Österreich

Österreich: Auswandern ohne Auswandern

Gleiche Sprache, vier Stunden Zug bis Wien, Berge vor der Haustür und eine Hauptstadt, die bei der Lebensqualität regelmäßig die Weltspitze anführt. Österreich ist das Auswanderungsziel mit dem kleinsten Bruch, aber wir sagen Dir gleich zu Beginn, was die Auswander-Portale verschweigen: steuerlich sparst Du hier nichts. Warum das Land sich trotzdem lohnen kann, liest Du hier.

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Österreich taucht in unseren Videos regelmäßig auf, meist als Warnung und manchmal als Werkzeug. Eine kuratierte Auswahl findest Du in der Galerie unten, alle Folgen auf unserem YouTube-Kanal Perspektive Ausland.

0 %

Einkommensteuer auf die ersten 13.539 € (Tarif 2026)

50 %

Spitzensteuersatz schon ab 104.859 €, darüber 55 % ab 1 Mio. €

27,5 %

KESt auf Dividenden, Kursgewinne und Krypto, ohne Haltefrist

0 €

Erbschaft- und Vermögensteuer: beide abgeschafft bzw. nicht existent

+4 %

Lebenshaltungskosten gegenüber Deutschland, Lebensmittel +12 %

6 Jahre

bis zum Pass für EU-Bürger, aber nur gegen Abgabe des deutschen

Österreich als Steuerstandort: die ehrliche Rechnung

Österreich ist kein Steuersparland, und wer Dir etwas anderes erzählt, verkauft Dir etwas. Der Einkommensteuertarif 2026 startet zwar mit 0 Prozent auf die ersten 13.539 Euro, klettert dann aber steil: 20, 30, 40 Prozent, 48 Prozent ab 70.365 Euro und 50 Prozent ab 104.859 Euro, für Einkommensmillionäre bis 2029 sogar 55 Prozent. Kapitalerträge kosten 27,5 Prozent KESt, mehr als die deutsche Abgeltungsteuer, und zwar auch auf Krypto und ohne jede Haltefrist. Die Lichtblicke sind real, aber schmal: keine Erbschaft- und Schenkungssteuer seit 2008, keine Vermögensteuer, eine Körperschaftsteuer von 23 Prozent, und ein Sonderregime für Zuzügler gibt es nur für Wissenschaftler und Forscher. Es gibt kein Beckham Law, keinen Non-Dom-Status und keine Pauschale: wer nach Österreich zieht, zahlt den vollen Tarif wie ein Österreicher.

Deshalb sortieren wir gleich zu Beginn: Wenn Dein Hauptmotiv die Steuer ist, bist Du auf dieser Seite falsch, und wir sagen Dir auch, wo Du richtig bist: beim Nachbarn Schweiz (tiefere Steuern, höhere Löhne), in Ungarn (15 Prozent Flat Tax) oder in Liechtenstein, dem deutschsprachigen Niedrigsteuer-Klassiker. Die komplette Kandidatenliste trägt unser Länder-Index mit dem Filter Niedrigsteuer. Wenn Dein Motiv aber Lebensqualität mit minimalem Bruch ist, Sprache, Nähe, Berge, Sicherheit, dann ist Österreich eines der besten Ziele überhaupt, und genau dafür rechnen wir es hier sauber durch.

Alle Steuersätze im weltweiten Vergleich findest Du in unserem Steueratlas.

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Österreich auf der Karte

Neun Bundesländer zwischen Bodensee und Neusiedler See, zwei Drittel davon Alpen: Österreich ist halb so groß wie Deutschland gefühlt, aber in Wahrheit ein langgezogenes Land, in dem Bregenz näher an Paris liegt als an Wien. Für Deutsche entscheidend: Du erreichst jede Ecke mit Auto oder Railjet, ohne Flug, ohne Zeitverschiebung, ohne Sprachbarriere.

Vom Bodensee bis zur Puszta: Größere Karte auf OpenStreetMap ansehen.

Wien ist der Magnet: Arbeitsmarkt, Kultur, internationale Organisationen und eine Stadt, die bei Lebensqualitäts-Rankings regelmäßig ganz oben steht. Graz ist die entspannte Studenten- und Technologiestadt des Südens, Linz das unterschätzte Industrie- und Kulturzentrum an der Donau, Salzburg die teure Schöne an der bayerischen Grenze, und Innsbruck die Hauptstadt aller, die morgens vor der Arbeit auf den Berg wollen. Wer es günstiger mag, schaut ins Süd-Burgenland, in die Steiermark abseits von Graz oder ins Wald- und Mühlviertel.

