Ausflaggen wie Abramovich & Co

Ein Wohnsitz, klare Verhältnisse, volle Legalität: So flaggt man richtig aus. Wir planen Deinen Weg.

Jetzt zum Ausflaggen der natürlichen Person beraten lassen

Wenn ich in einem Mandantengespräch auf ein Negativbeispiel für fatale Fehler beim Umzug ins Ausland zurückgreifen will, dann bringe ich Boris Becker ins Spiel. Ja, es geht um seinen Wegzug nach Monaco in den 90er-Jahren unter Beibehaltung einer Wohnung in Deutschland. Dieser Fauxpas und die daraus resultierende Verurteilung wegen Steuerhinterziehung veranschaulichen überdeutlich, wie man sich auf keinen Fall verhalten darf. Und was mögliche Konsequenzen sind, wenn man es doch tut.

Und damit nicht genug: 2022 kam es bei einem Londoner Gericht zum "Guilty"-Verdikt der Jury und zur sofortigen Inhaftierung Beckers wegen diverser Insolvenzstraftaten. In der Folge kann ich Herrn Becker jetzt auch noch als Anschauungsobjekt für eine leichtfertig verspielte Chance auf einen echten Neuanfang per EU-Insolvenz heranziehen. Aber das ist eine andere Geschichte.

Doch nicht alle Reichen sind so "naiv" wie unser Bobbele

Jemand, der im Hinblick auf das "Ausflaggen der natürlichen Person" (nicht mit der sogenannten "Flaggentheorie" zu verwechseln) alles richtig gemacht und sich dabei an geltendes Recht gehalten hat, ist der russische Oligarch Roman Abramovich.

Schon Jahre bevor der Putin-Freund aufgrund seiner Nähe zum russischen Regime nach dem Angriff auf die Ukraine 2022 von UK und EU mit Sanktionen belegt wurde, stellte er sich im Hinblick auf seine Staatsangehörigkeit und seine steuerliche Wohnsitzsituation fundamental neu auf.

Ich kenne Herrn Abramovich nicht persönlich. Aber wie ich nach Lektüre einschlägiger Medienberichte vermute, hat er mit langer Hand, Weitsicht und sehr strategisch die steuer- und einwanderungsrechtlichen Möglichkeiten mehrerer Staaten zu seinen Gunsten genutzt. Seine Beweggründe waren meines Erachtens vor allem, dass er auch nach dem Auslaufen seines britischen Non-Dom-Status weiterhin steueroptimiert handlungsfähig bleiben wollte. Er hat demonstriert, wie man mit der richtigen Planung und im vollen Einklang mit der internationalen Gesetzgebung agieren muss, wenn man seine Steuerlast wirksam reduzieren will.

Und in dieser Hinsicht kannst Du wirklich von Herrn Abramovich lernen.

Zuerst der israelische Pass

Alles fing damit an, dass Herr Abramovich, der in Russland geborene jüdische Besitzer des Chelsea FC in London, im März 2018 die israelische Staatsbürgerschaft annahm.

Vorangegangen war ein länger schwelender Konflikt mit den britischen Behörden, die Herrn Abramovich, der seit 2003 in London lebte, keine Verlängerung seiner Aufenthaltsgenehmigung zubilligen wollten. Zu viel hatte sich das russische Regime gerade im UK erlaubt; insbesondere der Giftanschlag von Salisbury 2018 durch russische Geheimagenten hatte das Fass zum Überlaufen gebracht. Putin und seine Entourage (darunter Abramovich) wurden zu Personae non gratae.

Herr Abramovich nutzte die Tatsache, dass Israel ihm als Juden die Staatsbürgerschaft nach dem dort geltenden "Rückkehrgesetz" gewähren würde. Ihm wurde umgehend ein israelischer Pass ausgestellt, und im Gegensatz zu russischen Staatsbürgern können israelische Passinhaber ohne Besuchervisum nach Großbritannien einreisen.

