualifizierte Tätigkeiten |
| Spanien | Beckham-Regime: 24 % bis 600.000 €, Auslandseinkünfte weitgehend frei | 6 Jahre, an Tätigkeit in Spanien geknüpft |
| Nicht-EU | Das zahlst Du | Die Bedingungen |
|---|---|---|
| Monaco | 0 % Einkommensteuer, seit 1869 | Bankguthaben üblicherweise ab 500.000 €, teuerste Mieten der Welt; Sonderregeln für Franzosen |
| Schweiz | Pauschalbesteuerung nach Lebensaufwand; private Kursgewinne steuerfrei | Bemessungsgrundlage beim Bund mindestens 435.000 CHF (2026), Kantone teils höher; keine Erwerbstätigkeit in der Schweiz |
| Andorra | max. 10 % (bis 24.000 €: 0 %, bis 40.000 €: 5 %) | passive Residenz seit Februar 2026 ab 1 Mio. € Investment |
| Großbritannien | FIG-Regime: Auslandseinkünfte und -gewinne 4 Jahre steuerfrei | davor 10 Jahre nicht in UK ansässig; Aufenthaltstitel nötig |
| Liechtenstein | 2,5 bis 22,4 %; Besteuerung nach Aufwand möglich | Aufenthaltstitel kaum zu bekommen |
| Montenegro | Lohn: 0/9/15 %; übrige Einkünfte 15 % | plus Gemeindezuschlag auf die Steuerschuld |
| Serbien | flache Sätze 10 bis 20 % je Einkunftsart | Jahreszusatzsteuer für hohe Einkommen; kein CRS-Austausch |
| Nordmazedonien | 10 % Flat Tax | keine |
| Moldau | 12 % Flat Tax | keine |
| Gibraltar | Category 2: Steuer nur auf die ersten 118.000 £ | mindestens 37.000 £, höchstens 42.380 £ pro Jahr; Vermögensnachweis |
| Jersey | 20 %; High-Value-Residency: 20 % auf die ersten 1,25 Mio. £, darüber 1 % | Zulassung als High-Value-Resident |
| Guernsey | 20 % mit Tax Cap 160.000 £ auf Auslandseinkünfte | Neuzuzügler mit Open-Market-Immobilie: Cap 60.000 £ für 4 Jahre |
| Isle of Man | 10/21 % mit Tax Cap 220.000 £ | bindende Wahl über mehrere Jahre |
Alle Sätze im August 2026 gegen die Quelle geprüft: PwC Worldwide Tax Summaries (Bulgarien 2.8., Rumänien 30.3., Ungarn 1.7., Tschechien 27.7., Malta 26.8., Irland 5.8., Schweiz 1.7., UK 23.7., Liechtenstein 9.6., Montenegro 7.8., Serbien 7.8., Nordmazedonien 23.7., Moldau 24.6., Jersey 22.7., Guernsey 17.12.25, Isle of Man 6.2.); Zypern: Steuerreform-Gesetze in Kraft seit 1.1.2026 (KPMG/Kendris, Januar 2026); Italien: Haushaltsgesetz 2026; Griechenland: Regime nach Art. 5A/5B; Rumänien-Mikroregime: Steueränderungsgesetze zum 1.1.2026; Andorra: Gesetz 2/2026 vom Februar 2026; Gibraltar: Category-2-Merkblätter 2025/26; Monaco: souveräne Verordnung von 1869, Praxis der Banken. Sätze ändern sich; vor einer Entscheidung prüfen wir den Stand für Dich nach.
In welchem Land zahlt man keine Steuern?
Die Kurzantwort für Europa: Monaco erhebt seit 1869 keine Einkommensteuer, verlangt dafür aber das teuerste Wohnen des Kontinents. Praktisch bei null landen auch Zuzügler mit den Non-Dom-Modellen: In Irland, Malta und auf Zypern bleiben Auslandseinkünfte unter den genannten Bedingungen unbesteuert, in Großbritannien vier Jahre lang komplett. Wichtig ist der Unterschied: Monaco ist steuerfrei für alles, die Non-Dom-Modelle nur für Auslandseinkünfte; wer vor Ort arbeitet oder verkauft, zahlt regulär. Die vollständige Antwort inklusive Nullsteuerländern außerhalb Europas findest Du in unserer Liste der steuerfreien Wohnsitzstaaten.
Die EU-Länder im Detail
🇧🇬 Bulgarien
Der einfachste Fall der Tabelle: 10 % auf alles, ohne Sonderantrag, ohne Frist, ohne Investment. Seit dem 1. Januar 2026 mit dem Euro, Schengen-Vollmitglied bereits seit 2025. Wer ein Regime ohne Verfallsdatum will, beginnt hier. Mehr zu Bulgarien.