Weinterrassen über einem Donautal in der Abendsonne mit Dorf und Kirchturm
Weinterrassen über der Donau: Zwischen Wien und Linz liegt eine der ältesten Kulturlandschaften Europas

Das sagen andere über Österreich

„Die Straßen Wiens sind mit Kultur gepflastert. Die Straßen anderer Städte mit Asphalt."Karl Kraus, „Sprüche und Widersprüche" (1909)
„…es war lind, hier zu leben, in dieser Atmosphäre geistiger Konzilianz, und unbewußt wurde jeder Bürger dieser Stadt zum Übernationalen, zum Kosmopolitischen, zum Weltbürger erzogen."Stefan Zweig über Wien, „Die Welt von Gestern" (1942), Kapitel „Die Welt der Sicherheit"

Kraus spottete, Zweig schwärmte, und beide meinten dieselbe Stadt: ein Ort, an dem Kultur keine Veranstaltung ist, sondern Alltag. Daran hat sich erstaunlich wenig geändert. Wien bleibt der Grund, aus dem viele nach Österreich ziehen, und der Rest des Landes ist das Argument, dort zu bleiben.

Land und Leute: der kleinste Kulturschock der Welt

Rund neun Millionen Einwohner, und die Deutschen sind zuletzt die größte Ausländergruppe im Land: über 200.000 leben bereits hier, vom Chirurgen am Wiener AKH bis zur Gastronomin in Kitzbühel. Du wanderst in ein Land aus, in dem Dich jeder versteht, und genau das unterschätzen viele: kein Behördengang mit Wörterbuch, kein Elternabend in Fremdsprache, kein Notar, dessen Vertrag Du nur halb erfasst. Der Kulturschock beschränkt sich auf den Wortschatz (Marille statt Aprikose, Jänner statt Januar) und auf einen Umgangston, der höflicher, indirekter und ironischer ist als der deutsche. Der Wiener Grant ist real, aber er ist eine Kunstform, keine Feindseligkeit.

Die Infrastruktur gehört zur besten Europas. Die ÖBB fahren pünktlicher als die Deutsche Bahn und der Railjet verbindet München mit Wien in rund vier Stunden, das Gesundheitssystem liefert Spitzenmedizin mit e-card, die Städte sind sicher bis tief in die Nacht, und das Wiener Öffi-Netz ist legendär günstig. Details zur medizinischen Versorgung trägt unser Gesundheits-Guide.

Die Ehrlichkeit. Österreich ist teurer als Deutschland: Lebensmittel kosten rund 12 Prozent mehr, die Kaufkraft liegt fast 13 Prozent niedriger, und in Innsbruck oder Salzburg sind die Wohnungspreise bayerisch bis schweizerisch. Autofahren ist ein Gebührenprogramm aus Vignette, NoVA und motorbezogener Versicherungssteuer. Die Westbundesländer verteidigen ihre Ortskerne mit strengen Zweitwohnsitz-Regeln, was Ferienimmobilien-Träume schnell beendet. Und wer die deutsche Direktheit liebt, wird das österreichische „Schau ma mal" gelegentlich als Vollbremsung erleben. Nichts davon ist ein Ausschlusskriterium, aber alles davon gehört in die Rechnung.

Das österreichische Steuersystem im Detail

Tarif und Sozialversicherung: der volle Zugriff

Steueransässig wirst Du in Österreich schnell: Es genügt ein Wohnsitz, den Du beibehalten und benutzen wirst, ganz ohne Mindestaufenthalt, oder ein Aufenthalt von mehr als sechs Monaten, der die Steuerpflicht rückwirkend auslöst. Ab dann gilt das Welteinkommensprinzip mit dem progressiven Tarif, und der greift früher zu als der deutsche: die 48-Prozent-Stufe beginnt 2026 bei 70.365 Euro, wo Deutschland noch 42 Prozent verlangt. Dazu kommt die Sozialversicherung auf deutschem Beitragsniveau mit eigener Höchstbeitragsgrundlage; Selbständige zahlen über die SVS. Immerhin: die Tarifstufen werden seit der Abschaffung der kalten Progression jährlich an die Inflation angepasst, ein Detail, auf das Deutschland bis heute wartet.