Interessanterweise zog Herr Abramovich einen Monat nach Erhalt des israelischen Passes seinen Antrag auf Erneuerung des britischen Aufenthaltsvisums zurück. Er war auf die Gunst der britischen Behörden nicht mehr angewiesen und hatte ihnen erfolgreich ein Schnippchen geschlagen.

Und dann die portugiesische Staatsangehörigkeit

Im April 2021 konnte Herr Abramovich sein Pass-Portfolio weiter diversifizieren: Er erhielt die portugiesische Staatsbürgerschaft im Rahmen des Einbürgerungsprogramms für Nachkommen sephardischer Juden. Dieses Programm bietet seit 2015 Nachkommen der während der Inquisition von der iberischen Halbinsel vertriebenen Juden die Einbürgerung an.

Die portugiesische Staatsbürgerschaft verschafft ihm gemäß den "vier Freiheiten" der EU-Verträge Zugang zu allen EU- und EWR-Mitgliedstaaten. Zusammen mit dem israelischen Pass ermöglicht sie ihm auch visumfreies Reisen nach Großbritannien.

Es gibt auch andere Länder mit Einwanderungs-Sonderrechten für Menschen jüdischer Abstammung, die Zugangsvoraussetzungen unterscheiden sich aber erheblich: In Litauen etwa, woher die Vorfahren von Herrn Abramovich stammten, konnte er sich nach den dortigen Regeln nicht qualifizieren.

Allet nur wejen Chelsea, oder wat?

Ein Großteil der britischen Presse spekulierte, der Erwerb der israelischen und portugiesischen Staatsbürgerschaft habe vor allem dazu gedient, ihm die visumfreie Einreise ins Vereinigte Königreich zu sichern, insbesondere, um Spielen seines geliebten Chelsea FC live beiwohnen zu können.

Angesichts der Tatsache, dass er das Vereinigte Königreich seither kaum noch besucht hat, macht es aber Sinn, andere Motive zu untersuchen. Kann es sein, dass Herr Abramovich weiterhin so wenig Steuern wie möglich bezahlen wollte?

Steuervorteile ohne Ende

Was damals wenig Beachtung fand: Herr Abramovich genoss als Non-Dom eine günstige Steuersituation im Vereinigten Königreich. Er näherte sich jedoch dem Ende des 15-Jahres-Zeitraums, nach dem er die Remittance Basis nach damaligem Recht nicht mehr nutzen konnte.

Durch den Umzug nach Israel konnte er nicht nur seinen steuerlichen Wohnsitz im Vereinigten Königreich aufgeben, sondern genießt als Neueinwanderer auch zehn Jahre Steuerfreiheit auf nicht-israelische Einkünfte; diese Regelung gibt es seit 2008. Und wenn er später in Israel steuerpflichtig wird, muss er nach damaligem Stand keine detaillierten Angaben zur Herkunft seines Vermögens machen. Das ist deshalb relevant, weil gemunkelt wurde, sein britischer Visumsantrag sei auch deshalb ins Stocken geraten, weil er keine "Source of Wealth Declaration" abgeben wollte oder konnte.

Sollte er seinen steuerlichen Wohnsitz eines Tages nicht mehr in Israel haben wollen, stünden ihm mit dem portugiesischen Pass dank der EU-Personenfreizügigkeit weitere attraktive Wohnsitzstaaten offen, von Portugal selbst (mit seinen Zuzugs-Sonderregimen) über Italien und Griechenland bis Irland und Malta. Und die Schweizer Stimmberechtigten bestätigten 2020 einmal mehr, dass die Schweiz mit ihrer etablierten Pauschalbesteuerung auf der Liste der potenziellen Steuerdomizile für die Reichen bleibt.

Die zeitliche Abfolge ergibt Sinn

Aus dieser Perspektive erscheint es plausibel, dass die Handlungen von Herrn Abramovich 2018 gar nicht vom Wunsch getrieben waren, im Vereinigten Königreich zu bleiben. Vielmehr dürfte er beide Staatsbürgerschaften beantragt haben, um alternative günstige Steuerregime zum britischen Non-Dom-Status in Anspruch nehmen zu können. Da die Bearbeitung des israelischen Antrags nur Wochen dauerte, wurde zunächst nur darüber berichtet; der komplexere portugiesische Antrag wurde, auch pandemiebedingt verzögert, im Frühjahr 2021 abgeschlossen.

