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Australien

Australien: Das stille Steuer-Privileg von Down Under

Das Hochsteuerland mit dem bestgehüteten Privileg: Wer auf einem temporären Visum lebt, zahlt keine australische Steuer auf Auslandseinkünfte, und Erbschaft- wie Vermögensteuer existieren gar nicht erst. Dafür verlangt das Punktesystem Qualifikation, ein Renten-Visum gibt es praktisch nicht, und die Mieten spielen Weltspitze. Die ehrliche Down-Under-Rechnung.

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Sieben Australien-Folgen, vom Temporary-Resident-Trick bis zum ehrlichen Rückkehrer-Bericht, eine Auswahl in der Galerie unten, alle auf unserem YouTube-Kanal Perspektive Ausland.

0 %

auf Auslandseinkünfte als Temporary Resident, solange das Visum temporär ist

Keine

Erbschaft-, Schenkung- und Vermögensteuer, seit Jahrzehnten abgeschafft

45 %

Spitzensteuersatz plus Medicare: für Ansässige kein Niedrigsteuerland

15 %

DBA-Deckel für deutsche Renten mit Rentenbeginn ab 2017

Punkte

Skilled Migration als Königsweg, praktisch kein Renten-Visum

+51 %

Mieten über Deutschland: Sydney spielt Weltspitze

Australien als Steuerstandort: das Temporary-Resident-Privileg

Australien besteuert Ansässige progressiv bis 45 Prozent (plus 2 Prozent Medicare-Abgabe) auf das Welteinkommen, und trotzdem steckt im System ein Privileg, das unser Hauptvideo seit Jahren erklärt: Temporary Residents, also Inhaber temporärer Visa (vom Arbeitgeber-Sponsoring bis zu bestimmten Partner-Konstellationen), zahlen keine australische Steuer auf ausländische Einkünfte: Dividenden, Zinsen, Mieten und Kursgewinne aus dem Rest der Welt bleiben unangetastet, nur australische Quellen und weltweites Arbeitseinkommen laufen in den Tarif, und das ohne Vier-Jahres-Limit wie in Neuseeland, solange der Visa-Status temporär bleibt. Dazu kennt Australien keine Erbschaft-, keine Schenkung- und keine Vermögensteuer, Kapitalgewinne genießen nach einem Jahr Haltefrist 50 Prozent Rabatt, und das Superannuation-System schafft im Alter eine weitgehend steuerfreie Auszahlungs-Welt. Die GST liegt bei 10 Prozent, die Körperschaftsteuer bei 25 bis 30 Prozent.

Die ehrliche Gegenrechnung: Wer permanent wird (und das ist das Ziel der meisten Einwanderungswege), verliert das Privileg und landet im vollen Welteinkommens-Zugriff eines Hochsteuerlandes; ein Renten-Visum existiert praktisch nicht mehr (unser Video dazu unten), die Einwanderung läuft über Qualifikation, Arbeitgeber oder Familie, und die Wohnkosten spielen Weltspitze. Australien ist damit kein Steuer-Ziel im klassischen Sinn, sondern ein Lebensqualitäts-Ziel mit einem bemerkenswerten Steuer-Fenster für die, die temporär bleiben können, und genau diese Konstellation strukturieren wir.

Alle Details und den weltweiten Vergleich findest Du in unserem Steueratlas.

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Australien auf der Karte

Ein Kontinent als Land, 21-mal so groß wie Deutschland, mit 27 Millionen Einwohnern fast ausschließlich entlang der Küsten: Zwischen Sydney und Perth liegen vier Flugstunden und drei Zeitzonen, und das rote Zentrum bleibt der Mythos, den die meisten Australier selbst nur aus dem Flugzeugfenster kennen.

Ein Kontinent als Land: Größere Karte auf OpenStreetMap ansehen.

Sydney ist Finanzplatz, Ikone und Mietpreis-Weltmeister in einem, Melbourne die Kultur- und Kaffee-Hauptstadt mit europäischerem Takt, Brisbane und die Gold Coast das boomende Sonnen-Revier (Olympia 2032 inklusive), Perth die isolierte Rohstoff-Metropole mit Indik-Stränden, und Adelaide der unterschätzte Preis-Leistungs-Sieger mit Weinbergen vor der Tür. Tasmanien liefert Kühle und Natur für Klimawandel-Bewusste, Canberra bleibt die Hauptstadt, die alle vergessen, und die Regional-Zentren von Wollongong bis Cairns locken Einwanderer mit Extra-Punkten im Visa-System.