Unternehmer: GmbH, KG und die Substanzfrage

Die österreichische GmbH zahlt 23 Prozent Körperschaftsteuer (seit 2024), auf die Ausschüttung kommen 27,5 Prozent KESt, womit die Gesamtbelastung ausgeschütteter Gewinne bei rund 44 Prozent liegt, fast exakt deutsches Niveau. Interessanter ist für manche Konstellationen die GmbH & Co KG, die Gewinne direkt in den Tarif der Gesellschafter leitet; unser Video oben rechnet das Modell für deutsche Unternehmer durch, und ob es sich für Dich trägt, hängt an Gewinnhöhe, Entnahmeverhalten und der deutschen Seite. Was nicht funktioniert: der Umzug nach Österreich bei weitergeführter deutscher GmbH aus dem Homeoffice, denn die Geschäftsleitung wandert steuerlich mit und erzeugt Betriebsstätten-Konflikte. Struktur vor Umzug, nicht danach.

Was fehlt, was neu ist, was zubeißt

Es lohnt sich, die Sonderposten zu kennen: Erbschaft- und Schenkungssteuer wurden 2008 abgeschafft (es bleiben Schenkungs-Meldepflichten und bei Immobilien die Grunderwerbsteuer), eine Vermögensteuer existiert nicht, und seit Juli 2026 gilt ein neuer ermäßigter Umsatzsteuersatz von 4,9 Prozent auf Grundnahrungsmittel. Auf der anderen Seite: private Immobilienverkäufe kosten 30 Prozent Immobilienertragsteuer (mit Hauptwohnsitzbefreiung), der Immobilienkauf 3,5 Prozent Grunderwerbsteuer plus Eintragung, und Kapitalerträge tragen die erwähnten 27,5 Prozent ohne die deutsche Günstigerprüfung und praktisch ohne Abzugsmöglichkeiten.

Die deutsche Seite: was Dein Finanzamt noch will

Mit dem DBA zwischen Deutschland und Österreich ist die Doppelbesteuerung sauber geregelt, aber zwei deutsche Klassiker bleiben: Hältst Du GmbH-Anteile ab 1 Prozent, greift beim Wegzug die Wegzugsbesteuerung nach § 6 AStG, beim Umzug ins EU-Land Österreich immerhin mit der Option auf sieben Jahresraten. Und deutsche Einkunftsquellen (Vermietung, Beteiligungen, teils Renten) bleiben beschränkt steuerpflichtig. Die gute Nachricht: Österreich ist kein Niedrigsteuerland im Sinne des § 2 AStG, die gefürchtete erweiterte beschränkte Steuerpflicht mit ihrem zehnjährigen Nachlauf ist beim Umzug nach Österreich schlicht kein Thema.

Traditionelles Wiener Kaffeehaus mit Marmortischen, roten Samtbänken und Lustern
Das Kaffeehaus: Wiens Wohnzimmer, von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe geführt

Für wen sich der Umzug nach Österreich lohnt (und für wen nicht)

✓ Österreich lohnt sich für

  • Alle, die Lebensqualität wollen, ohne Sprache, Kultur und Nähe zur Familie aufzugeben
  • Angestellte mit österreichischem Jobangebot: Wien, Graz und Linz suchen Fachkräfte
  • Unternehmer, die echte Substanz im Land aufbauen und die KG-Route rechnen lassen
  • Familien: sichere Städte, kurze Wege, Großeltern bleiben eine Zugfahrt entfernt
  • Rentner mit gesetzlicher Rente: die bleibt in Deutschland besteuert, S1 regelt die Krankenversicherung

✗ Eher nicht für

  • Steuersparer: der Tarif ist deutsch, die KESt höher, ein Zuzugsregime fehlt
  • Kapitalanleger und Krypto-Halter: 27,5 % auf alles, keine Haltefrist wie in Deutschland
  • Alle, die den deutschen Pass behalten und trotzdem Österreicher werden wollen: das scheitert fast immer

Wer die Steuerfrage ernsthaft optimieren will, vergleicht mit der Schweiz (keine Wegzugssteuer auf Privatvermögen, tiefe Kantonssteuern), mit Ungarn (15 Prozent Flat Tax, eine Stunde hinter Wien) oder mit Liechtenstein, das bei österreichischen Lesern unserer Seiten seit jeher am besten rankt.