Angesichts des Medienrummels kündigte die portugiesische Regierung an, den Antrag gesondert zu überprüfen. Der Rabbiner, der die sephardische Abstammung des berühmten Antragstellers bestätigt hatte, wurde später in Porto unter anderem wegen Bestechungsverdachts festgenommen; ob es dabei einen Bezug zum Antrag von Herrn Abramovich gibt, ist nicht bekannt.

Zwei Pässe, ein Wohnsitz, jeder Schritt legal: Das ist die Blaupause. Deine Version davon entwerfen wir gemeinsam.

Jetzt beraten lassen

Wie kannst Du von der Steuergesetzgebung im Ausland profitieren?

Sind die steuerlichen Schachzüge des Herrn Abramovich nur sinnvoll, wenn man superreich ist? Oder lohnt sich das "Ausflaggen" auch für Normalsterbliche?

Natürlich ist mir klar, dass die meisten Leser unserer Websites keine russischen Oligarchen mit eigenem Fußballclub sind. Ich gehe ebenso davon aus, dass die meisten Leser nicht auf der Sanktionsliste der EU stehen. Und natürlich sind die wenigsten Leser jüdischer Abstammung. Trotzdem bin ich überzeugt, dass Du es Herrn Abramovich in vielem gleichtun kannst, auch wenn die beste Lösung in Deinem Fall anders aussieht. Denn:

  • Der Non-Dom-Status auf Malta, in Irland und auf Zypern steht jedem EU-Bürger offen (das britische Original wurde 2025 durch das Vier-Jahres-FIG-Regime für Neuzuzügler ersetzt, das mit Visum ebenfalls nutzbar ist).
  • Auch Du kannst in Portugal die Zuzugs-Sonderregime nutzen, die dem früheren NHR-Status nachgefolgt sind.
  • Du kannst die Pauschalbesteuerung in der Schweiz nutzen,
  • oder die Beckham Law in Spanien in Anspruch nehmen.
  • Die steuerlichen Sonderstatus in Italien und Griechenland stehen Dir ebenfalls offen.

Und das sind nur die rein europäischen Lösungen. Herr Abramovich hat mit seinen Beratern seine individuelle Ausgangssituation analysiert und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass für ihn zwei Pässe über die jüdische Abstammung die beste Gesamtlösung darstellen. Deine Analyse führt vielleicht woandershin, aber sie folgt derselben Methode.

Ein Plan, der auf Langfristigkeit, Transparenz und Stabilität ausgelegt ist

Es gab in Deutschland mal die schöne Fernsehserie "Vorsicht Falle: Nepper, Schlepper, Bauernfänger". Da wurde der ehrliche Bürger vor dubiosen Maschen gewarnt. Auch bei der Wohnsitzverlagerung ins Ausland muss ich Dich vor solchen halbseidenen Figuren warnen. Vielfach wird mit Begriffen wie der Flaggentheorie oder der "Territorialbesteuerung" hantiert. Lass Dir kein X für ein U verkaufen.

Schau Dir Abramovich an: Der lebte 15 Jahre in London, seine Kinder gingen dort zur Schule, dort war sein einziger Wohnsitz, dort lagen mit dem FC Chelsea auch wirtschaftliche Bezugspunkte. Eine Lösung, die nach Stabilität und Langfristigkeit klingt.

Dass Du einen festen Wohnsitz hast (und zwar nur EINEN), ist auch deswegen so wichtig, weil spätestens seit den Klarstellungen der OECD von 2017 klar ist, wie zentral die eine, jederzeit verfügbare Wohnung für die steuerliche Gesamtbetrachtung ist: Jede Form der Wohnung zählt, entscheidend ist ihre Beständigkeit, also dass sie Dir ununterbrochen zur Verfügung steht und nicht nur gelegentlich für kurze Aufenthalte.