Luftaufnahme des Sydney Opera House am Hafen
Sydney: Oper, Hafen und die teuersten Wohnlagen der Südhalbkugel

Das sagen andere über Australien

„Ich liebe ein sonnenverbranntes Land, ein Land weiter Ebenen, zerklüfteter Bergketten, der Dürren und der Regenfluten."Dorothea Mackellar, „My Country", zuerst als „Core of My Heart" im Londoner „Spectator" vom 5. September 1908; eigene Übertragung
„Die australische Geschichte liest sich nicht wie Geschichte, sondern wie die schönsten Lügen."Mark Twain, „Following the Equator" (1897); er fügt hinzu, dass sie trotzdem wahr ist; eigene Übertragung

Beide Zeilen sind über hundert Jahre alt und haben sich gehalten, weil sie stimmen. Steuerlich ist Australien allerdings kein sonnenverbranntes Paradies: Es besteuert Ansässige auf das Welteinkommen, dazu kommen hohe Spitzensätze.

Land und Leute: Easy-going mit Regelwerk

27 Millionen Einwohner, jeder Dritte im Ausland geboren, englischsprachig mit 300 gesprochenen Sprachen dahinter: Australien ist die erfolgreichste Einwanderungs-Gesellschaft der Welt, und Deutsche (rund 130.000 leben im Land) gelten als geschätzte, unauffällig integrierte Gruppe. Der Ton ist locker („no worries" ist Lebensprogramm), Hierarchien sind flach, der Vorname gilt vom Praktikanten bis zum CEO, und die Barbecue-plus-Sport-Kultur öffnet Neuankömmlingen schneller Türen als jedes Netzwerk-Event, wer samstags beim Footy oder im Surf Life Saving Club auftaucht, hat nach einem Monat mehr Bekannte als nach einem Jahr deutscher Vereinsmeierei. Zugleich ist das Land erstaunlich durchreguliert, von der Fahrrad-Helmpflicht bis zur Quarantäne-Strenge, die legendär bleibt: Easy-going heißt nicht regellos.

Die Institutionen tragen: stabile Demokratie, unabhängige Justiz, Medicare als solides Gesundheits-Grundsystem (privat ergänzt), Weltklasse-Universitäten und eine Wirtschaft, die seit den Neunzigern nur eine einzige Rezession kannte, Rohstoffe, Bildungs-Exporte und Zuwanderung sei Dank. Unser Video zur EU-Freizügigkeits-Debatte ordnet ein, warum Australien in Krisen-Szenarien regelmäßig als sicherster Hafen der Welt gehandelt wird.

Die Ehrlichkeit. Die Wohnkrise ist das dominierende Innenpolitik-Thema: Mieten 51 Prozent über Deutschland, Sydney-Kaufpreise jenseits jeder Einkommens-Logik, und der Traum vom Haus mit Garten ist für Normalverdiener in den Metropolen geplatzt. Die Distanz nach Europa (22 Stunden Flug, acht bis zehn Stunden Zeitverschiebung) zermürbt Familien-Bindungen, unser Rückkehrer-Video in der Galerie erzählt das ungeschönt, und Buschfeuer, Fluten und die Sonne mit Weltspitzen-Hautkrebsraten gehören zur Geographie. Australien belohnt die, die wirklich ankommen wollen, nicht die, die nur dem Winter entfliehen.

So funktioniert das Steuersystem im Detail

Temporary Resident: das Privileg im Detail

Steuerlich ansässig wird, wer seinen Lebensmittelpunkt nach Australien verlegt oder 183 Tage im Land ist; besteuert wird dann grundsätzlich das Welteinkommen. Der Sonderstatus Temporary Resident gilt für Inhaber temporärer Visa (ohne australischen Ehepartner mit Daueraufenthalt): Sie versteuern nur australische Einkünfte plus weltweites Arbeitseinkommen, während ausländische Kapitalerträge, Mieten und die meisten Kursgewinne steuerfrei bleiben, unbefristet, solange der Status hält. Für entsandte Fachkräfte, Arbeitgeber-gesponserte Spezialisten und vermögende Zuzügler auf temporären Wegen ist das ein mächtiges Fenster, das viele erst nach der Ankunft entdecken, dann aber rückwirkend nicht mehr optimieren können. Unser Video zur australischen Nomaden-Besteuerung zeigt zugleich die Gegenrichtung: Bei der Ansässigkeits-Definition zieht Australien die Schrauben an, halbherzige Konstruktionen tragen nicht.