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Anmeldung, Aufenthalt und der Weg zum Pass

Als EU-Bürger ziehst Du ohne Visum und ohne Genehmigung nach Österreich. Zwei Fristen musst Du trotzdem kennen: Der Meldezettel gehört binnen drei Tagen nach Bezug der Wohnung zur Meldebehörde, und binnen vier Monaten ab Einreise beantragst Du persönlich die Anmeldebescheinigung bei der Niederlassungsbehörde, wofür ein Job, eine Selbständigkeit oder ausreichende Mittel samt Krankenversicherung genügen. Nach fünf Jahren entsteht das Daueraufenthaltsrecht. Bankkonto und Alltag sind mit SEPA und deutscher Sprache trivial; wie Du das Konto am besten aufsetzt, zeigt der Konto-Guide.

Der Weg zum Pass, und die Doppelpass-Wahrheit. Die Verleihung setzt regulär zehn Jahre rechtmäßigen, ununterbrochenen Aufenthalt voraus, als EU-Bürger kannst Du bereits nach sechs Jahren einbürgern (ebenso bei Deutsch auf B2-Niveau oder fünf Jahren Ehe mit Österreicher oder Österreicherin), dazu kommen gesicherter Lebensunterhalt, Unbescholtenheit und die Staatsbürgerschaftsprüfung. Aber jetzt die Antwort auf die meistgesuchte Österreich-Frage überhaupt: Die doppelte Staatsbürgerschaft ist für Normalfälle ausgeschlossen. Österreich verlangt bei der Einbürgerung grundsätzlich das Ausscheiden aus dem bisherigen Staatsverband, Du gibst also den deutschen Pass ab, und umgekehrt verliert ein Österreicher seine Staatsbürgerschaft kraft Gesetzes, wenn er freiwillig eine fremde annimmt. Die Beibehaltungsbewilligung existiert, wird aber nur in engen Ausnahmen erteilt (Leistungen im Interesse der Republik, Kindeswohl, besonders berücksichtigungswürdige private Gründe). Dass Deutschland seit 2024 Mehrstaatigkeit erlaubt, ändert daran nichts: die restriktive Seite ist Österreich. Wenn ein zweiter Pass Dein eigentliches Ziel ist, gehört das in eine ganz andere Länderauswahl; einen Überblick gibt unsere Seite zum Erwerb einer zweiten Staatsbürgerschaft.

Beim Immobilienkauf sind EU-Bürger weitgehend gleichgestellt, aber die Grundverkehrsgesetze der Bundesländer haben es in sich: vor allem Tirol, Salzburg und Vorarlberg regulieren Freizeitwohnsitze streng. Kaufnebenkosten, Ablauf und Fallen trägt der Immobilien-Guide, fürs Mieten der Miet-Guide.

Steuern in Österreich im Überblick

SteuerSatz
Einkommensteuer (Tarif 2026, jährlich indexiert)0 % bis 13.539 €, dann 20 / 30 / 40 / 48 / 50 %, über 1 Mio. € 55 %
Kapitalertragsteuer (Dividenden, Kursgewinne, Krypto)27,5 % (Bankzinsen 25 %)
Körperschaftsteuer23 % (seit 2024)
Immobilienertragsteuer (private Verkäufe)30 % (Hauptwohnsitzbefreiung möglich)
Grunderwerbsteuer3,5 %; unentgeltlich/Familie Stufentarif 0,5 / 2 / 3,5 %
Umsatzsteuer20 % (ermäßigt 13 / 10 / 4,9 %)
Erbschaft- und Schenkungssteuerkeine (abgeschafft 2008; Meldepflichten bleiben)
Vermögensteuerkeine
DBA mit Deutschlandja; gesetzliche Rente bleibt im Kassenstaat Deutschland
OECD CRSja, automatischer Informationsaustausch

Vollständige Sätze und den weltweiten Vergleich findest Du im Steueratlas.