EIN Wohnsitz bedeutet, dass Du zweifelsfrei in diesem EINEN Land steuerpflichtig bist. Das gibt Dir Planungssicherheit.

Such Dir ein steuergünstiges Land aus, das Dir gefällt. Miete oder kaufe Dir dort Deine weltweit einzige feste, langfristige Wohnung. Damit machst Du einen Riesenschritt in Richtung steuerlicher Planungssicherheit. Und wenn Du genug von dem Land hast, flaggst Du wieder aus. Und flaggst woanders ein.

Auch Du kannst Dich wie Abramovich organisieren. Dazu musst Du kein Milliardär sein.

So kann unsere Kanzlei Dich bei Deinem Vorhaben unterstützen

Wir bieten umfassende steuerliche und rechtliche Begleitung bei Deiner Wohnsitzverlagerung ins steuergünstige Ausland.

Wir folgen einem eingespielten Prozess. Je nach Land involvieren wir bei Bedarf unsere lokale Partnerkanzlei vor Ort, bleiben aber auch dann verantwortlich für die Gesamtkoordination.

Das Ergebnis lässt sich sehen: Wir haben über 100 Unternehmern und Geschäftsleuten geholfen, ihre Steuerbelastung signifikant zu reduzieren.

Sorgfältige Planung, gründliche Beratung und umfassende Betreuung sind für uns selbstverständlich. Die steuerrechtlich einwandfreie Ausgestaltung im Rahmen der internationalen Steuergesetzgebung hat dabei oberste Priorität.

Hier erfährst Du mehr zu unserer Arbeitsweise und wie wir Dich konkret beim Umzug ins Ausland unterstützen können.

Häufige Fragen zur Wohnsitzverlagerung ins Ausland (FAQs)

Die häufigsten Fragen und Antworten findest Du in unserer Wissensdatenbank. Werden Deine persönlichen Fragen dort nicht beantwortet, empfehlen wir die Buchung eines telefonischen Beratungsgesprächs.

Lass Dich jetzt zur Wohnsitz-Verlagerung ins Ausland beraten

Hast Du Dich bereits über einen längeren Zeitraum aktiv mit dem Thema Wohnsitzverlagerung ins Ausland und dem Ausflaggen der natürlichen Person auseinandergesetzt? Kannst Du Dir einen Umzug nach Spanien, Großbritannien, Irland oder Malta (oder in ein anderes hier empfohlenes Land) im Grundsatz vorstellen? Bist Du an einem Punkt angelangt, wo Du mit Deiner Internet-Recherche nicht mehr weiterkommst?

Wenn Du diese Fragen mit „ja" beantwortest, ist es an der Zeit, über Dein Vorhaben mit einem ausgewiesenen Experten zur Wohnsitzverlagerung ins Ausland zu sprechen.

Im Rahmen eines gut vorbereiteten, einstündigen Beratungsgesprächs können wir gemeinsam viel erreichen: Du erhältst das Feedback, das Du benötigst, um eine endgültige Entscheidung im Hinblick auf einen Umzug ins Ausland zu treffen. Du lernst, wo Du bei Deinen Vorbereitungen noch nachbessern musst und was kritische Punkte für den Erfolg einer möglichen Wohnsitzverlagerung ins Ausland sind.

Du profitierst vom „Boots on the Ground"-Praxiswissen aus 20 Jahren konkreter Beratungserfahrung. Ziel der Beratung ist Deine Planungssicherheit, Gelassenheit und Selbstvertrauen in eine Zukunft im Ausland.

Die Wohnsitzverlagerung ins Ausland kann die ultimative Lösung zur steuerlichen Optimierung sein, auch und vor allem bei hohen Einkommen. Mit einem Beratungsgespräch machst Du den ersten konkreten Schritt auf Deinem Weg in eine steueroptimierte Zukunft.

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