Der Tarif und die stillen Stärken

Der Einkommensteuer-Tarif läuft progressiv bis 45 Prozent ab 190.000 AUD (plus 2 Prozent Medicare Levy), ohne separate Sozialversicherungsbeiträge; stattdessen zahlt der Arbeitgeber verpflichtend in die Superannuation (aktuell 12 Prozent des Gehalts), deren Auszahlungen ab 60 weitgehend steuerfrei fließen, das eigentliche Renten-Fundament des Landes. Kapitalgewinne werden nach einem Jahr Haltefrist nur zur Hälfte besteuert, Erbschaften und Schenkungen sind steuerfrei (mit CGT-Fortführungs-Logik), das Eigenheim bleibt beim Verkauf komplett unbesteuert, und Franking Credits entschärfen die Dividenden-Doppelbelastung australischer Aktien. Die Steuererklärung läuft digital über myTax und ist für Angestellte in einer Stunde erledigt, Steuerberater-Kosten sind absetzbar und die Beratungs-Kultur entsprechend entspannt.

Die deutsche Seite: das moderne DBA

Das DBA von 2015 regelt sauber: Erwerbseinkommen dort, wo gearbeitet wird, Unternehmensgewinne mit Betriebsstätten-Logik, und bei Renten die Antwort auf die meistgesuchte Leserfrage (nächster Abschnitt). Aus deutscher Sicht gelten die Standards: sauberer Wegzug, Wegzugsbesteuerung bei GmbH-Beteiligungen (Nicht-EU: grundsätzlich sofort fällig), und Australien ist als Hochsteuerland kein Fall für die erweiterte beschränkte Steuerpflicht, das vereinfacht die Planung erheblich.

Die Zwölf Apostel an der Great Ocean Road im Abendlicht
Great Ocean Road: Die Zwölf Apostel, Victorias Antwort auf jede Warum-Australien-Frage

Für wen sich der Umzug lohnt (und für wen nicht)

✓ Australien lohnt sich für

  • Fachkräfte gefragter Berufe: Punktesystem, Top-Gehälter, Perspektive Daueraufenthalt
  • Temporär Entsandte mit Auslandsvermögen: das Temporary-Resident-Fenster nutzen
  • Vermögens-Erben: keine Erbschaft- und Vermögensteuer, 50-%-CGT-Rabatt
  • Familien mit Langfrist-Plan: Sicherheit, Bildung, Einwanderungs-Gesellschaft

✗ Eher nicht für

  • Ruheständler: ein Renten-Visum existiert praktisch nicht mehr
  • Steuer-Optimierer mit Permanent-Plänen: 45 % auf das Welteinkommen warten
  • Europa-Verbundene und Miet-Budgets: Distanz und Wohnkosten sind brutal

Wer das Auswandern nach Down Under mit Steuer-Fenster sucht, vergleicht mit Neuseeland (4 Jahre, aber mit klarem Ablaufdatum); die Familien-Vermögens-Perspektive teilt sich Australien mit Kanada, unser Doppel-Video in der Galerie rechnet beide durch.

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Visa und Aufenthalt: das Punktesystem

Australien wählt seine Einwanderer aktiv aus: Der Königsweg ist die Skilled Migration (Punktesystem nach Alter, Qualifikation, Englisch, Berufserfahrung, mit Berufslisten, die sich laufend ändern), daneben tragen Arbeitgeber-Sponsoring (der neue Skills-in-Demand-Rahmen), Partner- und Familienwege sowie Studien-Routen mit Anschluss-Perspektive. Working-Holiday-Visa öffnen Deutschen bis 35 den unkomplizierten Einstieg auf Zeit, Investoren-Programme wurden dagegen 2024 weitgehend geschlossen, Geld allein kauft in Australien kein Visum mehr. Wichtig für die Steuer-Strategie: Temporäre Visa tragen das Steuer-Privileg, permanente beenden es, der Übergang will deshalb bewusst getimt sein, idealerweise nach realisierten Auslands-Erträgen und vor dem Aufbau australischer Vermögenswerte.