Deutsche Rente in Österreich: klare Verhältnisse

Kaum ein DBA regelt die Rente so aufgeräumt wie das deutsch-österreichische: Deine gesetzliche deutsche Rente bleibt in Deutschland steuerpflichtig (Kassenstaatsprinzip), Österreich stellt sie frei und berücksichtigt sie nur beim Steuersatz für Deine übrigen Einkünfte. Private Renten und Betriebsrenten wandern dagegen komplett in die österreichische Besteuerung, Beamtenpensionen bleiben beim deutschen Fiskus. In Deutschland lohnt für die gesetzliche Rente oft der Antrag auf unbeschränkte Steuerpflicht, damit der Grundfreibetrag erhalten bleibt; das rechnen wir im Gespräch durch.

Wichtig: Als Rentner in der EU regelst Du die Krankenversicherung elegant über das S1-Formular: Du bleibst deutsch versichert und wirst in Österreich behandelt, e-card inklusive. Und rechne die Lebenshaltung ehrlich: Österreich ist kein Land, in dem eine kleine Rente plötzlich groß wird, dafür eines, in dem sie sicher, deutschsprachig und mit Spitzenmedizin alt wird.

Die vollständige Aufschlüsselung nach Rentenart findest Du auf unserer Schwesterseite Ruhestand im Ausland.

Besteuerung von Kryptowährungen in Österreich

Hier verliert Österreich gegen Deutschland deutlich: Seit der Reform 2022 gelten Kryptowährungen als Kapitalvermögen und kosten pauschal 27,5 Prozent, ohne jede Haltefrist. Die deutsche Regel, nach der private Gewinne nach einem Jahr steuerfrei sind, hat kein österreichisches Gegenstück. Einziger Trost: der Tausch Krypto gegen Krypto ist steuerneutral, besteuert wird erst der Ausstieg in Euro oder Waren. Wer mit großem Kryptobestand umzieht, plant den Zeitpunkt deshalb genau. Die komplette Analyse für Österreich und über 60 weitere Länder findest Du auf unserer Schwesterseite KryptoSteuern.info.

Grünes Tiroler Almtal am Morgen mit Holzhöfen und Bergkulisse
Tirol am Morgen: Die Berge sind kein Urlaubskulisse-Versprechen, sie sind der Alltag vor der Haustür

Die Boris-Becker-Falle vermeiden

Auch beim Nachbarn gilt: Dein Umzug muss echt sein. Gerade weil Österreich so nah ist, ist die Versuchung groß, die deutsche Wohnung „noch ein bisschen" zu behalten und faktisch weiter in München zu leben. Damit bleibt Deine unbeschränkte deutsche Steuerpflicht bestehen, und im Zweifel streiten sich zwei Finanzämter um Deinen Lebensmittelpunkt, mit Doppelwohnsitz-Verfahren, die Jahre dauern können. Der Umzug nach Österreich funktioniert steuerlich nur ganz: Wohnung in Deutschland aufgeben oder sauber vermieten, Lebensmittelpunkt nachweisbar verlagern, Familie und Alltag inklusive.

Und rechne mit dem deutschen Nachspiel: Einige Monate nach der Abmeldung kommt regelmäßig der Fragebogen des Finanzamts mit 16 detaillierten Fragen zu Wohnsitz, Beteiligungen und wirtschaftlichen Interessen. Wer hier schlampig antwortet, produziert Rückfragen für Jahre.

Der Wegzug aus deutscher Sicht

Die meisten Deutschen wissen nicht, dass die Wegzugsbesteuerung nach § 6 AStG auch beim Umzug ins Nachbarland greift: Hältst Du Anteile an einer Kapitalgesellschaft ab 1 Prozent, besteuert Deutschland beim Wegzug die stillen Reserven, als hättest Du verkauft. Weil Österreich EU-Mitglied ist, kannst Du die Steuer auf Antrag in sieben Jahresraten zahlen, in der Regel gegen Sicherheitsleistung, aber fällig wird sie trotzdem. Wer mit werthaltiger GmbH umzieht, strukturiert vor dem Umzugstermin, nicht danach.

Für Deine übrigen deutschen Einkünfte bleibst Du beschränkt steuerpflichtig: Vermietung, deutsche Dividenden, teils Renten. Das DBA verteilt die Besteuerungsrechte sauber, und anders als bei Niedrigsteuer-Zielen entfällt der zehnjährige deutsche Steuernachlauf des § 2 AStG komplett, Österreich ist dafür schlicht nicht billig genug.

