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3. Weltkrieg: die Länder, in denen Du wirklich sicher wärst, und wie Du Dir dort eine Tür öffnest

Du willst einen Plan B, bevor Du ihn brauchst? Wir begleiten Dich bei der Länderwahl und dem Aufbau eines zweiten Standbeins.

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Wie real ist die Gefahr?

Vorweg die Einordnung, die Du verdienst: Panik ist ein schlechter Berater, Vorsorge ein guter. Ein dritter Weltkrieg ist auch 2026 kein wahrscheinliches Szenario, aber er ist seit dem russischen Angriff auf die Ukraine vom Undenkbaren zum Diskutierbaren geworden. Die Spannungslinien kennst Du aus den Nachrichten: Russland und die NATO, China und Taiwan, Nordkorea, der Nahe Osten. Europa rüstet auf, die Bündnisse üben wieder den Ernstfall, und Deutschland läge in jedem NATO-Russland-Szenario nicht am Rand, sondern mittendrin: als logistische Drehscheibe des Bündnisses, über die Truppen und Material nach Osten laufen.

Genau deshalb ist die richtige Reaktion nicht Angst, sondern ein zweites Standbein, das Du hoffentlich nie brauchst. Dieselbe Logik wie bei einer Versicherung: Du schließt sie ab, solange nichts brennt. Und anders als eine Versicherung hat ein Plan B im Ausland einen zweiten Nutzen, der sofort wirkt, dazu unten mehr.

Ab wann ist es eigentlich ein Weltkrieg?

Eine der häufigsten Fragen, und tatsächlich gibt es keine völkerrechtliche Definition. Historiker sprechen von einem Weltkrieg, wenn mehrere Großmächte auf mehreren Kontinenten direkt gegeneinander Krieg führen und weite Teile der Weltwirtschaft in den Konflikt hineingezogen werden. Es gibt also keine magische Länderzahl. Entscheidend ist die direkte Konfrontation der Blöcke; Stellvertreterkriege, wie die Welt sie seit Jahrzehnten kennt, zählen nicht dazu. Für Deine Planung heißt das: Nicht das Etikett zählt, sondern die Frage, ob Dein Wohnort auf einer Konfliktlinie liegt oder acht Flugstunden davon entfernt.

Was macht ein Land im Kriegsfall sicher?

Sechs Kriterien trennen die guten Plan-B-Länder von den schlechten. Sie sind zugleich die Prüfliste, mit der Du jede Länderliste, auch unsere, kontrollieren kannst:

  1. Distanz zu den Konfliktlinien: je weiter weg von NATO-Russland-Grenze, Taiwanstraße und Nahem Osten, desto besser. Ein Ozean ist die älteste Verteidigungslinie der Welt.
  2. Neutralität oder Blockfreiheit: Wer keinem Militärbündnis angehört, steht auf keiner Zielliste.
  3. Keine strategischen Ziele: keine Stützpunkte der Großmächte, keine kritische Rüstungsindustrie, keine Atomwaffen.
  4. Ernährungssicherheit: Das Land produziert mehr Nahrung, als es verbraucht, oder kommt seiner Versorgung sehr nahe.
  5. Energieversorgung aus eigener Quelle: Wasserkraft, Geothermie, eigene Landwirtschaft statt Importabhängigkeit.
  6. Stabile Institutionen und niedrige Kriminalität: Sicherheit im Ernstfall nützt nichts, wenn der Alltag unsicher ist.

Für das sechste Kriterium gibt es eine belastbare Messlatte: den Global Peace Index des Institute for Economics and Peace, der 163 Länder nach 23 Indikatoren bewertet. Die Ausgabe 2026 (veröffentlicht im Juni 2026) führt diese zehn Länder an:

RangLandFür Deinen Plan B relevant?
1IslandJa: Insellage, Energie aus eigener Quelle, EWR
2NeuseelandJa: maximale Distanz, aber schwerer Zugang
3SchweizBedingt: neutral, aber mitten in Europa
4SlowenienKaum: NATO-Mitglied in Mitteleuropa
5IrlandBedingt: neutral, Atlantikinsel, aber EU-Raum
6ÖsterreichBedingt: neutral, aber Binnenlage im Kontinent
7PortugalJa, vor allem Madeira: Atlantik statt Kontinent
8SingapurKaum: nahe an der Taiwanstraße, voll vernetzt
9FinnlandNein: direkte NATO-Russland-Grenze
10JapanKaum: Pazifik-Konfliktlinie, US-Stützpunkte

Quelle: Global Peace Index 2026, Institute for Economics and Peace, veröffentlicht Juni 2026. Die dritte Spalte ist unsere Einordnung nach den sechs Kriterien oben.

Die Tabelle zeigt das Muster, das Überlebensstudien zu großen Konflikten immer wieder bestätigen: Frieden im Alltag und Sicherheit im Ernstfall sind zwei verschiedene Dinge. Finnland ist eines der friedlichsten Länder der Welt und läge trotzdem in der ersten Reihe. Welche Länder generell, auch in Friedenszeiten, am sichersten sind, liest Du in unserer Liste der sichersten Länder der Welt.