Praktisch: Die Anerkennung deutscher Abschlüsse (Skills Assessment) ist der zeitkritische erste Schritt (Monate!), Konten und Steuernummer (TFN) sind nach Ankunft Routine, Medicare greift für Permanent Residents (Deutschland hat kein Sozialversicherungs-Abkommen für Krankenversorgung, temporär gilt Versicherungspflicht), und der Immobilienkauf ist für Ausländer reguliert: Temporary Residents kaufen mit FIRB-Genehmigung (Bestand nur eingeschränkt, Neubau bevorzugt), Permanent Residents frei.

Steuern in Australien im Überblick

SteuerSatz
Temporary Resident (temporäres Visum)Auslandseinkünfte steuerfrei (außer Arbeitseinkommen), unbefristet
Einkommensteuer (Ansässige)progressiv bis 45 % ab 190.000 AUD + 2 % Medicare
KapitalgewinneTarif; 50 % Rabatt nach 1 Jahr Haltefrist; Eigenheim steuerfrei
Erbschaft- und Schenkungsteuerkeine
Vermögensteuerkeine
Superannuation12 % Arbeitgeber-Pflichtbeitrag; Auszahlungen ab 60 weitgehend steuerfrei
GST (Mehrwertsteuer)10 %
Körperschaftsteuer25 % (kleine) / 30 %
Grundsteuern/Stamp Dutybundesstaatlich, beim Kauf erheblich
DBA mit Deutschlandja (2015), inkl. 15-%-Renten-Deckel

Vollständige Sätze und den weltweiten Vergleich findest Du im Steueratlas.

Deutsche Rente in Australien: die DBA-Antwort

Die meistgesuchte Frage unserer Leser (die Renten-Seite schlägt sogar die Länder-Seite), und das DBA von 2015 beantwortet sie zweistufig: Renten gehören grundsätzlich dem Wohnsitzstaat Australien, aber bei Rentenbeginn ab 2017 darf auch Deutschland als Quellenstaat zugreifen, gedeckelt auf 15 Prozent des Bruttobetrags; Australien rechnet die deutsche Steuer an und zieht bei der eigenen Veranlagung den unversteuerten Kaufpreis-Anteil (UPP) ab. Wer vor 2017 in Rente ging, bleibt allein australisch besteuert. Die Praxis-Falle liegt woanders: Ein Visum für den Ruhestand existiert praktisch nicht mehr, ohne Familien-Anker (Kinder mit Daueraufenthalt) führt kaum ein Weg zum Alterssitz, unser Video dazu erklärt die wenigen verbliebenen Routen.

Wichtig: Für die Renten-Phase zählt neben der Steuer die Versorgung: Medicare greift erst mit Daueraufenthalt, private Deckung ist teuer im Alter, und die 22 Flugstunden zu Enkeln und Fachärzten Europas sind keine Fußnote. Die Australien-Rente funktioniert am besten als Familien-Nachzug, nicht als Solo-Projekt.

Die vollständige Aufschlüsselung nach Rentenart findest Du auf unserer Schwesterseite Ruhestand im Ausland.

Besteuerung von Kryptowährungen in Australien

Krypto gilt als CGT-Asset: Gewinne laufen in den Tarif, nach einem Jahr Haltefrist mit 50 Prozent Rabatt, und die ATO gleicht Börsendaten systematisch ab, die Zeiten der Grauzone sind vorbei. Als Temporary Resident bleiben ausländisch verwahrte Krypto-Gewinne dagegen regelmäßig außerhalb des australischen Zugriffs, ein weiterer Baustein des Fensters. Die komplette Analyse findest Du auf unserer Schwesterseite KryptoSteuern.info.

Kalksteinsäulen der Zwölf Apostel in der Abenddämmerung
Der Southern Ocean nagt weiter: Von den zwölf Aposteln stehen noch acht

Die Boris-Becker-Falle vermeiden

Dein Umzug nach Australien muss echt sein. Der Temporary-Resident-Vorteil und die DBA-Zuordnungen greifen nur mit echtem Ansässigkeits-Wechsel: Hauptwohnsitz vollständig aufgeben, Lebensmittelpunkt nachweisbar verlagern, echte Präsenz leben. Bei 22 Flugstunden ist der Lebensmittelpunkt immerhin leicht zu beweisen, wer wirklich in Down Under lebt, hat die stärksten Karten.