Dein Wegzug im Überblick: Deutschland, Österreich, Schweiz

🇩🇪

Wegzugsteuer auf wesentliche Beteiligungen und bis zu zehn Jahre nachwirkende Steuerpflicht können greifen; was für Österreich gilt, steht oben im Dossier. Wegzug aus Deutschland →

🇦🇹

Die Wegzugsbesteuerung auf Kapitalvermögen (27,5 %) wird beim Wegzug in EU/EWR-Staaten wie Österreich auf Antrag nicht festgesetzt, erst bei tatsächlicher Veräußerung. Wegzug aus Österreich →

🇨🇭

Die Schweiz kennt keine Wegzugssteuer auf privates Kapitalvermögen; entscheidend sind die saubere Abmeldung und die Quellensteuer auf später bezogene Vorsorgegelder. Wegzug aus der Schweiz →

Was Österreich als Wohnsitzland attraktiv macht

Die Nähe als Superkraft. Kein anderes Auswanderungsziel lässt Dich sonntags zum Kaffee bei den Eltern in Bayern sein. Railjet, Autobahn und drei Flughäfen mit Deutschland-Takt bedeuten: Auswandern ohne Abschied, Geschäftstermine in München bleiben Tagesausflüge, und im Notfall bist Du in Stunden zu Hause.

Lebensqualität, die man messen kann. Wien führt die internationalen Lebensqualitäts-Rankings seit Jahren an, und das spürt man im Alltag: bezahlbare Öffis, Trinkwasser aus den Alpen, Kultur zum Normalpreis, Sicherheit auch nachts. Der Gegenentwurf zur deutschen Großstadt-Erschöpfung liegt eine Zugstunde hinter Passau.

Berge und Seen als Alltag. Skitour vor der Arbeit in Innsbruck, Wörthersee-Abende in Kärnten, Weinwandern in der Südsteiermark: Was Deutsche im Urlaub suchen, ist hier Infrastruktur. Wer draußen lebt, bekommt in Europa kaum mehr geboten.

Kaffeehaus und Küche. Das Wiener Kaffeehaus ist UNESCO-Kulturerbe und funktioniert als drittes Wohnzimmer, die Küche zwischen Tafelspitz, Backhendl und Marillenknödel ist die unterschätzteste Mitteleuropas, und der österreichische Weißwein spielt längst Weltklasse.

Lebenshaltungskosten in Österreich

Die Zahlen räumen mit dem Mythos vom günstigen Nachbarn auf: Die Lebenshaltung liegt insgesamt rund 4 Prozent über Deutschland (mit Miete 5 Prozent), Lebensmittel kosten 12 Prozent mehr, Restaurants 8,5 Prozent, und die Kaufkraft liegt fast 13 Prozent unter der deutschen. Günstiger sind vor allem Öffis und Internet. Die Durchschnittswerte (Quelle: Numbeo, Stand August 2026):

PostenDurchschnitt
Mahlzeit, einfaches Restaurantca. 16 €
Cappuccino (die Melange kostet ähnlich)ca. 4,10 €
Miete 1-Zimmer-Wohnung, Stadtzentrumca. 875 €
Nebenkosten 85-m²-Wohnungca. 330 €
Monatskarte ÖPNVca. 54 € (14 % unter Deutschland)
Internet 60+ Mbitca. 32 € (26 % unter Deutschland)

Durchschnittswerte laut Numbeo; tagesaktuelle Details dort.

Regional streut das stark: Wien bleibt bei den Mieten günstiger als München, während Innsbruck und Salzburg deutsche Spitzenpreise erreichen; im Burgenland, in Kärnten abseits der Seen und im Wald- und Mühlviertel lebt es sich spürbar billiger. Als Faustzahl kalkuliert ein Paar außerhalb der Wiener Toplagen mit rund 3.000 bis 3.500 Euro im Monat inklusive Miete komfortabel.

Korrekte Vorbereitung

Was ist der beste Zeitpunkt für einen Umzug? Steuerlich zählt in Österreich der Tag, an dem Wohnsitz oder Lebensmittelpunkt wechselt; das Wegzugsjahr wird in beiden Ländern anteilig betrachtet, mit Progressionswirkung auf beiden Seiten. Wichtiger als der Kalendermonat ist die Reihenfolge: erst Struktur und Wegzugssteuer-Klärung, dann Umzug, dann Abmeldung.