Deutschland, Österreich, Schweiz: die ehrliche Lage

Die Antwort für Zuhause fällt je nach Land verschieden aus. Deutschland ist im Ernstfall kein sicherer Ort: Als NATO-Logistikzentrum in der Mitte Europas wäre es in jedem Bündnisszenario beteiligt, mit Häfen, Bahnknoten und Stützpunkten als strategischen Zielen. Österreich ist seit 1955 verfassungsrechtlich neutral, und das ist ein echter Vorteil, liegt aber geografisch mitten im Kontinent und ist als EU-Mitglied wirtschaftlich voll eingebunden; ein sicherer Hafen sieht anders aus. Die Schweiz ist der stärkste der drei Standorte: bewaffnete Neutralität mit langer Tradition, Rang 3 im Global Peace Index 2026, und eine Schutzrauminfrastruktur, die weltweit ihresgleichen sucht. Rund 370.000 Schutzräume mit etwa neun Millionen Schutzplätzen decken rechnerisch mehr als die gesamte Bevölkerung ab, wie das Bundesamt für Bevölkerungsschutz ausweist. Aber auch die Schweiz liegt im Herzen Europas, und ein europäischer Großkonflikt würde sie wirtschaftlich massiv treffen.

Kurz: Wer wirklich auf Distanz gehen will, muss den Kontinent wechseln oder auf eine Insel. Genau danach ist die folgende Liste sortiert.

Die sicheren Länder 2026

Island

Die Nummer 1 des Global Peace Index, und das im 19. Jahr in Folge: isolierte Insellage im Nordatlantik, winzige Bevölkerung, extrem stabile Institutionen. Islands Strom stammt praktisch vollständig aus Wasserkraft und Geothermie, geheizt wird mit der Erdwärme der Insel; eine Energieblockade läuft hier ins Leere. Island ist NATO-Gründungsmitglied, unterhält aber keine eigenen Streitkräfte und liegt fernab jeder denkbaren Front. Für Deutsche und Österreicher gilt die Niederlassungsfreiheit des EWR, für Schweizer die EFTA-Freizügigkeit: Du kannst ohne Visum und ohne Investment dorthin. Der Preis: hohe Lebenshaltungskosten, langer Winter, kleine Insel.

Neuseeland

Der Klassiker unter den Fluchtorten der Superreichen, mit Rang 2 im Global Peace Index 2026 und maximaler Distanz zu allen Konfliktlinien. Eine der besten Agrarindustrien der Welt, mildes Klima, und steuerlich bemerkenswert: Neuseeland kennt weder Erbschaft- noch Schenkungsteuer (die Nachlassabgabe wurde 1992 abgeschafft, die Schenkungsabgabe 2011). Der Haken ist der Zugang: Ohne Jugend, gefragte Qualifikation und fließendes Englisch führt der realistische Weg über das Active-Investor-Plus-Visum, seit der Reform vom April 2025 ab 5 Millionen NZD (Kategorie Growth, drei Jahre investiert) oder 10 Millionen NZD (Kategorie Balanced, fünf Jahre). Mehr zu Neuseeland.

Panama

Das kleine Land in Mittelamerika hat seine Armee 1990 abgeschafft und das Verbot 1994 in die Verfassung geschrieben; es ist trotz der Nähe zu den USA weitgehend blockfrei. Der Panamakanal macht das Land für alle Seiten wertvoller intakt als zerstört. Dazu kommt Territorialbesteuerung: Besteuert wird nur panamaisches Einkommen, Auslandseinkünfte bleiben steuerfrei. Mit direkter Anbindung an Pazifik und Karibik ist Panama ideal für Bootsbesitzer, und von Europa aus einer der am einfachsten erreichbaren sicheren Häfen mit etablierten Residenzprogrammen. Mehr zu Panama.

Uruguay

Südamerika war noch nie Schauplatz eines Weltkriegs, und Uruguay ist die stabilste Adresse des Kontinents: gefestigte Demokratie, niedrige Korruption, eine Landwirtschaft, die weit über den Eigenbedarf produziert. Lebensmittelknappheit ist hier schlicht kein Szenario. Steuerlich bleibt Uruguay attraktiv, und seit 2026 sogar länger als zuvor: Wer neu zuzieht, kann ausländische Kapitalerträge im Zuzugsjahr plus zehn Folgejahre von der uruguayischen Besteuerung freistellen lassen (Ley 20.446 vom Dezember 2025). Der Preis der Reform: Ohne Investment verlangt der Weg über die Steuerresidenz echte Präsenz von mehr als 183 Tagen im Jahr. Mehr zu Uruguay.