Rechne mit dem Nachspiel: Etwa drei bis zwölf Monate nach der Abmeldung kommt regelmäßig der Fragebogen des Finanzamts mit 16 detaillierten Fragen zum Wegzug. Ignorieren raten wir ausdrücklich nicht.

Steuerliche Gesichtspunkte eines Wegzuges

Für Einkünfte aus deutschen Quellen bleibst Du beschränkt steuerpflichtig; das DBA verteilt die Rechte klar, und als Hochsteuerland löst Australien keine erweiterte beschränkte Steuerpflicht aus, der Wegzug ist steuerlich der Standard-Fall.

Hältst Du wesentliche Beteiligungen an Kapitalgesellschaften (ab 1 Prozent), greift beim Wegzug die Wegzugsbesteuerung nach § 6 AStG: Deutschland besteuert die stillen Reserven Deiner Anteile, als hättest Du sie verkauft, und beim Wegzug in ein Nicht-EU-Land wie Australien ist die Steuer grundsätzlich sofort fällig (Ratenzahlung nur auf Antrag gegen Sicherheitsleistung). Die Kombination aus Wegzugsbesteuerung, Temporary-Fenster und australischem CGT-Einstiegswert will als Gesamtbild geplant sein.

Dein Wegzug im Überblick: Deutschland, Österreich, Schweiz

🇩🇪

Wegzugsteuer auf wesentliche Beteiligungen und bis zu zehn Jahre nachwirkende Steuerpflicht können greifen; was für Australien gilt, steht oben im Dossier. Wegzug aus Deutschland →

🇦🇹

Der Wegzug nach Australien gilt in Österreich als Veräußerung Deines Kapitalvermögens: 27,5 % auf den Wertzuwachs, ohne den EU-Aufschub. Wegzug aus Österreich →

🇨🇭

Die Schweiz kennt keine Wegzugssteuer auf privates Kapitalvermögen; entscheidend sind die saubere Abmeldung und die Quellensteuer auf später bezogene Vorsorgegelder. Wegzug aus der Schweiz →

Was Australien als Wohnsitzland attraktiv macht

Das Gehalts-Lebens-Paket. Mindestlohn und Facharbeiter-Gehälter gehören zur Weltspitze, die Superannuation baut nebenbei Vermögen auf, und der Feierabend gehört Strand, Sport und Barbecue: Wer im Punktesystem punktet, tauscht deutsches Gehaltsniveau gegen ein spürbar größeres Paket, trotz der Wohnkosten.

Natur in Kontinentalformat. Great Barrier Reef, Great Ocean Road, Uluru, Tasmaniens Wildnis und 12.000 Strände: Australien liefert Naturwunder in einer Dichte, die selbst Vielreisende demütig macht, und die Städte-Strand-Nähe (Bondi liegt im Stadtgebiet) ist Alltag, nicht Urlaub.

Die Einwanderungs-DNA. Jeder Dritte ist im Ausland geboren, Aufstieg funktioniert über Leistung statt Herkunft, und niemand fragt nach dem Akzent von übermorgen: Wer gebraucht wird und mitmacht, gehört dazu, schneller als fast überall sonst im Westen.

Kaffee, Küche, Klima. Melbournes Flat-White-Kultur hat die Kaffee-Welt kolonisiert, die Restaurant-Szene fusioniert Asien und Europa auf Weltklasse-Niveau (die Nähe zu Vietnam, Japan und Thailand schmeckt man), Barossa und Margaret River füllen die Weinkeller, und das Klima reicht vom tropischen Queensland über mediterranes Adelaide bis zu Tasmaniens Vier-Jahreszeiten-Kühle: Jeder findet seinen Breitengrad, und fast alle finden ihn draußen statt.