Brauche ich ein Visum oder eine Genehmigung? Nein. Als EU-Bürger genügen Meldezettel (drei Tage) und Anmeldebescheinigung (vier Monate). Plane stattdessen die unspektakulären Dinge: Krankenversicherung ab Tag eins, Kfz-Ummeldung samt NoVA-Frage, Schulplätze.

Was passiert mit meinem bestehenden Unternehmen? Eine deutsche GmbH kann bestehen bleiben, aber ihre Führung aus Österreich verlagert die Geschäftsleitung und damit Steuersubstrat; zugleich stellt sich ab 1 Prozent Beteiligung die Wegzugssteuer-Frage. Beides gehört vor den Umzug auf den Tisch, nicht in die erste österreichische Steuererklärung.

Was geschieht mit meiner jetzigen Wohnung? Behältst Du sie verfügbar, bleibt Deine unbeschränkte deutsche Steuerpflicht bestehen, mit Welteinkommen und allem Zubehör. Verkaufen musst Du nicht, aber die Nutzungsmöglichkeit muss enden; warum die gehaltene Wohnung in Deutschland der teuerste Anfängerfehler ist, liest Du im Steuerwissen.

Automatischer Informationsaustausch gemäß OECD CRS

Österreich und Deutschland tauschen Kontodaten automatisch aus, in beide Richtungen. Nach einem echten Umzug ist das belanglos: Du darfst Konten in beiden Ländern führen, musst aber Deine Kapitalerträge in Österreich erklären, soweit sie nicht ohnehin dem KESt-Abzug unterliegen. Wichtig wird der Austausch nur für alle, die glauben, ein Depot „vergessen" zu können; diese Zeiten sind vorbei. Wie Du Konten über Grenzen hinweg sauber organisierst, zeigt Dir Freedom Banking.

Guides für Dein Leben in Österreich

Für die praktischen Fragen haben wir eigene, ausführliche Guides geschrieben:

Wohnen

Wohnung mieten in Österreich: Befristungen, Ablöse, Maklerrecht

Immobilien

Immobilienkauf in Österreich: Nebenkosten und Grundverkehr

Familie

Mit Kindern nach Österreich: Schulen und Alltag

Gesundheit

Gesundheitssystem: e-card, ÖGK und Privatmedizin

Auch die ehrliche Gegenseite haben wir dokumentiert: Die Nachteile des Auswanderns nach Österreich. Alle Themenbereiche findest Du in unseren Guides für Auswanderer.

So hilft Dir unsere Kanzlei bei Deinem Umzug nach Österreich

Unsere Kanzlei, die STM Corporate Group, hat schon viele Mandanten dabei unterstützt, den Wohnsitz ins Ausland zu verlegen, und Österreich begegnet uns dabei in beide Richtungen: als Zielland deutscher Mandanten und als Wegzugsstaat unserer zahlreichen österreichischen Mandanten. Mit unseren Büros in London, Valletta, Dublin und Austin sind wir bestens gerüstet, Dich zu begleiten, und ziehen österreichische Steuerberater hinzu, wo die Detailfrage es verlangt. Die Leistungen werden individuell zugeschnitten und umfassen üblicherweise:

  • Beratung zu den steuerlichen Konsequenzen des Umzugs: Analyse, Prognosen, Einschätzungen
  • Prüfung der Wegzugsbesteuerung bei GmbH-Beteiligungen samt Raten-Option und Sicherheiten
  • Strukturierung von Unternehmen und Beteiligungen vor dem Umzug, inklusive der KG-Frage
  • Ehrlicher Standort-Vergleich: Österreich gegen Schweiz, Ungarn und andere Kandidaten, bevor Du umziehst
  • Renten-Planung mit DBA-Klarheit je Rentenart und S1-Krankenversicherung
  • Kapitalvermögen und Krypto: Timing und Struktur vor dem Wechsel ins 27,5-Prozent-Regime
  • Begleitung beim deutschen Nachspiel: Fragebogen, Abmeldung, beschränkte Steuerpflicht

Im Grundsatz rechnen wir nach Aufwand ab; für manche Leistungen gelten Fixpreise. Im ersten Schritt raten wir Dir zur Buchung eines Beratungsgesprächs mit Sebastian, telefonisch, per Zoom oder Signal. Über zwanzig Jahre Beratungserfahrung und weit über hundert begleitete Unternehmer stehen hinter jedem Mandat.