🇷🇴 Rumänien
10 % Einkommensteuer, und für kleine Firmen das Mikro-Regime mit 1 % vom Umsatz. Aber die goldene Zeit ist vorbei: Seit dem 1. Januar 2026 gilt das Regime nur noch bis 100.000 € Jahresumsatz, darüber greift die reguläre Gewinnsteuer. Mehr zu Rumänien.
🇭🇺 Ungarn
9 % Körperschaftsteuer, die niedrigste der EU, plus 15 % Flat Tax auf persönliche Einkünfte. Staatliche Renten besteuert Ungarn nicht; ob das Heimatland zugreift, regelt das jeweilige Doppelbesteuerungsabkommen. Mehr zu Ungarn.
🇨🇿 Tschechien
15 % bis rund 1,76 Mio. CZK Jahreseinkommen, 23 % darüber, dazu eine bequeme Pauschalsteuer für kleine Selbständige. Kein spektakuläres Regime, aber solide, nah und mit dem Auto erreichbar. Mehr zu Tschechien.
🇨🇾 Zypern
Das Non-Dom-Modell überlebt die große Steuerreform: Auch nach dem 1. Januar 2026 bleiben Dividenden und Zinsen für Non-Doms 17 Jahre von der Sonderabgabe befreit, und neu lässt sich der Status zweimal um 5 Jahre verlängern, gegen eine Pauschale von 250.000 € je Periode. Der Preis der Reform: Körperschaftsteuer 15 % statt 12,5 %, und Kryptogewinne kosten künftig 8 %. Mehr zu Zypern.
🇲🇹 Malta
Auslandseinkünfte als Non-Dom steuerfrei, solange sie nicht nach Malta überwiesen werden, bei 5.000 € Mindeststeuer ab 35.000 € Auslandseinkünften. Englischsprachig, Schengen, etablierte Verwaltungspraxis. Mehr zu Malta.
🇮🇪 Irland
Als Non-Dom zahlst Du auf Auslandseinkünfte nur, was Du nach Irland überweist, ohne Zeitlimit und ohne Pauschalgebühr. Dazu eines der sichersten Länder der Welt, Rang 5 im Global Peace Index 2026. Details zum irischen Modell auf unserer Schwesterseite Saol Nua Plan. Mehr zu Irland.
🇬🇷 Griechenland
Drei Regime für drei Zielgruppen: die Pauschale von 100.000 € für Vermögende (Art. 5A, 500.000 € Investment, bis 15 Jahre), 7 % für ausländische Rentner (Art. 5B, bis 15 Jahre) dazu ein eigenes Begünstigungsregime für zuziehende Arbeitnehmer und Selbständige. Mehr zu Griechenland.
🇮🇹 Italien
Die Pauschalsteuer für Neuzuzügler ist zum 1. Januar 2026 von 200.000 auf 300.000 € pro Jahr gestiegen (Familienmitglieder je 50.000 €, bis zu 15 Jahre). Wer vor 2026 zugezogen ist, behält seinen alten Betrag. Rechnet sich weiterhin, aber erst bei sehr großen Auslandseinkünften. Mehr zu Italien.
🇵🇹 Portugal
IFICI ("NHR 2.0"): 20 % auf qualifizierte portugiesische Arbeitseinkünfte, Auslandseinkünfte weitgehend steuerfrei, 10 Jahre lang. Der Haken: Zugang nur noch über eine enge Liste qualifizierter Tätigkeiten, das alte Jedermann-NHR gibt es nicht mehr. Mehr zu Portugal.
🇪🇸 Spanien
Das Beckham-Regime besteuert spanische Arbeitseinkünfte mit 24 % bis 600.000 € und lässt die meisten Auslandseinkünfte sechs Jahre lang unangetastet. Geknüpft an eine Tätigkeit in Spanien. Mehr zu Spanien.
Europa außerhalb der EU im Detail
Kein EU-Recht, keine Freizügigkeit, dafür die steuerlich spannenderen Modelle. Wenn Dich gezielt der Weg aus der EU-Regulatorik interessiert, lies auch unsere Nicht-EU-Liste mit den Übersee-Optionen.
🇨🇭 Schweiz
Die Pauschalbesteuerung bemisst die Steuer nicht am Einkommen, sondern am Lebensaufwand: beim Bund 2026 mindestens 435.000 CHF Bemessungsgrundlage, in vielen Kantonen mehr, und nur für Ausländer ohne Erwerbstätigkeit in der Schweiz. Dazu bleibt der größte Standardvorteil des Landes: private Kursgewinne auf Wertschriften sind steuerfrei. Für Deutsche und Österreicher ist der Zuzug über das Freizügigkeitsabkommen unkompliziert. Mehr zur Schweiz.