Lebenshaltungskosten in Australien

Die Zahlen: Ohne Miete liegt das Leben rund 7 Prozent über Deutschland, aber die Mieten liegen 51 Prozent darüber (Sydney deutlich mehr), und Lebensmittel kosten 29 Prozent mehr, unterm Strich rund 16 Prozent über deutschem Gesamtniveau, bei allerdings höheren Löhnen. Die aktuellen Vergleichswerte (Quelle: Numbeo, Stand August 2026):

PostenVergleich zu Deutschland
Gesamtkosten ohne Mieteca. +7 %
Mietenca. +51 % (Sydney weit darüber)
Lebensmittelca. +29 %
Restaurantsca. +3 %
Gesamtkosten inkl. Mieteca. +16 %
Kaufkraft vor Ortca. +3 % über Deutschland (Löhne kompensieren)

Vergleichswerte laut Numbeo; tagesaktuelle Details dort.

Die Standort-Mathematik: Sydney frisst mit Wohnkosten jeden Gehaltsvorteil, Melbourne und Brisbane liegen spürbar darunter, Adelaide und Perth bieten das beste Verhältnis, und Regional-Australien kombiniert niedrigere Kosten mit Visa-Bonuspunkten, für viele Einwanderer die klügste Eintrittstür. Zwei Posten verdienen Extra-Zeilen: Kinderbetreuung (unter den teuersten der OECD, staatliche Zuschüsse einrechnen) und das Auto, das im Flächenland außerhalb der Zentren schlicht Pflicht ist, mit Benzinpreisen unter deutschem Niveau als Trost.

Korrekte Vorbereitung

Was ist der beste Zeitpunkt für einen Umzug? Steuerlich zählt der saubere Jahresschnitt (das australische Steuerjahr endet am 30. Juni, was Gestaltungs-Spielräume öffnet); beim Visum diktiert das Verfahren den Takt, vom Skills Assessment bis zur Erteilung vergehen realistisch neun bis achtzehn Monate.

Brauche ich ein Visum? Ja, immer: Skilled Migration, Arbeitgeber-Sponsoring, Partner/Familie oder Working Holiday (unter 35). Ein Renten- oder reines Kapital-Visum existiert praktisch nicht; die Steuer-Strategie hängt direkt an der Visa-Kategorie (temporär vs. permanent).

Was passiert mit meinem bestehenden Unternehmen? Eine deutsche GmbH von Sydney aus zu führen erzeugt Betriebsstätten-Fragen unter dem DBA; der saubere Weg führt über Verkauf, Übergabe oder eine australische Struktur, abgestimmt auf Wegzugsbesteuerung und den Temporary-Status.

Was geschieht mit meiner jetzigen Wohnung? Die Aufgabe ist zwingend, sonst endet die unbeschränkte deutsche Steuerpflicht nicht. Verkaufen musst Du nicht, vermieten reicht; warum die Wohnung in Deutschland so gefährlich ist, liest Du im Steuerwissen.

Automatischer Informationsaustausch gemäß OECD CRS

Australien tauscht automatisch Kontodaten mit Deutschland aus, und die ATO gehört zu den datengetriebensten Steuerbehörden der Welt. Nach einem echten Wegzug ist das unkritisch: Du versteuerst dann nach australischen Regeln, als Temporary Resident für Auslandserträge also gar nicht. Wie Du Konten über Grenzen hinweg sauber organisierst, zeigt Dir Freedom Banking.

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Für die praktischen Fragen rund ums Auswandern haben wir eigene, ausführliche Guides geschrieben:

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So hilft Dir unsere Kanzlei bei Deinem Umzug nach Australien

Unsere Kanzlei, die STM Corporate Group, hat schon viele Mandanten dabei unterstützt, den Wohnsitz ins Ausland zu verlegen, auch nach Down Under. Mit unseren Büros in London, Valletta, Dublin und Austin sind wir bestens gerüstet, Dich zu begleiten, und arbeiten in Australien mit erprobten Partnern zusammen. Die Leistungen werden individuell zugeschnitten und umfassen üblicherweise:

  • Beratung zu den steuerlichen Konsequenzen des Umzugs: Analyse, Prognosen, Einschätzungen
  • Temporary-Resident-Strategie: Fenster nutzen, Übergang zu permanent bewusst timen
  • Visa-Koordination mit registrierten Migration Agents, vom Skills Assessment an
  • Renten-Planung nach dem 15-%-DBA-Deckel samt UPP-Logik
  • Prüfung der Wegzugsbesteuerung und GmbH-Strukturen vor dem Umzug
  • Superannuation- und CGT-Einstiegswert-Planung bei Ankunft
  • Steuereffiziente Strukturierung von Vermögen über Auslandsgesellschaften, Holdings und Trusts

Im Grundsatz rechnen wir nach Aufwand ab; für manche Leistungen gelten Fixpreise. Im ersten Schritt raten wir Dir zur Buchung eines Beratungsgesprächs mit Sebastian, telefonisch, per Zoom oder Signal. Über zwanzig Jahre Beratungserfahrung und weit über hundert begleitete Unternehmer stehen hinter jedem Mandat.