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Häufige Fragen zum Auswandern nach Österreich

Kann ich als Deutscher die doppelte Staatsbürgerschaft in Österreich bekommen?

In der Regel nein. Österreich verlangt bei der Einbürgerung grundsätzlich das Ausscheiden aus dem bisherigen Staatsverband, also die Aufgabe des deutschen Passes. Dass Deutschland seit 2024 Mehrstaatigkeit zulässt, hilft nicht, weil die restriktive Seite Österreich ist. Ausnahmen existieren nur in engen Sonderfällen, etwa bei Leistungen im Interesse der Republik.

Welche Ausnahmen gibt es beim Doppelpass wirklich?

Die Beibehaltungsbewilligung für Österreicher setzt erbrachte oder erwartete Leistungen im Interesse der Republik, Kindeswohl bei Minderjährigen oder besonders berücksichtigungswürdige private Gründe voraus und wird vor dem Erwerb der fremden Staatsangehörigkeit beantragt. Für einbürgernde Deutsche gibt es Verzichts-Ausnahmen praktisch nur, wenn die Aufgabe unmöglich oder unzumutbar ist. Beides sind Einzelfälle, keine Gestaltungswege.

Zahle ich in Österreich mehr oder weniger Steuern als in Deutschland?

Als Angestellter mit mittlerem Einkommen ähnlich viel, als Gutverdiener eher mehr: die 48-Prozent-Stufe beginnt 2026 bei 70.365 Euro, die 50 Prozent bei 104.859 Euro. Kapitalerträge kosten 27,5 Prozent statt gut 26 Prozent, ohne deutsche Haltefristen. Dafür fehlen Erbschaft- und Vermögensteuer komplett. Unterm Strich: kein Sparmodell, aber auch kein Schock.

Wo wird meine deutsche Rente versteuert, wenn ich in Österreich lebe?

Die gesetzliche deutsche Rente bleibt nach dem DBA in Deutschland steuerpflichtig, Österreich berücksichtigt sie nur beim Steuersatz. Private Renten und Betriebsrenten besteuert dagegen Österreich, Beamtenpensionen wieder Deutschland. Für die Krankenversicherung sorgt das S1-Formular: deutsch versichert, in Österreich behandelt.

Greift die deutsche Wegzugssteuer auch beim Umzug nach Österreich?

Ja. Ab 1 Prozent Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft besteuert Deutschland beim Wegzug die stillen Reserven, auch beim Umzug ins Nachbarland. Weil Österreich EU-Mitglied ist, kannst Du die Steuer auf Antrag in sieben Jahresraten zahlen, meist gegen Sicherheitsleistung. Die erweiterte beschränkte Steuerpflicht nach § 2 AStG greift dagegen nicht, Österreich ist kein Niedrigsteuerland.

Ist das Leben in Österreich teurer als in Deutschland?

Ja, um rund 4 bis 5 Prozent insgesamt: Lebensmittel kosten etwa 12 Prozent mehr, Restaurants 8,5 Prozent, Mieten liegen im Schnitt 8 Prozent darüber, und die Kaufkraft ist fast 13 Prozent niedriger. Günstiger sind öffentlicher Verkehr und Internet. Wien ist dabei mietgünstiger als München, Innsbruck und Salzburg dafür Spitzenpreis-Terrain.

Wie schnell bekomme ich als Deutscher den österreichischen Pass?

Regulär nach zehn Jahren rechtmäßigem, ununterbrochenem Aufenthalt. Als EU-Bürger kannst Du bereits nach sechs Jahren einbürgern, ebenso bei Deutsch auf B2-Niveau oder nach fünf Jahren Ehe mit einem Österreicher oder einer Österreicherin. Dazu kommen gesicherter Lebensunterhalt, Unbescholtenheit, Staatsbürgerschaftsprüfung, und die Aufgabe des deutschen Passes.

Wie werden Kryptowährungen in Österreich besteuert?

Pauschal mit 27,5 Prozent als Kapitalvermögen, ohne Haltefrist: die deutsche Einjahres-Steuerfreiheit existiert nicht. Der Tausch von Krypto zu Krypto bleibt steuerneutral, besteuert wird erst der Verkauf gegen Euro oder Waren. Wer große Bestände hält, plant den Umzugszeitpunkt entsprechend.

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