Paraguay

Noch isolierter als Uruguay und gerade deshalb als Plan B so beliebt: Paraguay produziert mit Soja, Mais und Weizen ein Vielfaches des eigenen Nahrungsbedarfs und erzeugt seinen Strom vollständig aus Wasserkraft, allen voran aus dem Kraftwerk Itaipú. Die Daueraufenthaltsgenehmigung gehört zu den am einfachsten erreichbaren der Welt, die Lebenshaltungskosten sind niedrig, und besteuert wird nur paraguayisches Einkommen: Auslandseinkünfte bleiben steuerfrei. Wer einen Plan B mit kleinem Budget sucht, beginnt hier. Mehr zu Paraguay.

Madeira

Keine eigene Nation, aber für EU-Bürger vielleicht der eleganteste Plan B: Die autonome portugiesische Insel liegt rund 1.000 km vom europäischen Festland entfernt im Atlantik, weit weg von jeder denkbaren Frontlinie, und Portugal selbst steht im Global Peace Index 2026 auf Rang 7. Fruchtbare Vulkanböden, eigene Landwirtschaft, bemerkenswert niedrige Kriminalität, und dank EU-Niederlassungsfreiheit ziehst Du morgen hin, ohne irgendjemanden um Erlaubnis zu fragen (Schweizer über das Freizügigkeitsabkommen mit der EU). Steuerlich bietet Portugal Zuzüglern mit dem IFICI-Regime ("NHR 2.0") weiterhin Vorteile, allerdings nur noch für bestimmte qualifizierte Tätigkeiten. Mehr zu Portugal und Madeira.

Kanarische Inseln

Das spanische Gegenstück: weit draußen im Atlantik vor der afrikanischen Küste, in keinem realistischen Kriegsszenario ein Ziel, und doch voll in der EU. Fruchtbare Vulkanböden, mildes Klima das ganze Jahr, etablierte deutschsprachige Gemeinden auf Teneriffa und Gran Canaria. Für EU-Bürger gilt auch hier: einfach hinziehen. Die Inseln hängen allerdings stärker an Importen als Island oder Uruguay; wer das Kriterium Autarkie streng anlegt, ordnet sie eine Stufe darunter ein. Mehr zu Spanien.

Der Vergleich auf einen Blick

LandDistanzBündnisVersorgungZugang für DE/AT/CHSteuern auf Auslandseinkünfte
IslandNordatlantikNATO, ohne eigene ArmeeEnergie eigen, FischereiEWR/EFTA: freireguläre Besteuerung
NeuseelandmaximalblockfernAgrarexporteurschwer: ab 5 Mio. NZDreguläre Besteuerung, keine Erbschaftsteuer
PanamaMittelamerikakeine Armee seit 1990gutResidenzprogrammesteuerfrei (territorial)
UruguaySüdhalbkugelblockfreiAgrarexporteurmachbar, PräsenzpflichtKapitalerträge 11 Jahre freigestellt
ParaguaySüdhalbkugel, BinnenlandblockfreiStrom 100 % Wasserkraftsehr einfachsteuerfrei (territorial)
MadeiraAtlantikNATO (Portugal)eigene LandwirtschaftEU-freiIFICI für Qualifizierte
KanarenAtlantikNATO (Spanien)importabhängigerEU-freireguläre Besteuerung

Stand August 2026. Steuerangaben verifiziert gegen PwC Worldwide Tax Summaries (Panama 4.8.2026, Paraguay 7.2.2026) bzw. die genannten Reformgesetze; Details und Doppelbesteuerungsfragen klärt die Beratung.

Plan B statt Panik

Was heißt das alles praktisch? Ein Plan B besteht nicht darin, morgen auszuwandern. Er besteht darin, die Türen zu öffnen, bevor Du sie brauchst:

  1. Eine zweite Aufenthaltsgenehmigung in einem sicheren Land. Paraguay und Panama sind die zugänglichsten Kandidaten; wie Du das Schritt für Schritt angehst, zeigt Dir unser Plan B Projekt.
  2. Vermögen geografisch diversifizieren: Konten und Depots nicht nur im Heimatland. Die Möglichkeiten zeigt Dir Freedom Banking.
  3. Die Familie mitdenken: Schulen, Gesundheitsversorgung, Sprache. Ein Plan B, den Dein Partner nicht mitträgt, ist keiner.
  4. Steuern gleich mitoptimieren: Panama, Paraguay und Uruguay stehen auch auf unserer Niedrigsteuerland-Liste. Sicherheit und Steuervorteil schließen sich nicht aus, im Gegenteil.

Der zweite Nutzen, von dem oben die Rede war: Ein sauber aufgesetzter Plan B senkt oft schon heute Deine Steuerlast und macht Dich unabhängiger von jeder einzelnen Regierung, ganz ohne Ernstfall. Das unterscheidet ihn von der Versicherung, die nur im Schadensfall zahlt.

So kann unsere Kanzlei Dich unterstützen

Wir begleiten seit 20 Jahren Mandanten bei der Wohnsitzverlagerung ins Ausland, von der Länderwahl über Aufenthaltstitel bis zur steuerlichen Gestaltung, auch beim sauberen Wegzug aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Ein Plan B ist eine große Entscheidung, besonders mit Familie; sie gehört gut organisiert. Mehr zu unserer Arbeitsweise.

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