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Häufige Fragen zum Auswandern nach Australien

Was ist das Temporary-Resident-Privileg?

Inhaber temporärer Visa (ohne australischen Partner mit Daueraufenthalt) zahlen keine australische Steuer auf ausländische Kapitalerträge, Mieten und die meisten Kursgewinne, nur australische Quellen und weltweites Arbeitseinkommen laufen in den Tarif. Anders als in Neuseeland gibt es kein Vier-Jahres-Limit: Das Fenster hält, solange der Visa-Status temporär bleibt, und endet mit der Permanent Residency.

Wo wird meine deutsche Rente versteuert?

Grundsätzlich im Wohnsitzstaat Australien (mit UPP-Abzug); bei Rentenbeginn ab 2017 darf zusätzlich Deutschland als Quellenstaat zugreifen, gedeckelt auf 15 % des Bruttobetrags, Australien rechnet die deutsche Steuer an. Wer vor 2017 in Rente ging, bleibt allein australisch besteuert.

Kann ich als Rentner nach Australien auswandern?

Praktisch kaum noch: Die klassischen Retirement-Visa sind geschlossen, Investoren-Programme wurden 2024 eingestellt, und ohne Familien-Anker (Kinder mit Daueraufenthalt, Parent-Visa mit langen Wartezeiten und hohen Gebühren) führt kein verlässlicher Weg zum Alterssitz. Unser Video in der Galerie erklärt die wenigen verbliebenen Routen und die Alternativen.

Wie funktioniert das Punktesystem?

Punkte gibt es für Alter (25 bis 32 ist optimal), Englisch-Level, Berufserfahrung und Qualifikation in einem gelisteten Beruf; ab der Mindestpunktzahl konkurrierst Du im Auswahl-Pool, Regional-Visa und Arbeitgeber-Sponsoring senken die Hürden. Der zeitkritische erste Schritt ist das Skills Assessment der Berufsanerkennung, Monate vor dem eigentlichen Antrag.

Gibt es wirklich keine Erbschaftsteuer?

Richtig, seit den Siebzigern abgeschafft, ebenso Schenkung- und Vermögensteuer: Nachlässe gehen steuerfrei über (Kapitalgewinne werden fortgeführt statt realisiert), das Eigenheim bleibt beim Verkauf unbesteuert. Für Familien-Vermögen ist Australien damit deutlich attraktiver, als der 45-%-Spitzensatz vermuten lässt, unser Kanada-Australien-Video rechnet es vor.

Was ist Superannuation?

Das kapitalgedeckte Renten-Pflichtsystem: Arbeitgeber zahlen aktuell 12 % des Gehalts in Deinen Super-Fonds, die Erträge wachsen steuerbegünstigt, und Auszahlungen ab 60 fließen weitgehend steuerfrei. Für Zuwanderer im Erwerbsalter ersetzt Super die deutsche Renten-Logik, und beim endgültigen Wegzug können temporäre Residenten ihr Guthaben (mit Abzügen) mitnehmen.

Was kostet das Leben wirklich?

Rund 16 % über Deutschland inklusive Miete: Der Warenkorb liegt nur leicht darüber, aber Mieten +51 % (Sydney extrem) und Lebensmittel +29 % schlagen zu, während höhere Löhne die Kaufkraft per Saldo leicht über deutsches Niveau heben. Standortwahl ist alles: Adelaide, Perth und Regional-Australien drehen die Rechnung ins Positive.

Wie schlimm ist die Distanz wirklich?

Sie ist der häufigste Rückkehr-Grund: 22 Flugstunden, acht bis zehn Stunden Zeitverschiebung, Heimatbesuche als Großprojekt, und Familien-Ereignisse, die man verpasst. Unser Rückkehrer-Video in der Galerie erzählt es ungeschönt; wer die Distanz nicht als Preis akzeptiert, sollte näher an Europa bleiben.

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