🇦🇩 Andorra
Maximal 10 % Steuern, die ersten 24.000 € steuerfrei. Der Zugang ist 2026 teurer geworden: Die passive Residenz verlangt seit Februar 1 Mio. € Investment statt 600.000 €. Wer arbeitet oder gründet, kommt über die aktive Residenz günstiger hinein. Mehr zu Andorra.
🇬🇧 Großbritannien
Das FIG-Regime stellt Auslandseinkünfte und -gewinne 4 Jahre steuerfrei, und Du darfst das Geld sogar nach UK holen. Bedingung: vorher 10 Jahre nicht in UK ansässig, und seit dem Brexit brauchst Du einen Aufenthaltstitel. Mehr zum UK.
🇱🇮 Liechtenstein
Maximal 22,4 %, Besteuerung nach Aufwand möglich. Der Haken bleibt derselbe: Aufenthaltstitel sind kaum zu bekommen. Mehr zu Liechtenstein.
🇲🇨 Monaco
0 % Einkommensteuer seit 1869, gegen ein Bankguthaben von üblicherweise mindestens 500.000 € und die teuersten Mieten der Welt. Mehr zu Monaco.
🇲🇪 Montenegro
Monatslöhne bis 700 € steuerfrei, dann 9 und 15 %; übrige Einkünfte pauschal 15 %, plus Gemeindezuschlag auf die Steuerschuld. Euro als Währung, EU-Beitritt in Verhandlung. Mehr zu Montenegro.
🇷🇸 Serbien
Flache Sätze zwischen 10 und 20 % je nach Einkunftsart, echtes Großstadtleben in Belgrad, und bislang kein automatischer Informationsaustausch (CRS). Mehr zu Serbien.
🇲🇰 Nordmazedonien
10 % Flat Tax auf praktisch alle Einkünfte, niedrige Lebenshaltungskosten, unkomplizierter Alltag. Mehr zu Nordmazedonien.
🇲🇩 Moldau
12 % Flat Tax, dazu die niedrigsten Kosten Europas. Ein Land für Frühentschlossene, nicht für Komfortsucher. Mehr zu Moldau.
🇬🇮 Gibraltar
Category-2-Status: besteuert werden nur die ersten 118.000 £ des Einkommens, im Ergebnis zwischen 37.000 und 42.380 £ Steuer im Jahr, egal wie viel Du verdienst. Mehr zu Gibraltar.
🇯🇪 Jersey
20 % Standardsatz; als High-Value-Resident zahlst Du 20 % auf die ersten 1,25 Mio. £ und 1 % auf alles darüber. Mehr zu Jersey.
🇬🇬 Guernsey
20 % flat mit Tax Cap von 160.000 £ auf Auslandseinkünfte; Neuzuzügler mit Open-Market-Immobilie zahlen vier Jahre lang höchstens 60.000 £. Mehr zu Guernsey.
🇮🇲 Isle of Man
10 und 21 % mit Tax Cap von 220.000 £ pro Person bei bindender Wahl. Mehr zur Isle of Man.
🇹🇷 Nordzypern
Niedrige Kosten am Mittelmeer, aber rechtlich eine Grauzone: international nicht anerkannt, ohne Doppelbesteuerungsabkommen. Was steuerlich auf dem Papier gilt und was in der Praxis, gehört im Einzelfall geprüft. Mehr zu Nordzypern.
Der Blick zurück nach Hause
Europa heißt kurze Wege, auch für das Finanzamt. Wer nach dem Wegzug regelmäßig zurückkommt, eine Wohnung behält oder die Familie im Heimatland lässt, riskiert, dass der Lebensmittelpunkt nie wirklich verlagert wurde; diese Logik kennen Deutschland, Österreich und die Schweiz gleichermaßen. Für Deutsche kommt dazu: Viele Länder dieser Liste gelten als Niedrigsteuerland im Sinne des § 2 AStG, mit bis zu zehn Jahren erweiterter beschränkter Steuerpflicht auf deutsche Einkünfte. Was beim Wegzug aus Österreich oder der Schweiz gilt, steht in den eigenen Kapiteln: Wegzug aus Österreich und Wegzug aus der Schweiz.
EU-Freizügigkeit oder Nicht-EU-Steuermodell: Was für Dich passt, hängt an Einkommen, Familie und Rückkehrplänen.
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